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Fussball

Gegen jede Regel

Von SPOX
Für Chelsea und Arsenal geht es darum, den Anschluss an Tabellenführer United zu halten
© Getty

Vor dem Spitzenspiel zwischen Arsenal und Chelsea (21 Uhr im LIVE-TICKER) stehen beide Teams enorm unter Druck. Chelsea steckt seit zwei Monaten in der Krise und sucht einen Ausweg. Arsenal kämpft gegen das chronische Versagen in Spielen gegen die Rivalen. Eine der Serien soll brechen.

Es gibt Gesetzmäßigkeiten im Fußball, die jeder kennt: "Der Gefoulte soll niemals den fälligen Strafstoß schießen", "Abseits ist, wenn der Schiri pfeift", "Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften."  Doch während sich diese Beispiele dadurch auszeichnen, dass man vortrefflich über sie streiten und diskutieren kann, ist folgender Grundsatz fast unbestritten: "Arsenal kann noch so überragend spielen - gegen Chelsea und United reicht es nicht zum Sieg."

Fast schon grotesk ist es, wenn man diesen Ausspruch mit Zahlen untermauern möchte. Denn die Bilanz des FC Arsenal gegen seine beiden großen Rivalen wirkt mit jedem Jahr ernüchternder für die Gunners. Aktueller Stand: Von den elf letzten Spielen gegen diese Gegner hat Arsenal zehn verloren und eines mit einem Unentschieden beendet. Von elf Partien zehn verloren. Es ist kaum zu begreifen.

Denn in einem sind sich die Experten einig: Kaum eine Mannschaft der Premier League hat ihren eigenen Stil über Jahre hinweg so sehr perfektioniert wie das Team von Trainer Arsene Wenger. Was die Gunners in guten Momenten auf den Platz zaubern, ist ein ästhetischer Genuss, aufgelöst in unzählige kurze und fließende Pässe. An guten Tagen erschafft sich Arsenal einen so harmonischen Spielfluss, dass es wirkt, als habe Wenger den Jazz auf den Fußball übertragen. Der Gegner? Nicht mehr als der Antrieb zu noch schöneren Kombinationen.

Wenger: "Wir müssen unserem Spiel treu bleiben"

Doch während eine halbe Ewigkeit entfernt der FC Barcelona mit einem ganz ähnlichen Spiel den Weltfußball dirigiert, fristet Arsenal nun schon seit 2005 (Gewinn des FA Cups) ein titelloses Dasein. Was wieder zum Ausgangspunkt zurückführt: Arsenal kann noch so gut spielen, gegen die großen Klubs verliert es seine Leichtigkeit. Es ist kaum zwei Wochen her, dass Arsenal diese These erneut untermauerte. Gegen Manchester United spielte Arsenal den schöneren Fußball und verlor - am Ende mit 0:1 - gegen den effizienteren Fußball. Manche würden auch sagen: gegen den klügeren Fußball.

United vs Arsenal: The same old story

Arsene Wenger gehört bestimmt nicht zu dieser Sorte. Er verweist vor dem Spiel gegen Chelsea auf die Spielertypen der von ihm zusammengestellten Mannschaft. "Fabregas und van Persie sind fit - und wenn sie auf dem Platz stehen und du lange Bälle schlägst, macht das keinen Sinn. Wir müssen unserem Spiel treu bleiben."

Wenn die Gunners auf Chelsea treffen, darf also niemand auf Überraschungen in der Spielanlage der Londoner hoffen. Es droht das alte Spiel: Der große Rivale richtet sich tief in der eigenen Hälfte ein, überlässt den Gunners Ball und Initiative - nur um irgendwann einen erfolgreichen Konter zu setzen.

Schlüssel zum Sieg: Das Tandem Drogba-Lampard

Schlüsselspieler bei Chelsea wird dabei Didier Drogba sein. Nach seiner überstandenen Malaria-Infektion kommt der Topstürmer immer besser in Fahrt. Und wenn ihm ein Gegner liegt, dann Arsenal. "Ich denke schon, dass sie ein wenig vor Didier Drogba Angst haben, weil er immer so gut gegen sie gespielt hat", meint Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti dazu. Die passende Statistik: In 13 Spielen mit Chelsea gegen Arsenal hat Drogba insgesamt 13 Mal getroffen. Zuletzt am 7. Spieltag beim 2:0 Heimsieg an der Stamford Bridge.

Ihm gegenüber stehen mit den beiden Innenverteidigern Laurent Koscielny und Sebastien Squillaci zwei Spieler, die in dieser Saison nicht unumstritten sind. Die Kritik an ihnen wird wohl nur verstummen, wenn sie es schaffen, Drogba aus dem Spiel zu nehmen. Für Arsene Wenger liegt das Ziel seiner Defensivstrategie darin, die Zuspiele von Lampard auf Drogba zu unterbinden: "Die beiden bilden ein gutes Tandem, da Lampard immer einen Weg findet, Drogba mit Bällen zu versorgen. Also müssen wir diese Versorgung abstellen."

Wann soll Chelsea besiegt werden, wenn nicht jetzt?

Wie groß der Druck für Arsenal ist, spürt auch Wenger. Denn wann, wenn nicht jetzt, sollen die Gunners mal gegen die Blues gewinnen? In den letzten zwei Monaten gelang Chelsea nur ein Sieg (1:0 gegen Fulham), von 21 möglichen Punkten errang man nur mickrige sechs Zähler. Die letzten Spiele gegen Newcastle, Everton und die Spurs endeten für Chelsea allesamt 1:1. Dementsprechend ernüchtert zeigt sich Kapitän John Terry vor der Partie gegen Arsenal: "Es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen, als wir noch fünf Punkte und 20 Tore Vorsprung auf alle anderen hatten. Dann haben wir die Punkte liegen gelassen und jetzt müssen wir selbst auf Ausrutscher von ihnen hoffen."

Packendes Remis: Tottenham und Chelsea trennen sich 1:1

 In der Tabelle liegt Chelsea inzwischen auf Rang vier, mit einem Punkt Rückstand auf den Zweitplazierten Arsenal. Das Heimspiel gegen Tabellenführer Manchester United wurde verlegt. Für die Blues muss die Devise also lauten: Krise beenden, mit zwei Siegen gegen Arsenal und United den Angriff auf die Tabellenspitze starten.

Noch mehr als sonst lastet auf den Schultern beider Mannschaften der Druck, das Spitzenspiel zu gewinnen. Geht es nach den Statistiken, wird Arsenal in Schönheit sterben und Chelsea endlich einen wieder einen Big Point landen.

Aber das ist ja das Gute an Statistiken: Man muss nur lange genug suchen, um ein Gegenargument zu finden. Denn so wie heute Chelsea die Gunners dominiert, eilte noch vor einigen Jahren ein anderer Mann von Sieg zu Sieg in dem Duell. Von seinen ersten 17 Spielen als Trainer von Arsenal verlor er kein einziges gegen Chelsea. Sein Name: Arsene Wenger.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Arsenal: Fabianski - Clichy, Koscielny, Squillaci, Sagna - Song, Wilshere - Nasri, Fabregas, Arshawin - Chamakh

Chelsea: Cech - Paulo Ferreria, Ivanovic, Terry, Cole - Essien - Lampard, Malouda, Kalou, Anelka - Drogba

Der 19. Spieltag der Premier League: Men on fire!

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