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Fussball

Familientherapie auf der Couch

Von SPOX
Bierhoff, EM, 1996
© Getty

München - Wer braucht schon teure Therapiesitzungen beim Familien-Psychologen oder grenzwertige TV-Auftritte bei der Super Nanny, wenn es König Fußball gibt?

90 Minuten, wahlweise Chips oder Bier und ein goldenes Tor: So sah das familiäre Idyll in Deutschland während des EM-Finals gegen Tschechien aus - obschon das eine oder andere Elternteil wenig mit Abseits oder 4-3-3-System anzufangen wusste.

Die SPOX.com-Redaktion erinnert sich an fix und fertige Vater-Sohn-Tagteams, rigide Erziehungsmaßnahmen und Klugscheißereien.

Quatsch mit Biermann: Hier geht es zum 1. Teil der EM-Erinnerungen

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Es hätte ein gemütlicher Vater-und-Sohn-Fußballabend auf der Couch werden sollen. Immerhin war das  eigene Team (Italien) schon ausgeschieden. Doch ein Bierhoff-Golden-Goal-Drama später waren sogar wir Südtiroler fix und fertig. Der ungläubige Kommentar vom Vater: "Ist das Spiel jetzt wirklich schon aus?"

 

Schön zuhause mit Vattern auf der Couch. Vor dem Spiel war ich felsenfest überzeugt, dass wir das Ding holen. Ich weiß noch, dass ich mich furchtbar über den Elfer zum 0:1 und über die Auswechslung von Scholl aufgeregt habe. Aber da der Bundesbechti mit Schauma-Oli dafür den Sieg eingewechselt hat, werd' ich ihm das heute mal verzeihen.

 

Geburtstagsfeier meiner Mutter und ich mit einer Horde grölender früh-pubertärer Freunde auf dem heimischen Balkon. Knabbersachen, Cola, und ich höre mich sagen: "Wetten? Der Bierhoff kommt rein und macht es." Klar: Das klingt im Nachhinein total nach Klugscheißerei, aber dafür segelte mein Fernseher beim Torjubel auch fast vom Balkon.

 

Ich war damals erst 12 und musste Mitte der zweiten Halbzeit irgendwann ins Bett, weil am nächsten Tag Schule war. Hab die restlichen Minuten heimlich im Radio gehört. Fantastisch, diese Walkman-Technologie... Beim Golden Goal bin ich noch mal ins Wohnzimmer gespurtet, nach der Pokalübergabe dann endgültig zurück ins Bett...

 

Das war der erste gemeinsame Fußball-Vater-und-Sohn-Abend, gepflegt daheim auf der Couch, je zwei Becks, die Mutter ausgeflogen. Übrigens: Ich war schon 16, aber mein Vater hasst Fußball und so kam es bis dahin nie dazu. Der Skandal: Meinem Vater war Fußball auch nach Olis Doppepack egal...

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