WM

Neymar rettet Selecao vor Pfiffen

SID
Neymar war einer der wenigen Lichtblicke im Spiel der Brasilianer
© getty

Hinter dem 4:0 gegen Panama versteckte Turnierfavorit Brasilien beim vorletzten WM-Test locker seine Defizite. Vor allem weil Superstar Neymar mit Tor, Pässen und Kabinettstückchen glänzte.

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Hinter dem 4:0 gegen Panama versteckte Turnierfavorit Brasilien beim vorletzten WM-Test locker seine Defizite. Vor allem weil Superstar Neymar mit Tor, Pässen und Kabinettstückchen glänzte.

Neymar plus 10: Eine einfache Formel genügte Brasilien zum 4:0 (2:0) gegen Sparringspartner Panama. Doch die Seleção spürte beim vorletzten Test vor der Titel-Mission bei der heimischen Fußball-WM auch den Ballast der Fans. Denn erst die Geistesblitze des Superstars vom FC Barcelona brachten missmutige Pfiffe zum Verstummen.

Neymar bittet um Geduld

"Ich bitte unsere Anhänger um Geduld", flehte Brasiliens Nummer 10 nach der Partie. Nicht ausverkauft, aber gut gefüllt war das Stadion Serra Dourada in Goiânia. Doch der uninspirierte Fußball der Anfangsminuten schläferte ein. Buhrufe waren deutlich zu hören.

Bis Neymar mit einem Geniestreich die Gemüter erweckte. Mit einem kunstvollen Schlenzer über Panamas zaghaft hoch springende Mauer hinweg öffnete der 22-Jährige mit seinem 190. Treffer als Profi, lässt man seine Tore in der U17 und U20 weg, in der 27. Minute dann auch die Schleusen.

Von da an war es ein Kinderspiel, weil alles über den Dribbler, den Passgeber, den Hitzkopf in manch einer Situation, das am Ende gefeierte Idol lief.

Anfangsschwierigkeiten

Nach dem 2:0 durch Klubkollege Dani Alves (40.) brauchte es 45 Sekunden im zweiten Durchgang, als Neymars Hackentrick Hulk fand, der zum 3:0 (46.) abschloss. Auch am vierten Tor von Willian (73.) war der 22-Jährige entscheidend beteiligt.

"Wir hatten zu Beginn Schwierigkeiten, haben einfachste Pässe nicht an den Mann gebracht. Vielleicht war auch Lampenfieber im Spiel", gestand der Wolfsburger Luiz Gustavo, der wie Bayern Münchens Innenverteidiger Dante in der Startelf stand.

Auffällig war auch die Härte, mit der Brasiliens Ballkünstler zur Sache gingen. Schon nach elf Minuten sah David Luiz nach einem rabiaten Einsteigen Gelb. "Wer zurückzieht, wird sich verletzen", entschuldigte sich der Millionen-Neuzugang von Paris St. Germain.

Unzufriedenheit auch beim Trainer

Und was meinte der Zeremonienmeister zu all dem? "Es fehlen noch was weiß ich wie viel Prozent", erklärte Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari und versprach für den letzten Test am Freitag gegen Serbien in São Paulo zu "100 Prozent" - also auch mit dem geschonten Kapitän Thiago Silva - das Team, das am 12. Juni gegen Kroatien in die WM starten soll.

Auch wieder mit "Lebensversicherung" Neymar, ohne den Brasilien wohl keine Chance hätte, die WM zu gewinnen, der jedoch ohne die übrigen Zehn gegen einen Gegner einer anderen Klasse als Panama allein auf sich gestellt keine Chance hat.

Neymar im Steckbrief

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