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Fussball

1. FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund 0:1: Dank Witsel! Müder BVB ringt Mainz nieder und rückt an FCB heran

Von Maximilian Lotz

Borussia Dortmund hat dank eines mühsamen Arbeitssiegs den Rückstand auf Tabellenführer FC Bayern München weiter verkürzt. Der BVB setzte sich im Nachholspiel beim 1. FSV Mainz 05 am Mittwochabend mit 1:0 (0:0) durch rückte bis auf vier Punkte an den Rekordmeister heran.

Axel Witsel (87.) markierte in der Schlussphase nach einem Dortmunder Freistoß von Giovanni Reyna den Siegtreffer.

"Ich gehe immer auf den zweiten Pfosten, ich habe schon ähnliche Tore erzielt. Ich bin kein großer Torjäger, aber ich wollte die Saison nicht ohne Tor beenden. Ich bin sehr glücklich", sagte Matchwinner Witsel bei DAZN. Emre Can ergänzte: "Solche Siege sind besonders. Du musst als Team zusammenrücken, dich reinhauen und hinten die Null halten. Der Sieg schmeckt sehr gut."

Die Mainzer, die aufgrund von 19 Corona-Fällen im Team um eine Verlegung der ursprünglich für den 25. Spieltag angesetzten Partie gebeten hatten, kassierten die erste Heimniederlage nach acht Spielen und bleiben im Tabellenmittelfeld auf Platz zehn.

"Ich habe aus dem Spiel heraus keine Dortmunder Chance gesehen, trotzdem gewinnen sie das Spiel, das ist sehr ärgerlich", haderte der Mainzer Coach Bo Svensson und übte Kritik am Schiedsrichter: "Ich fand ein paar Entscheidungen schon ein bisschen komisch. Es waren ein paar Sachen, die auffällig sind." Genauer wollte er aber nicht darauf eingehen.

Vor dem Spiel gab es in Gedenken an den verstorbenen DFB-Ehrenpräsidenten Egidius Braun eine Schweigeminute. Zudem setzten beide Teams mit einem großen Banner ein Zeichen für Frieden in der Ukraine.

FSV Mainz 05 - BVB: Die Analyse

BVB-Coach Rose vertraute der gleichen Elf, die am Sonntag gegen Arminia Bielefeld (1:0) aufgelaufen war. Haaland saß dabei zunächst nur auf der Bank, auf der wegen der angespannten Personallage (Hummels und Reus fehlten weiterhin) einige Plätze leer bleiben. Nur sieben Ersatzspieler standen Rose zur Verfügung.

Die Dortmunder versuchten zunächst in ihrer 4-2-3-1-Grundordnung, die Spielkontrolle zu erlangen. Trotz der Dominanz und 66,5 Prozent Ballbesitz in der Anfangsviertelstunde blieben gefährliche Torszenen aus. Die Mainzer setzten auf schnelles Umschaltspiel, pressten situativ und wollten die Dortmunder im Aufbau so zu Fehlern zwingen. Aushilfs-Abwehrchef Can klärte dreimal in höchster Not (3., 16., 27.).

Den Dortmundern mangelte es im Offensivspiel an Tempo, Mainz stellte die Räume zu und den Gästen gelang es nicht, Lücken zu reißen. Abgesehen von einem harmlosen Hazard-Abschluss (22.) war Zentner im ersten Durchgang nahezu beschäftigungslos. Die größte Mainzer Chance vor der Pause vergab Stach, der per Freistoß nur knapp den Kasten verfehlte (45.).

Personell unverändert starteten beide Teams in den zweiten Durchgang, Dortmund agierte etwas energischer, doch das Spiel nach vorne blieb ideenlos. Mainz sorgte durch Stach (51.) für mehr Torgefahr. Nach Haalands Einwechslung für Wolf (57.) rückte Malen auf den Flügel. Doch Mainz blieb zunächst das gefährlichere Team.

Auf Dortmunder Seite verzog Malen aus vielversprechender Position (66.). Der BVB erhöhte den Druck, Haaland prüfte Zentner (68.). Mit Brandt und Reyna brachte Rose weitere Offensivkräfte gegen die nun müder werdenden Hausherren. Dann gelang Witsel der Lucky Punch: Er traf in der Schlussphase nach einem Dortmunder Freistoß.

FSV Mainz 05 - BVB: Die Aufstellungen

  • Mainz: Zentner - Tauer (77. Brosinski), Bell, Niakhate - Widmer, Stach (71. Papela), Stöger, Lucoqui - Burkardt, Ingvartsen (71. Boetius) - Onisiwo
  • Dortmund: Kobel - Passlack, Can, Pongracic, Schulz - Witsel, Dahoud (69. Reyna) - Wolf (57. Haaland), Hazard, Bellingham - Malen (69. Brandt)

FSV Mainz 05 - BVB: Die Daten des Spiels

  • Tor: Witsel (87.)

FSV Mainz 05 - BVB: Die Stimmen

Bo Svensson (Trainer FSV Mainz 05): "Es war eher ein Unentschieden. Unter den Umständen hat es meine Mannschaft echt gut gemacht. Wir haben sehr wenig zugelassen, haben es aber verpasst, ein paar Situationen besser auszuspielen. Im Großen und Ganzen kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie haben alles auf dem Platz gelassen. Ich bin stolz auf mein Team, aber verärgert, dass es nicht zu einem Punkt gereicht hat."

Marco Rose (Trainer Borussia Dortmund): "Es war das erwartet schwere Spiel. Insgesamt ein Kampfspiel, in das wir erst nicht reingekommen sind. Wir hatten nicht viele Tormöglichkeiten, aber haben auch nicht so viele Chancen zugelassen. Wir sind natürlich der glückliche Gewinner. Ein 0:0 wäre in Ordnung gewesen. Ich bin schon sehr froh, dass wir in Mainz bestanden haben. Ich muss der Mannschaft ein riesiges Kompliment machen."

Der Star des Spiels: Axel Witsel

Mit seinem ersten Saisontreffer wurde der Belgier doch noch spät zum Dortmunder Matchwinner. Als Abräumer vor der Abwehr lieferte der Aushilfskapitän zuvor eine solide Partie ab.

Der Flop des Spiels: Marius Wolf

Gegen Bielefeld noch der Matchwinner, blieb Wolf in seinen 57 Minuten komplett blass. Fiel ansonsten nur bei einer Rudelbildung vor der Pause auf. Immerhin sorgte er für ein kurioses Highlight, als er sich im gegnerischen Strafraum in Onisiwos Schnürsenkeln verhakte.

Der Schiedsrichter: Sascha Stegemann

Der 37-Jährige gewährte den Spielern zunächst eine lange Leine, da sich beide Teams in Zweikämpfen aufrieben wurde die Partie zunehmend hitziger. Stegemann zückte mehrmals berechtigt Gelb. Ließ bei einem Rempler Passlacks an Burkhardt im Sechzehner korrekterweise weiterlaufen. Der Schubser von Can im Strafraum gegen Onisiwo (62.) war grenzwertig, aber passend zu seiner Linie blieb auch hier die Pfeife stumm.

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