Fussball

Serie A: Italiens Sportminister Vincenzo Spadafora fordert Aussetzung der Liga-Spiele

SID
Juventus und Inter Mailan trafen in einem Geisterspiel aufeinander.

Italiens Sportminister Vincenzo Spadafora hat die Serie A für ihren Entschluss, den Ligabetrieb wieder aufzunehmen, scharf kritisiert. "Die Fußballwelt fühlt sich gegen die Ansteckungsgefahr immun, man spricht nur von Geld", sagte er und drohte mit politischem Eingreifen. "Ich vertraue in den Fußballverband und werde noch bis Dienstag warten. Wenn der Fußball nicht seine Verantwortung übernimmt, wird es die Regierung tun", stellte er klar.

Nach der Absage zahlreicher Spiele in der Vorwoche hatte der Verband entschieden, die Ligaspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. "Mich interessiert nur die öffentliche Gesundheit. Wollen wir warten, dass auch in der Serie A die ersten Fußballer infiziert werden?", fragte Spadafora.

Die Spielergewerkschaft AIC hatte sich für eine Verschiebung der Spiele stark gemacht, nachdem in der Nacht auf Sonntag die Lombardei und 15 Provinzen mit insgesamt 16 Millionen Menschen unter Quarantäne gestellt wurden. Der italienische Verband wird sich am Dienstag zu einer Krisensitzung treffen, am Donnerstag ist ein Meeting des Ligaverbandes vorgesehen.

"Das Spiel, das wir gewinnen müssen, wird zurzeit außerhalb der Stadien ausgetragen", sagte AIC-Präsident Damiano Tommasi. Das am Sonntag um 12.30 Uhr geplante Spiel Parma Calcio - SPAL Ferrara wurde erst mit über einstündiger Verzögerung angepfiffen.

Auf Beschluss des Schiedsrichters wurden die Spieler zunächst wieder in die Kabinen zurückgeschickt, um 13.45 Uhr erfolgte doch der Spielbeginn. Tommasi hatte erklärt, er sei von Anrufen Dutzender besorgter Profis förmlich überrollt worden. Die öffentliche Gesundheit habe in dieser Phase Priorität, meinte Tommasi.

 

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