Cookie-Einstellungen
Fussball

Problemfall Amanatidis wird zum Ärgernis‎

SID
Eine Ende im Streit zwischen Ioannis Amanatidis und Eintracht Frankfurt ist nicht in Sicht
© Getty

Der Streit zwischen Ioannis Amanatidis und dem Eintracht Frankfurt verschärft sich. Der aussortierte Angreifer zieht wegen der Versetzung in die U 23 vor das Arbeitsgericht.

Das Kapitel Ioannis Amanatidis sollte nach Wunsch der Verantwortlichen von Zweitligist Eintracht Frankfurt eigentlich längst der Vergangenheit angehören. Schlussstrich drunter und fertig. Doch weit gefehlt. Der einstige Kapitän Amanatidis mischt weiter kräftig mit. Nicht etwa auf dem Fußballplatz bei Frankfurts Auftaktsieg gegen Greuther Fürth. Dafür aber hinter den Kulissen, wo der Grieche für reichlich Aufregung sorgt.

Der mittlerweile zum juristischen Fall ausgeartete Streit zwischen dem früheren Publikumsliebling Amanatidis und der Eintracht über die Teilnahme am Training der Profimannschaft scheint zu eskalieren. Am Dienstag wird das Arbeitsgericht Frankfurt entscheiden, ob die von Amanatidis eingereichte Einstweilige Verfügung greift.

"Das ist nie schön, weil es bei solchen Angelegenheiten immer zwei Verlierer gibt. Wir hoffen, dass mit Ioannis vorher eine Lösung finden werden", sagte Sportdirektor Bruno Hübner in der Halbzeitpause der Begegnung in Fürth bei "Sky".

Amanatidis in die U-23-Mannschaft abgeschoben

Am vergangenen Donnerstag hatte der 29-Jährige im Eilverfahren beantragt, an den Übungseinheiten und den Spielen des Zweitliga-Teams teilnehmen zu dürfen. "Bis nächste Woche halte ich mich auf jeden Fall bei den Amateuren fit. Nach Dienstag werden wir dann weiter sehen", sagte Amanatidis, der in Frankfurt noch einen Vertrag bis Juni 2012 besitzt.

Die sportliche Führung der Hessen hatten den eigenwilligen und redseligen Stürmer zuvor zu den U-23-Junioren abgeschoben, weil sie nicht mehr mit ihm plant. "Ich will und brauche Amanatidis nicht", sagt der neue Eintracht-Trainer Armin Veh seit seinem Amtsantritt gebetsmühlenartig.

Verhandlungen über eine vorzeitige Auflösung des Kontraktes, der "Ama" pro Jahr rund drei Millionen Euro bescheren soll, scheiterten. "Wir haben unser Angebot noch einmal verbessert, das hat er nicht angenommen", sagte Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, der die Wünsche des früheren Nationalspielers Amanatidis als "nicht akzeptabel" bezeichnete.

Trainer Armin Veh von Amanatidis genervt

Amanatidis pocht darauf, Spieler der Eintracht Fußball AG zu sein. "Eine zweite Mannschaft gibt es dort nicht. Die U23 ist dem Verein Eintracht Frankfurt unterstellt", und mit der habe er "kein Vertragsverhältnis", schrieb der in der vergangenen Saison in die Rolle des Edeljokers abgerutschte Grieche auf seiner Homepage.

Amanatidis hatte sich nach dem unerwarteten Abstieg der Hessen aus der Bundesliga mit einer Aussage ("Wir müssen ausmisten") erneut in die Nesseln gesetzt und das Fass zum Überlaufen gebracht. Veh meinte sicher auch den langmähnigen Angreifer, als er jüngst sagte: "Wir brauchen keine Egoisten, die nur an sich denken." Der Coach ist mittlerweile sichtbar genervt vom Thema Amanatidis.

Das juristische Geplänkel vor der endgültigen Scheidung ist der vorläufige Tiefpunkt einer "Ehe", die einst vielversprechend begann. Kämpfernatur Amanatidis, der 2008 einen Vierjahresvertrag unterschrieben hatte und sich bereits zwei Knieoperationen unterziehen musste, galt lange als Kultfigur.

Wegen seines hohen Ansehens bei den Fans sollte er nach dem Karriereende sogar weiter für die Eintracht arbeiten. Doch nach einem Machtkampf mit dem einstigen Eintracht-Trainer Michael Skibbe sowie Verbalattacken gegen Mitspieler fiel Amanatidis in der vergangenen Saison endgültig in Ungnade.

Ioannis Amanatidis im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung