Fussball

Wegen 1,8 Millionen an Platini: FIFA muss bis Jahresende vor Gericht

SID
Der frühere UEFA-Boss Michel Platini war in den Korruptionsskandal um die Vergabe der WM 2022 an Katar verwickelt.
© getty

Die FIFA muss bis zum Jahresende juristisch aktiv werden, um sich 1,8 Millionen Euro von seinem früheren Vize-Präsidenten Michel Platini zurückzuholen. Das geht aus einem FIFA-Dokument hervor, in das die Nachrichtenagentur AFP Einblick erhalten hat. Dabei geht es um die Behandlung des Falls nach Schweizer Recht.

Der frühere französische Weltstar Platini war von 2007 bis 2015 Boss der UEFA und sollte beim Weltverband auf Ex-Präsident Joseph S. Blatter folgen. Die dubiose Zahlung in Höhe von 1,8 Millionen Euro von Blatter an Platini brachte dem mittlerweile 64-Jährigen aber stattdessen eine Vierjahressperre ein, die im Oktober dieses Jahres endete.

In dem FIFA-Dokument wird die Zahlung aus dem Jahr 2011 als "illegal" eingestuft. Demnach plant der Weltverband, auch Blatter zu belangen. Blatter und Platini hatten stets die Rechtmäßigkeit der Zahlung betont, da es sich um ein nachträgliches Honorar für Platinis FIFA-Tätigkeit in den Jahren 1998 bis 2002 gehandelt habe.

Platini selbst hatte zuletzt angekündigt, auf juristischem Weg um Rückzahlungen in Millionenhöhe zu kämpfen. Über seinen Schweizer Anwalt Vincent Solari werde er das Geld einfordern, "das vertraglich vereinbart wurde", sagte Platini der AFP. Laut einer Platini nahestehenden Quellen soll es um 7,2 Millionen Euro gehen.

Zuvor hatte Blatter (83) angekündigt, die französische Justiz bei ihren Ermittlungen hinsichtlich möglicher Korruption rund um die Vergabe der WM 2022 nach Katar unterstützen zu wollen. "Wenn sie mich offiziell fragen, werde ich nach Frankreich kommen", sagte der ehemalige Weltverbands-Boss: "Ich habe ein reines Gewissen."

Im Zentrum der Untersuchungen in Frankreich steht ein Treffen Platinis mit dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, Tamim Bin Hamad Al Thani, Emir von Katar, und Hamad Ben Jassem, damaliger Premierminister Katars im November 2010. Damals sollen Absprachen bezüglich der Vergabe der Endrunde nach Katar getroffen worden sein. Aus diesem Grund war Platini bereits im Juni verhört worden.

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