Fussball

Champions League - Coronavirus: Geisterspiel! PSG gegen BVB vor leeren Rängen

SID

Geisterspiel im Prinzenpark: Das Achtelfinal-Rückspiel von Borussia Dortmund bei Paris St. Germain in der Champions League wird aufgrund des Coronavirus am Mittwoch ohne Zuschauer ausgetragen.

Leere Ränge, gespenstische Stille, keinerlei Champions-League-Atmosphäre - und das im Herzen der Weltstadt Paris: Ein Geisterspiel im Prinzenpark wird für Borussia Dortmund über den so wichtigen Einzug ins Viertelfinale entscheiden. Aus Sorge vor der weiteren unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus hat die Polizeipräfektur angeordnet, im Stadion von Paris St. Germain am Mittwoch für Fans die Tore zu schließen. Mit Ausnahme weniger TV-Rechteinhaber, die die Partie übertragen, werden zudem keine Medienvertreter zugelassen.

Die Entscheidung sei "in Anwendung der vom Gesundheitsministerium am Sonntag beschlossenen Maßnahmen" getroffen worden. Die französische Regierung hatte ab sofort und landesweit Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern untersagt. Der Prinzenpark, nahe der Seine gelegen und nur wenige Minuten vom Eiffelturm entfernt, war ausverkauft - nun wird bei der TV-Übertragung (21.00 Uhr) jede Trainer-Anweisung, jeder Spieler-Zuruf durch das leere Rund hallen.

Mehrere Tausend Dortmunder hatten sich Karten besorgt, Flüge und Züge gebucht, Zimmer reserviert. Der BVB erstattet den Ticketpreis, dennoch bleiben viele Fans auf erheblichen Kosten sitzen. Der Klub hatte einen Zuschauer-Ausschluss schon befürchtet: "Wir waren auf diesen Fall und die daraus resultierenden Konsequenzen vorbereitet und werden die Öffentlichkeit direkt informieren, sobald wir verbindliche Antworten auf die derzeit - verständlicherweise - kursierenden Fragen geben können", teilte der BVB mit.

Die Mannschaft bemüht sich um eine geordnete Vorbereitung und Anreise. Die UEFA hat angeordnet, auch die sonst üblichen Kontakte zwischen Spielern und Journalisten zu vermeiden. Die sogenannte "Mixed Zone" nach dem Spiel wird entfallen, ebenso die obligatorischen Pressekonferenzen am Tag vor dem Spiel und im Anschluss an die Partie. Die Profis werden vor dem Abflug am Dienstag am Dortmunder Flughafen nicht für Interviews oder Autogramme zur Verfügung stehen. Für 12.30 Uhr ist die Landung auf dem Pariser Kleinflughafen Le Bourget geplant.

Angesichts der Gefahren des Virus gilt: Safety first! "Die Verantwortlichen des BVB machen sich gegenwärtig mit der notwendigen Ernsthaftigkeit ein Bild der Situation rund um die Eindämmungsmaßnahmen und holen die aktuellen Einschätzungen von Politik, Behörden, Verbänden und weiteren Institutionen ein", hieß es.

Auch das Revierderby gegen Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wird wohl betroffen sein: Die Woche der Wahrheit wäre für den BVB eine Woche der Geisterspiele.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat ebenfalls empfohlen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen oder zu verschieben. Die Dortmunder rechnen in Sachen Derby "spätestens am Dienstag" mit einer Entscheidung der zuständigen Behörden: "Dieser können und wollen wir aktuell nicht vorgreifen." NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich "ganz klar entschieden, dass wir die Empfehlung umsetzen". Ein "normales" Derby wäre angesichts dieser Aussage kaum noch zu vermitteln.

Die Entscheidung für das Spiel in Paris (Hinspiel: 2:1 für Dortmund) zumindest steht. PSG, Klub des Dortmunder Ex-Trainers Thomas Tuchel, teilte am Montag mit, der Verein sei darauf vorbereitet, "das Spiel unter den bestmöglichen Bedingungen" auszutragen. Kartenbesitzer sollen später über eine mögliche Entschädigung informiert werden.

In Frankreich sind bereits 19 Menschen infolge einer Coronavirus-Infektion gestorben. 1126 Fälle von Ansteckung sind den Behörden bekannt.

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