Fussball

DFB-Team - Bierhoff: "Kein Verständnis" für Bayern-Attacken

SID
Oliver Bierhoff hat kein Verständnis für die Bayern-Attacken.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat die scharfen Angriffe von Bayern Münchens Bossen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge gegen den Deutschen Fußball-Bund und Bundestrainer Joachim Löw deutlich zurückgewiesen.

"Die Vorwürfe überraschen mich, und ich habe dafür auch kein Verständnis. Man muss sich da schon die Fakten anschauen", sagte Bierhoff am Donnerstag dem SID.

Bayern-Präsident Hoeneß und Vorstandschef Rummenigge hatten den DFB in der Diskussion um die Nationaltorhüter Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen zuvor scharf kritisiert.

"Jogi Löw wird in Person gar nicht erwähnt", ergänzte der 51-Jährige gegenüber der Bild, "dafür aber der ganze DFB angegriffen. Schon allein das verstehe ich nicht. Über den Vorwurf der Bayern, wir hätten kein klares Bekenntnis zu Manuel Neuer abgegeben, wundere ich mich schon. Die Fakten widersprechen dem."

Rummenigge mangelnde Dankbarkeit in Sachen Neuer, Hoeneß schimpfte über fehlende Unterstützung im Duell mit ter Stegen. Vom DFB gebe es "ständig Theater", ergänzte der Präsident: "Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler ohne Grund beschädigt werden." Stattdessen wolle der FC Bayern dem DFB "ein bisschen Feuer geben".

Bierhoff: "Löw hat bis zur letzen Sekunde auf Manu gewartet"

Bierhoff hielt dem entgegen: "Man sollte nicht vergessen, dass Jogi vor der WM in Russland bis zur letzten Sekunde auf Manu gewartet hat, der zuvor monatelang ausgefallen war."

Neuer sei dann "entgegen einiger kritischer Stimmen die Nummer eins in Russland" gewesen und trotz Umbruchs in der DFB-Elf weiter Kapitän: "Er hat in den zwölf Länderspielen seit der WM zehnmal komplett durchgespielt. Das sind doch eindeutige und ganz entscheidende Statements der Trainer."

Konfliktpotenzial mit Blick auf die EM sieht Bierhoff nicht. Beide Torhüter seien "menschlich wie fußballerisch absolute Bereicherungen unseres Teams".

Auch Probleme bei der Spielerabstellung fürchtet Bierhoff nicht. "Nein. Zumal ein Verein laut Fifa-Statuten zur Abstellung verpflichtet ist", sagte er auf eine entsprechende Nachfrage der Bild. "In der Vergangenheit gab es hin und wieder Unstimmigkeiten, aber wir wissen doch, dass wir uns gegenseitig brauchen. Diskussionen gehören dazu, aber am Ende ist der Trainer alleine verantwortlich für die Nominierung."

"Dankbarkeit als ausschlaggebendes Kriterium reicht nicht aus"

Löw habe bereits "Ende letzten Jahres gesagt, dass er bis zur EM auf Manu baut, wenn nichts Außergewöhnliches passiert. Ich weiß nicht, ob man das ständig wiederholen muss, zumal Manus gerade zuletzt gezeigte Leistungen doch absolut für ihn sprechen". Dem stünden die "herausragenden Leistungen" von ter Stegen gegenüber, "der seine Einsätze bekommen wird".

Auf höchstem Level gehe es in erster Linie um Leistung, ergänzte Bierhoff, "da reicht Dankbarkeit allein als ausschlaggebendes Kriterium für eine Berufung in die Nationalmannschaft sicher nicht aus. Aber gerade Jogi Löw bringt den Spielern immer wieder höchste Wertschätzung entgegen, dafür wurde er ja auch schon kritisiert. Da hieß es dann, er halte zu lange an verdienten Spielern fest".

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