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Heimstarke Hertha bezwingt auch Dortmund

Dortmund brachte in der ersten Halbzeit keinen Torschuss auf den Berliner Kasten

Hertha BSC bleibt zu Hause eine Macht! Die Berliner gewannen am 24. Spieltag der Bundesliga gegen Borussia Dortmund und damit das zehnte von zwölf Heimspielen in dieser Saison. Nach zuvor vier Pflichtspielsiegen in Serie verliert der BVB damit wieder.

Vor 74.667 Zuschauern im Olympiastadion gingen die Hausherren früh durch das sechste Saisontor von Salomon Kalou in Führung (11.).

Nach 55 Minuten glich Pierre-Emerick Aubameyang für den BVB aus. Es war der 22. Saisontreffer des Gabuners. In den letzten vier Pflichtspielen traf Aubameyang damit acht Mal - in den vier Pflichtspielen davor war er leer ausgegangen.

Marvin Plattenhardt traf rund 20 Minuten vor dem Ende mit einem schönen direkten Freistoß. Es war Plattenhardts siebtes Bundesligator - alle sieben erzielte er per direktem Freistoß.

Bei Dortmund sah Ousmane Dembele die 5. Gelbe Karte in dieser Saison und fehlt damit am Freitag gegen Ingolstadt.

Berlin gewann damit nach zuvor sechs sieglosen Pflichtspielen mal wieder gegen den BVB, für Trainer Pal Dardai war es der erste Sieg gegen Dortmund.

Der BVB konnte in dieser Saison noch keine zwei Bundesligaauswärtsspiele in Serie gewinnen. Und: Von den letzten neun Pflichtspielen auf fremdem Platz gewann die Borussia nur zwei (vier Remis, vier Niederlagen).

Die Reaktionen:

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft. Nach vier Minuten haben wir so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten. Wir haben den Gegner dorthin gelenkt, wo er uns nicht wehtun kann. Eigentlich kommt zum Schluss immer so ein Chaos-Moment, aber wir haben es gut verteidigt."

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund): "Das Ergebnis ist sehr ärgerlich, die Leistung fand ich absolut okay. Wir hatten phasenweise gute Szenen, Mentalität, Einstellung und Wille waren okay. Aber uns fehlten Effektivität und Präzision."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Die Startelf der Hertha ist dieselbe wie zuletzt beim 0:1 in Hamburg. Zum vierten Mal in Serie läuft bei den Berlinern dieselbe Startelf auf. An den ersten 21 Spieltagen hatte Dardai immer mindestens eine Änderung in der Anfangsformation zwischen 2 Bundesligaspielen vorgenommen.

Im Vergleich zum letzten Bundesligaspiel des BVB (6:2 gegen Leverkusen) nimmt Tuchel vier Änderungen vor: Ginter, Kagawa, Schmelzer und Schürrle spielen für Dembele, Piszczek, Reus und Sokratis. Kagawa steht erstmals in der Rückrunde in der Startelf. Diese Dortmunder Startelf gab es zuvor noch nie.

2.: Schürrle wird links im Strafraum von Kagawa freigespielt und steht frei vor Jarstein. Sein Schlenzer Richtung langes Eck geht aber deutlich über den Kasten. Da wäre mehr drin gewesen!

4.: Castro findet mit einer Ecke von rechts Ginter. Dessen Kopfball fliegt allerdings zentral über den Kasten.

11., 1:0, Kalou: Ginter verliert den Ball leichtfertig in der eigenen Hälfte an Ibisevic. Der dringt halbrechts in den Strafraum ein, spielt den Querpass auf Kalou, der links am Fünfmeterraumeck nur noch den Fuß hinhält und trifft.

15.: Berliner Konter über halblinks. Kalou hält aus 17 Metern dann drauf. Bürki macht sich lang und kratzt die Kugel mit den Fingerspitzen aus dem rechten Torwinkel.

16.: Bei der anschließenden Ecke lässt Bürki den Ball fallen, so dass Kalou zum Abschluss kommt. Der Ball kullert durch Castros Beine, dann klärt Guerreiro auf der Linie.

29.: Über Castro und Kagawa kommt der Ball nach rechts zum freien Durm. Der muss nur noch in die Mitte zu Aubameyang passen, doch die flache Hereingabe ist viel zu unpräzise.

45.: Hertha flankt von der linken Seite scharf in die Mitte zu Kalou. Der schlittert aus kurzer Distanz nur knapp mit dem Kopf an der Hereingabe vorbei.

46.: Schürrle flankt von halblinks aufs lange Eck zu Durm. Dessen Hereingabe verpasst Aubameyang am linken Pfosten nur um Zentimeter.

49.: Darida schickt Haraguchi auf dem rechten Flügel. Der legt zurück zu Kalou. Dieser lässt für den heranstürmenden Skjelbred durch. Der Norweger versucht es aus 13 Metern mit dem rechten Außenrist, setzt die Kugel aber einen Meter rechts am Tor vorbei.

55., 1:1, Aubameyang: Ein toller Spielzug, der von Aubameyang ausgeht und über die Stationen Guerreiro und Kagawa beim Top-Torschützen der Liga endet. Links im Strafraum trifft der Gabuner aus spitzem Winkel mit links ins Tor.

58.: Großchance BVB! Hertha zu weit aufgerückt, Schürrle mit dem guten Pass in Castros Lauf. Brooks schüttelt er ab, allein vor Jarstein schließt er aber viel zu früh ab und bekommt keinen Druck auf den Ball - flach links vorbei.

69.: Castro legt den Ball unter Bedrängnis im letzten Moment für Aubameyang ab. Mit dem schwächeren linken zirkelt der Gabuner die Kugel knapp am linken Pfosten vorbei.

71., 2:1, Plattenhardt: Freistoß für Hertha aus 17 Metern zentraler Position. Plattenhardt haut die Kugel mit links in den oberen rechten Winkel. Traumtor!

Fazit: Hertha verdiente sich nach einem guten Start die Führung, Dortmund zunächst schwach. Nach der Pause schnupperte der BVB am Führungstor, auch die Berliner blieben gefährlich. Die effektivere Mannschaft geht als Sieger vom Platz.

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Der Star des Spiels: Salomon Kalou. Gefährlichster Herthaner, drehte besonders im ersten Abschnitt stark auf und traf zur Berliner Führung. Insgesamt mit fünf Torschüssen und kombinationssicher. Dazu sehr durchsetzungsstark, gewann beinahe 70 Prozent seiner direkten Duelle.

Der Flop des Spiels: Matthias Ginter. War Dortmunds zentraler Mann in der Dreierkette - und dort unterlief ihm der böse Ballverlust vor dem 0:1. Ließ sich auch in der Folge zu leicht von Ibisevic bei dessen Querpass zu Torschütze Kalou abschütteln. Beging dazu das Foul, das zum Freistoß vor dem 1:2 führte.

Der Schiedsrichter: Robert Hartmann. Machte keine großen Fehler in einer leicht zu leitenden Partie. Korrekt, beim Duell zwischen Bartra und Kalou im Dortmunder Strafraum nicht auf Elfmeter zu entscheiden (19.).

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Das fiel auf:

  • Dortmund rotierte personell, am System veränderte Tuchel aber nichts. Im 3-4-1-2 bildeten Schmelzer, Ginter und Bartra die Dreierkette, Kagawa agierte als Zehner, Schürrle spielte um Aubameyang herum.
  • Die Partie war in den ersten 45 Minuten sehr temporeich und mit vielen aussichtsreichen Szenen zwischen den beiden Strafräumen. Hertha verteidigte den BVB über das gesamte Feld sehr mannorientiert und auch in der Breite gut gestaffelt in einem 4-4-2, dazu stand die Viererkette hoch. So bekam man bei Dortmunder Kontergelegenheiten immer rechtzeitig genügend Mann hinter den Ball.
  • Die Borussia dagegen hatte immer wieder Schwierigkeiten, die Berliner Konter frühzeitig zu unterbinden. Tuchel postierte die Abwehrreihe relativ tief. Hertha zudem mit einigen langen Bällen ins Angriffsdrittel, die von Ibisevic oder gerade Kalou gut festgemacht wurden. Auch bei Standards hatten die Hausherren die Lufthoheit.
  • Dortmunds Ballbesitz dagegen wenig strukturiert. Weigl wurde von den gut anlaufenden Ibisevic und Kalou effektiv zugestellt. Kagawa und mit Abstrichen Castro waren es, die den Ball Richtung Angriff brachten. Allerdings standen die Borussen teils zu weit auseinander, Schürrle und Aubameyang waren zu selten sinnvoll anspielbar. Hinzu kamen unpräzise letzte Pässe. Das Resultat: Der BVB ohne Torschuss in Halbzeit eins.
  • Die Gäste nach der Pause deutlich druckvoller. Schürrle hielt nun konsequent den Flügel, zudem stellte Tuchel Guerreiro ins Zentrum. Das erhöhte die Ballzirkulation des BVB immens, man fand immer häufiger die Räume zwischen Herthas Ketten. Allerdings ging Dortmund mit den Torchancen zu fahrlässig um.
  • Anders dagegen Dardais Elf, die ihrer Kontertaktik treu blieb und eine der wenigen Torchancen im zweiten Abschnitt verwertete. Defensiv verteidigte die Hertha weiter vielbeinig und hielt Dortmunds Schlussoffensive stand.

Hertha - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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