DFB-Frauen: Anpfiff für finale WM-Vorbereitung

SID
Bundestrainerin Silvia Neid steht mit ihrer Nationalmannschaft vor der Heim-WM 2011
© Getty

Mit fünf Monaten Verspätung treten die DFB-Frauen am Mittwoch erstmals im neuen Dresdner Stadion an. Das Spiel gegen Kanada läutet den Countdown für die Heim-WM 2011 ein. Gegen die Nummer 13 der Welt hat Deutschland bisher immer gewonnen.

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Ein TV-Spot mit den Jungs von Joachim Löw und ein spektakuläres Shooting mit einem Starfotografen: Die Frauen-Nationalmannschaft des DFB rührt für die Heim-WM 2011 kräftig die Werbetrommel. Zum krönenden Abschluss der Imageoffensive fehlt noch ein Spektakel auf dem Platz. Das soll am Mittwoch in Dresden gegen Kanada folgen.

"Wir haben uns mit Absicht einen starken Gegner rausgesucht, weil wir keine Qualifikation spielen. Ich rechne mit einem ausgeglichenen Spiel auf hohem Niveau", sagte Bundestrainerin Silvia Neid und machte klar: "Ich will unbedingt gewinnen."

Dabei mussten die zweimaligen Weltmeisterinnen aus Deutschland fünf Monate auf ihren Auftritt in Dresden warten, den Anpfiff für die finale Phase der WM-Vorbereitung. Im April war an gleicher Stelle ein Länderspiel gegen Schweden geplant, dass jedoch aufgrund des Flugverbots infolge des Vulkanausbruchs auf Island ausfiel. Kanada ist nun sozusagen Plan B.

Kleine Wiedergutmachung nach zwei Niederlagen

Die Gegnerinnen aus Nordamerika sind alles andere als Fallobst. In der Weltrangliste steht das Team auf Platz 13. Vor sieben Jahren war Kanada Vierter der WM, zuletzt holte man im Juni in Nordkorea ein 1:1. Das Spiel gegen Deutschland dient als Vorbereitung für das Finalturnier der WM-Qualifikation, bei dem Kanada vom 28. Oktober bis zum 8. November auf Mexiko, Trinidad & Tobago sowie Guyana trifft.

Für Neid und ihr Team geht es auch um eine kleine Wiedergutmachung. Zuletzt gab es zwei Niederlagen in Serie - jeweils gegen die USA. Für den Welt- und Europameister Deutschland sind solche "Pleitenserien" eher ungewöhnlich.

Die Bilanz spricht deutlich für die DFB-Frauen. Keine einzige der bisher acht Begegnungen wurde verloren. Im Jahr 2005 trafen beide Teams zuletzt aufeinander, Deutschland gewann in Edmonton 4:3. Den höchsten Sieg, ein 7:1, gab es 2001 in Oberhausen.

Bei der Länderspiel-Premiere im umgebauten Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion erhoffen sich die erwarteten 17.000 Zuschauer als Einstimmung auf die WM ebenfalls ein Torfestival. Am besten so akrobatisch wie bei der Fotosession mit Starfotograf Horst Hamann - das beeindruckende Ergebnis dieses künstlerischen Ausflugs ist im Stadionheft am Mittwoch und auf "dfb.de" zu bestaunen.

Kaum Neulinige im Team

Eingespielt genug ist das Team in jedem Fall, gegen Kanada berief Neid in Josephine Henning (Turbine Potsdam) und Dzsenifer Marozsan (1. FFC Frankfurt) nur zwei Spielerinnen ohne Länderspieleinsatz. "Wir beginnen die Mannschaft nun mit Blick auf die WM zu formieren", sagte Neid. 14 Weltmeisterinnen stehen im Kader, verzichten muss Neid auf die am Kreuzband verletzte Abwehrchefin Annike Krahn vom FCR Duisburg.

Dafür gehören die U20-Weltmeisterinnen Alexandra Popp (FCR Duisburg) und Kim Kulig (Hamburger SV) wie schon in der Vergangenheit der A-Mannschaft an. Dass sie vor gerade einmal sechs Wochen noch triumphal den WM-Pokal in die Höhe reckten, zählt im A-Team wenig.

"Jetzt müssen wir wieder Ballnetze tragen. Wir sind ja die Jüngsten", sagte Kulig. Und WM-Torschützenkönigin Popp meinte: "Uns ist bewusst, dass wir uns immer wieder neu empfehlen müssen." Gegen Kanada werden Popp und Kulig auf jeden Fall zum Einsatz kommen.

Am Mittwoch im LIVE-TICKER: Deutschland gegen Kanada