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Fussball

"Da müssen wir den Schädel hinhalten"

Mats Hummels (l.) liefert eine starke Partie ab - und traf am Ende sogar zum 2:0
© getty

Tor erzielt und später verletzt vom Feld - Mats Hummels erlebte einen denkwürdigen WM-Auftakt. Der Verteidiger über seine Achterbahnfahrt gegen Portugal, das Erfolgsrezept gegen Ronaldo und Minuten im Schatten.

Frage: Herr Hummels, Sie sind verletzt ausgewechselt worden. Wichtigste Frage: Wie geht's?

Mats Hummels: Ich habe einen Schlag in den Oberschenkel bekommen. Wie schwer es ist, kann ich noch nicht sagen. Es fühlt sich nicht so an, als würde die Verletzung die WM beenden. Vielleicht verpasst man mal ein Spiel oder auch nicht. Ich hoffe, es tut nur ein paar Tage weh und geht dann wieder. Aber viel wichtiger als meine Verletzung war, dass wir als Mannschaft einen guten Start hingelegt haben. Das war ein Meilenstein in Richtung Achtelfinale und ziemlich genau das, was wir uns vorgestellt hatten.

Frage: Was war der Schlüssel zu diesem überraschend klaren Erfolg?

Hummels: Wir haben alle zusammen sehr gut verteidigt. Da fällt es auch jedem leichter, sein eigenes Spiel durchzuziehen. So wie ich nach schlechteren Spielen anmahne, dass man schauen sollte, ob nicht vielleicht zu wenig gearbeitet wurde.

Frage: Wie war die Stimmung in der Kabine?

Hummels: Sachlich, aber auch glücklich, zufrieden und erleichtert. Man hat in den anderen Spielen ja gesehen, was alles passieren kann.

Frage: Wart ihr selbst überrascht, wie gut ihr die hoch gelobte portugiesische Offensive im Griff hattet?

Hummels: Das ist immer eine Sache des Mannschaftsgefüges. Wenn alle elf verteidigen, wird es für jede Mannschaft auf der Welt schwer durchzukommen. Das hat auch nichts mit der Viererkette zu tun, die auch oft kritisiert wird, sondern mit der ganzen Mannschaft. Wir wollen dem Gegner nichts schenken, aber trotzdem fair bleiben. In der Defensive ist es notwendig, gegen solch starke Gegner resolut zu arbeiten. Wir haben alle ein Ziel und wollen das Ding gewinnen.

Frage: Bis auf ein, zwei Szenen hattet ihr auch Cristiano Ronaldo gut im Griff. Was war euer Rezept?

Hummels: Das Ziel war, dass er keine Bälle in den gefährlichen Räumen bekommt, sondern sie sich in der eigenen Hälfte abholen muss. Für uns hieß es: Sobald er in unserer Hälfte ist, darf er sich nicht drehen, darf er nicht Richtung Tor gehen. Das ist uns gut gelungen.

Frage: Bis auf die ersten Angriffe der Portugiesen.

Hummels: Die ersten Minuten hatten wir ein paar Probleme, da waren wir noch nicht ganz drin im Spiel. Da hätte es auch in unserem Kasten klingeln können. Nach dem 2:0 und dem Platzverweis war klar, dass das eigentlich nur noch für uns ausgehen kann, wenn wir uns nicht allzu doof anstellen. Und dann haben wir auch das gespielt, was wir spielen müssen. Kompakt stehen und daraus Schnellangriffe starten. Das ist, was wir uns vorgenommen haben für die WM.

Frage: Nicht ganz optimal war auch die Chancenverwertung.

Hummels: Die war auch okay. Man kann nicht aus acht Chancen sechs Tore machen, das ist unnormal. Vier Tore aus den Chancen sind okay.

Seite 1: "Fühlt sich nicht so an, als müsste ich die WM beenden"

Seite 2: "Ich war selten so nervös "

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