Fussball

FC Liverpool - Jürgen Klopp bremst die Euphorie: "Nicht einmal annähernd perfekt"

SID
Jürgen Klopp (l.) bremst beim FC Liverpool die Euphorie.

Jürgen Klopp stürmt mit dem FC Liverpool dem Meistertitel in der englischen Premier League entgegen. Trotz gewaltigen Vorsprungs bremst der Coach aber weiter die Euphorie.

Der Vorsprung ist gigantisch, der Meistertitel nur noch eine Frage der Zeit - und geht es nach Jürgen Klinsmann, könnte sich Jürgen Klopp schon entspannt eine wohlverdiente Auszeit am Strand gönnen.

"Liverpool ist uneinholbar, normalerweise kann der Kloppo schon in Urlaub gehen und muss nur noch ein bisschen Champions League spielen", zitierte die Bild den Trainer des Bundesligisten Hertha BSC.

Nach dem 4:0 (0:0) des FC Liverpool gegen den FC Southampton dürften viele in der Premier League Klinsmanns Ansicht sein. Klopp stürmt mit den Reds dem ersten Meistertitel seit 30 Jahren mit riesigen Schritten entgegen, aufzuhalten scheint er schon lange nicht mehr - auch wenn der Teammanager wie gewohnt entschlossen auf die Euphoriebremse trat.

"Es ist nicht so, dass ich glaube, wir sind nah dran an etwas Besonderem", mahnte der 52-Jährige: "Wir sind nicht perfekt, nicht einmal annähernd perfekt, aber es ist uns egal, ob wir perfekt sind."

Liverpool auf dem Weg in die Geschichtsbücher

Die Zahlen sprechen aber eine ganz andere Sprache. Stolze 22 Punkte betrug der Rückstand von "Verfolger" Manchester City vor dem Auswärtsspiel bei Tottenham Hotspur am Sonntag (17.30 Uhr) bereits.

Die Frage ist daher nicht mehr, ob Liverpool den Titel holt - es geht nur noch darum, wann dies passiert und welche Rekorde Klopps Team auf dem Weg dorthin noch bricht. Da wäre etwa der Ligarekord der Citizens (100 Zähler) aus der Saison 2017/18, oder die 49 Punktspiele ohne Niederlage in Folge des FC Arsenal aus den Jahren 2003 und 2004.

Liverpool ist jedenfalls auf dem besten Weg in die Geschichtsbücher. Seit 42 Ligaspielen sind Klopp und seine Spieler nicht mehr besiegt worden, 73 von 75 möglichen Punkten holten die Reds in dieser Spielzeit. Saisonübergreifend haben sie in den vergangenen 34 Punktspielen sogar 100 der zu vergebenden 102 Zähler gewonnen. Diese Zahlen drücken nur eines aus: pure Dominanz!

Klopp: "Mein Hauptgefühl war Besorgnis"

Im Schatten des früheren Dortmunder Meistertrainers bleiben daher für die weiteren Deutschen in der Premier League nur Nebenrollen - auch wenn Nationalspieler Antonio Rüdiger vom FC Chelsea beim 2:2 (0:0) bei Leicester City mit dem ersten Karriere-Doppelpack (46./71.) glänzte. Teammanager Frank Lampard zeigte sich "hocherfreut".

Die Reds taten sich beim Sieg gegen Southampton nur vor der Pause schwer, Alex Oxlade-Chamberlain (47.), Jordan Henderson (60.) und der ägyptische Starstürmer Mohamed Salah per Doppelpack (72./90.) waren anschließend erfolgreich. Eine Siegesserie wie die des Champions-League-Gewinners habe Klopp zwar "noch nie gesehen", ein Gefühl der Unbesiegbarkeit entwickle sich deshalb aber noch lange nicht.

"Es ist nicht so", erzählte Klopp, "dass ich mich nach jedem Sieg immer stärker fühle" - ganz im Gegenteil: "Ich bin ein sehr optimistischer Mensch, aber nicht vor einem Fußballspiel. Mein Hauptgefühl vor dem Spiel war Besorgnis." Es ist nicht davon auszugehen, dass Mahner Klopp die restlichen 13 Spiele nach der zweiwöchigen Winterpause anders angehen wird.

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