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Fussball

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im Interview: "Wir müssen sogar noch mehr Reibung im Team haben"

Von Alexander Schlüter
Hans-Joachim Watzke ist Geschäftsführer von Borussia Dortmund.

Haben Sie die sportliche Entwicklung nach den guten Sommertransfers kommen sehen?

Watzke: Wir hatten das Gefühl, dass unsere Transfers sehr durchdacht waren. Das Problem ist meiner Meinung nach, dass der eine oder andere Spieler das Niveau der Vorsaison nicht halten konnte.

Wieso haben Sie sich so sehr um Erling Haaland bemüht?

Watzke: Wir wollten immer einen Mittelstürmer haben, der eine etwas andere Art hat, Fußball zu spielen. Es ging nicht um einen zweiten Stürmer, sondern um einen großen, körperlich starken klassischen Neuner. Dieser Typ musste aber auch erstmal auf den Markt kommen. Es gibt nicht viele, die 1,94 Meter groß und so schnell sind. Eigentlich fällt mir da sonst niemand ein. Es war jetzt einfach eine Chance, die man nicht so oft bekommt.

BVB-Boss Watzke über Erling Haaland und Paco Alcacer

Erinnern Sie sich an die erste Begegnung mit Haaland?

Watzke: Ich habe seinen Weg schon etwas länger verfolgt. Das erst Mal getroffen habe ich ihn im Dezember. Ich glaube, dass wir beide schnell das Gefühl hatten, dass es etwas werden kann. Er ist noch sehr jung, hat aber einen riesige Willen. Er bringt die körperlichen Attribute mit und ist extrem fokussiert. Das tut uns sicherlich gut. Grundsätzlich sind skandinavische Spieler sehr motiviert, sehr erfolgshungrig und sehr anständige Jungs. Erling verkörpert das alles. Er ist charakterlich einwandfrei und hat einen unbändigen Willen. Auch im Training! Das ist eine gute Geschichte.

Können Sie bei Verpflichtungen von umworbenen Spielern mit dem Stadion punkten?

Watzke: Ja, das war ein Argument, weil jeder in Europa von unserem Stadion und der Atmosphäre spricht. Wichtiger war aber, dass er die große Chance gesehen hat, bei uns eine wichtige Rolle zu spielen. Zudem hat er in unserem Team viele Spieler gesehen, die ihn in Szene setzen können. Schauen Sie sich mal die Bilder an, wie er am Freitagabend ins Stadion kam und die Choreo der Fans gesehen hat. Staunend. Ungläubig. Mit großen Augen.

Sie haben im November gesagt: "Wir haben einen Fehler gemacht. Wir hätten eine zweite Nummer neun verpflichten müssen." Nun haben Sie Haaland geholt, aber Paco Alcacer verkauft - und dieselbe Situation. Warum haben Sie Paco nicht wenigstens bis zum Sommer gehalten?

Watzke: Wie oben schon geschildert: Es ging nicht um einen zweiten Stürmer, sondern um einen anderen Stürmer-Entwurf. Die Rolle von Paco können bei uns auch andere Spieler übernehmen. Aber einen Typen wie Erling hatten wir vorher nicht. Die Entscheidung, Paco abzugeben, war einfach. Ein Mittelstürmer, der nicht spielt, ist schnell unzufrieden. Sein großes Ziel ist die Europameisterschaft 2020, und die hätte er bei einem Verbleib wohl verpasst. Die wirtschaftliche Komponente war beim Verkauf von Paco nicht entscheidend. Das Geld hätten wir auch im Sommer bekommen.

BVB-Wiedersehen mit Thomas Tuchel wird keine Rolle spielen"

In der Champions League kommt es zum Wiedersehen mit Ex-BVB-Coach Thomas Tuchel. Wird das sehr emotional?

Watzke: Nein, das wird keine Rolle spielen. Paris hat eine außergewöhnliche Mannschaft mit einem außergewöhnlichen Trainer. Was Thomas Tuchel in der Offensive für Möglichkeiten hat - so etwas gibt es vielleicht kein zweites Mal im europäischen Fußball. Das ist schon der Wahnsinn. Gleichzeitig ist in Paris Druck auf dem Kessel. PSG und die Investoren aus Katar wollen mehr als das Achtelfinale erreichen. Wenn wir zwei gute Tage erwischen, haben wir eine Chance, Paris auszuschalten. PSG ist aber sicherlich favorisiert.

Freuen Sie sich auf das Wiedersehen mit Tuchel?

Watzke: Wir haben zwei Jahre gut zusammengearbeitet, und zum Schluss wurde es etwas zäh. Aber das ist drei Jahre her. Er ist ein großartiger Trainer, und wenn ich ihn sehe, werde ich ihn sicherlich begrüßen und ich denke, dass er das auch tun wird.

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