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Fussball

Messi lässt nicht nur Gomez staunen

SID
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© Getty

Stuttgart - Wenn Fußball-Wunder Lionel Messi sein Können zeigt, muss sich auch Mario Gomez die Augen reiben. "Der Junge hat Sachen drauf, bei denen ich nur staunen kann", gab der derzeit verletzte Angreifer und Nationalspieler des VfB Stuttgart zu.

Und nicht nur Gomez traut dem gerade mal 20 Jahre alten argentinischen Superstar des Champions-League-Gegners FC Barcelona so einiges zu: "Er kann einer der Größten werden, die dieses Spiel je gesehen hat." Auch bei der begehrten Auszeichnung "Weltfußballer des Jahres" steht der Argentinier am 17. Dezember zur Wahl.

Für seinen Nationalmannschafts- und Vereinskollegen Javier Saviola ist Messi bereits der beste Spieler der Welt. "Nein, nicht doch", antwortet der Südamerikaner dann. "Der beste Spieler der Welt bin ich nicht", sagt er bescheiden. Nicht ohne gleichzeitig auf seinen Teamkameraden Ronaldinho zu verweisen.

Parallelen zu Maradona 

Doch Messi stiehlt seinem brasilianischen Kumpel immer öfter die Schau. So wie mit dem "Jahrtausend-Tor" des Jahrhundert-Talents. Geschehen im April vor heimischer Kulisse gegen den FC Getafe. Messi schnappt sich den Ball etwa an der Mittellinie. Er umkurvt vier gegnerische Feldspieler mit wundersamer Leichtigkeit und überwindet auch Getafes Goalie. "Davon zehre ich noch immer, denn so etwas vergisst man sein ganzes Leben nicht mehr", sagt Messi.

Es war auch das Tor, mit dem ihm so etwas die endgültige Legitimation als Maradona-Nachfolger gelang - das argentinische Idol hatte im WM-Viertelfinale 1986 gegen England mit einem nahezu identischen Treffer das "offizielle" Tor des Jahrhunderts erzielt. Im selben Spiel hatte Diego Armando Maradona auch den Treffer mit der "Hand Gottes" markiert.

Im Stadtderby gegen Espanyol im Juni dieses Jahres traf auch Messi, dessen Schuhe bisweilen die Inschrift "el mano de dios" (Hand Gottes) tragen, ebenfalls mit der Hand. "Er ist mir sehr ähnlich", hatte Maradona schon lange vorher gesagt.

"Messi ist ein stiller Anführer" 

Doch spätestens nach dem Schlusspfiff wird der Unterschied zwischen dem einstigen und dem neuen Fußball-Messias deutlich. Maradona liebt die Kameras, der neue Hauptdarsteller wirkt immer so, als sei er froh, ihnen zu entkommen. Messi, der wegen seiner Wachstumsstörungen in der Kindheit La Pulga (der Floh) genannt wird, redet meist leise. Er ist zurückhaltend, alles andere als ein Selbstdarsteller. "Er war ein stiller Anführer, der niemals die Stimme erhob", erinnert sich auch einer seiner ehemaligen Jugendtrainer beim FC Barcelona.

Für den katalanischen Club spielt Messi seit nunmehr rund sieben Jahren, sein Kontrakt gilt bis 2014 - angeblich soll es eine Ausstiegsklausel für 150 Millionen Euro geben. Nachdem die Familie von Argentinien nach Spanien ausgewandert war, engagierte der FC den damals nur 140 cm großen Teenager vom Fleck weg. Zuvor hatte der aus Rosario stammende Messi bei den Newell's Old Boys gespielt.

Erster Vertrag auf Serviette fixiert

Sein neuer Klub - der erste Vertrag soll auf der Rückseite einer Serviette zu Papier gebracht worden sein - übernahm auch die monatlich knapp 1000 Dollar teure Hormonbehandlung. Mit 16 Jahren, vier Monaten und 23 Tagen absolvierte Messi das erste Spiel für die erste Mannschaft der Katalanen. Bei der U-20-WM 2005 ging Messis Stern endgültig auf: Titelgewinn, bester Spieler und bester Torschütze.

Mittlerweile gehört Messi auch zu den Leistungsträgern der A-Nationalmannschaft (28 Spiele). Beim Viertelfinal-Aus am 30. Juni gegen Deutschland war er nicht zum Einsatz gekommen. Umso mehr will Messi 2010 mithelfen, den dritten WM-Titel in der Geschichte des Landes zu holen.

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