Handball

Handball-EM: Klatsche! DHB-Team geht gegen Spanien unter

Deutschland hat gegen Spanien eine deutliche Niederlage kassiert.

Deutschland hat bei der EM in Norwegen, Schweden und Österreich sein zweites Gruppenspiel nach einer desolaten Leistung verloren. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop unterlag Spanien deutlich mit 26:33 (4:10).

Damit muss das DHB-Team zum Abschluss der Vorrunde gegen Lettland gewinnen (Mo., 18.15 Uhr im LIVETICKER), um sich sicher für die Hauptrunde in Wien zu qualifizieren. Klar ist durch die Niederlage bereits, dass die deutsche Mannschaft keine Punkte mitnehmen wird.

Gegen Spanien veränderte Prokop seine Startformation im Vergleich zum 34:23-Auftaktsieg gegen die Niederlande auf einer Position. Für Julius Kühn begann im linken Rückraum Fabian Böhm. Deutschland erwischte einen katastrophalen Start: Das DHB-Team kam mit der offensiven Deckung der Spanier überhaupt nicht klar, leistete sich viel zu viele technische Fehler, vergab klarste Chancen und bekam von Andreas Wolff in der Anfangsphase überhaupt keine Torwartleistung (1 von 9 gehaltene Bälle, 11 Prozent).

So stand es nach 15 Minuten 10:4 für den Titelverteidiger, der bis zu diesem Zeitpunkt von Alex Dujshebaev mit fünf Toren bei fünf Versuchen und Torhüter Gonzalo Perez de Vargas (7 von 16, 44 Prozent) getragen wurde.

Prokop: "Spanien in allen Bereichen überlegen"

"Wir kommen schlampig in das Spiel, obwohl wir sehr gut vorbereitet waren", sagte Prokop in der ARD: "Aber die Spanier waren uns in allen Bereichen überlegen. Wir haben in der Abwehr inklusive Torhüter nicht das gezeigt, was man in so einem Spiel braucht. Und es war eine unterirdische Angriffsleistung." Und Torhüter Jogi Bitter meinte: "Wir haben es von Anfang an nicht geschafft, in den Kampfmodus reinzukommen."

Der Bundestrainer war früh gezwungen, gleich mehrere Änderungen vorzunehmen. Er brachte Bitter im Kasten für Wolff, ersetzte Paul Drux durch Philipp Weber auf der Spielmacherposition und ließ Hendrik Pekeler offensiv decken.

Plötzlich lief es - und wie! Mit einem 5:0-Lauf bis zur 21. Minute verkürzte die DHB-Auswahl auf 9:10, verpasste es dann aber, das Spiel komplett zu drehen. Der schwache Drux verpatzte durch einen leichten Ballverlust bei einem Tempogegenstoß die Chance zum Ausgleich, direkt im Gegenzug stellten die Spanier auf 11:9. Kapitän Uwe Gensheimer verwarf in der Folgezeit zwei Siebenmeter, die Iberer zogen mit einem 3:0-Lauf wieder davon. Mit 14:11 für den Favoriten ging es schließlich in die Pause.

Prokop verzockt sich mit Wolff

Obwohl Bitter seine Sache im Tor gut machte (bis dato 4 von 10, 40 Prozent, am Ende 26 Prozent), setzte Prokop zu Beginn der zweiten Hälfte wieder auf Wolff. Der bekam erneut keinen Ball zu packen und wurde - auch wenn er in dieser Phase teilweise zusätzlich von der Abwehr im Stich gelassen wurde - nach 42 Minuten wieder von der Platte genommen.

Zu diesem Zeitpunkt führte das Team von Trainer Jordi Ribera mit 21:17. Deutschland agierte im Angriff zu ungeduldig, verlor weiterhin zu billig die Bälle und lud die Spanier damit immer wieder zu einfachen Toren nach Tempogegenstößen ein.

Das DHB-Team brach anschließend komplett auseinander. Spätestens nach 47 Minuten, als die Spanier ihren Vorsprung auf 26:18 ausgebaut hatten, war das Spiel gelaufen.

Deutschland vs. Spanien: Die Daten zum Spiel

Anfangsformation DHB: Wolff - Gensheimer, Böhm, Drux, Häfner, Reichmann, Pekeler.

Torschützen Deutschland: Pekeler (5), Gensheimer (4 - 2 von 4 Siebenmeter), Böhm, Häfner (beide 3), Reichmann 2 (2 von 3 Siebenmeter), Kohlbacher, Kastening, Weber, Kühn (alle 2), Drux (1)

Torschützen Spanien: A. Dujshebaev (7), Maqueda (4), Gomez (4 - 2 von 2 Siebenmeter), Sole, Canellas (beide 3), Fernandez, Entrerrios, Sarmiento, Figueras, Arino (alle 2), Aguinagalde, D. Duijshebaev (beide 1)

Zwei-Minuten-Strafen: Deutschland 4 - Spanien 4

Der Star des Spiels: Alex Dujshebaev

Dujshebaev spielte vor allem in der ersten Halbzeit grandios auf. Er setzte seine Mitspieler mehrfach toll in Szene und erzielte sieben Treffer bei sieben Würfen.

Der Flop des Spiels: Andreas Wolff

Der Kielce-Torhüter erwischte einen rabenschwarzen Tag. Am Ende verbuchte Wolff lediglich eine einzige Parade, seine Quote stand bei desolaten sechs Prozent gehaltener Bälle. Ebenfalls ganz schwach: Kai Häfner. Der rechte Rückraumspieler, der gegen die Niederlande noch geglänzt hatte, spielte schlechte Pässe, agierte viel zu hektisch beim Abschluss und versenkte nur drei seiner acht Versuche.

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