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Fussball

Spanischem Fußball droht Bestechungsskandal

SID
Jesuli hat angeblich 6000 Euro für eine Niederlage seines Teams kassiert
© sid

Der Mittelfeldspieler Jesuli vom CD Teneriffa soll angeblich für die Niederlage seines Teams gegen den FC Malaga in der letzten Zweitliga-Saison 6000 Euro kassiert haben.

Ein Bericht über einen angeblichen Bestechungsskandal erschüttert den spanischen Fußball. Beim Aufstieg des FC Malaga zur Primera Division soll es nach Informationen der Zeitung "El Mundo" im vorigen Sommer nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

Jesus Mora "Jesuli", Ex-Profi des Zweitligisten CD Teneriffa, habe behauptet, sein Team sei vor der entscheidenden Partie am letzten Spieltag bestochen worden. Er selbst habe 6000 Euro dafür erhalten, dass Teneriffa das Zweitligaspiel gegen Malaga verlor, gab er nach Angaben des Blattes zu.

 

FC Malaga droht Jesuli mit Klage

Der FC Malaga gewann die Partie gegen Teneriffa im Juni 2:1 und sicherte sich den Aufstieg. Für Teneriffa ging es damals um nichts mehr. Leidtragender war der Ex-Meister Real Sociedad San Sebastian, der mit dem 4. Rang der 2. Liga vorlieb nehmen musste und den Aufstieg knapp verpasste.

"Wenn ich das Geld bekommen habe, ist anzunehmen, dass auch meine Teamkollegen bestochen wurden", sagte Jesuli in einem aufgezeichneten Telefongespräch mit dem Clubchef von Real Sociedad, Inaki Badiola.

Die betroffenen Clubs in Malaga und auf Teneriffa wiesen die Behauptungen energisch zurück. Der FC Malaga drohte Jesuli mit einer Klage, wenn er seine Worte nicht zurücknehme. "Die Bestechungsvorwürfe sind eine Montage Badiolas", meinte Malagas Mehrheitsaktionär Lorenzo Sanz.

"Wahrscheinlich hat Real Sociedads Clubchef den Spieler für dessen Aussage bezahlt." Auch die Profis von CD Teneriffa vermuteten, dass hinter den Vorwürfen ein abgekartetes Spiel steckte.

Siegprämien von anderen Klubs alltäglich?

"Wir haben uns nicht verkauft und kein Geld bekommen", sagte Teneriffas Kapitän Juanma. "Wir hätten das Spiel in Malaga beinahe sogar gewonnen."

Gab es tatsächlich Bestechungen in Spanien? Auch unterwegs top-informiert sein!

In Spanien ist häufig davon die Rede, dass Mannschaften, für die es in der Schlussphase der Saison um nichts mehr geht, Siegprämien von anderen Clubs erhalten. Es gilt als relativ sicher, dass solche "Prämien von Dritten" zuweilen gezahlt werden.

Allerdings wurde in Spanien in der jüngeren Zeit kein Fall bekannt, in dem Fußballer sich dafür bezahlen ließen, dass sie ein Spiel absichtlich verloren.

Jesuli gegen Malaga gar nicht im Kader

Jesuli selbst war in der besagten Partie Malaga gegen Teneriffa gar nicht zum Einsatz gekommen, weil er verletzt war. Dass der Mittelfeldspieler einen guten Draht zu Real Sociedad hat, ist nicht überraschend: Er hatte vor seinem Wechsel nach Teneriffa ein Jahr bei den Basken unter Vertrag gestanden.

Der spanische Fußballverband (RFEF) wollte wegen des angeblichen Bestechungsskandal nicht aktiv werden. Der RFEF sei in dieser Sache schon in der Vergangenheit Korruptionsvorwürfen nachgegangen, sagte ein Verbandssprecher. Er habe jedoch keine Anhaltspunkte für ein Vergehen entdecken können.

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