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Fussball

Klose: Erst Chancentod, dann Matchwinner

Von Thomas Gaber / Florian Bogner
Ze Roberto (rechts) erzielte den 1:1-Ausgleich für Bayern gegen Dortmund
© Getty

Der FC Bayern München ist durch einen 3:1 (1:1)-Sieg gegen Borussia Dortmund am 19. Spieltag der Bundesliga auf den zweiten Tabellenplatz zurückgekehrt und liegt nur noch einen Punkt hinter Spitzenreiter TSG 1899 Hoffenheim.
 

Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Arena erzielten Ze Roberto (24.) und Miroslav Klose (87./90.) die Tore für die Mannschaft von Trainer Jürgen Klinsmann. Nelson Valdez hatte den BVB nach nur 81 Sekunden in Führung geschossen.

Dortmund bleibt somit auch im 17. Bundesligaspiel in Folge beim FC Bayern ohne Sieg. Für den deutschen Rekordmeister war es der 25. Heimsieg in der Bundesliga gegen Schwarz-Gelb.

Klinsmann: "Ich bin völlig zufrieden"

"Wir haben von Anfang an versucht, Druck zu machen. Nach dem unglücklichen Fehler von Demichelis wurde die Mannschaft kurz zurückgeworfen, hat sich danach aber zahlreiche Chancen erarbeitet und hat sie dann, wenn auch spät, genutzt. Ich bin völlig zufrieden", sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann.

Sein Gegenüber Jürgen Klopp meinte: "Ich ärgere mich sehr. Ich sehe es nicht für zwingend notwendig an, dass wir hier verlieren. Was nicht heißt, dass die Bayern unverdient gewonnen haben. Aber wir hätten sehr gerne einen Punkt mitgenommen."

Der FC Bayern rückte dadurch in der Tabelle auf Platz zwei vor - Dortmund rutschte auf Platz neun ab.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Die Bayern mit der Elf, die 0:1 in Hamburg verlor. Beim BVB ist der zuletzt gesperrte Hajnal zurück, zudem beginnt Valdez im Sturm. Sahin und Zidan dafür auf der Bank.

2., 0:1, Valdez: Paukenschlag nach 81 Sekunden! Hajnal spielt den Ball in die Tiefe. Demichelis setzt sich auf den Hosenboden, Valdez ist durch und schlenzt den Ball überlegt in den linken Winkel. Rensing ohne Chance.

17.: Ribery flankt von links. Am Elfmeterpunkt schraubt sich Klose hoch. Weidenfeller greift über und dreht das Leder noch um den rechten Pfosten.

21.: Wieder Klose. Der Nationalstürmer narrt mit einer schnellen Körperdrehung zwei Verteidiger und ist durch. Weidenfeller rettet mit einem sensationellen Reflex.

24., 1:1, Ze Roberto: Chaos im Dortmunder Strafraum. Vier Borussen bekommen den Ball nicht weg. Ribery zieht vom linken Sechzehnereck ab. Weidenfeller lässt nach vorne prallen, Ze Roberto staubt ab.

26.: Lell tankt sich über rechts durch und legt quer. Santana geht dazwischen und macht fast ein Eigentor. Toni bekommt die zweite Chance, köpft aber aus spitzem Winkel drüber.

28.: Klose läuft nach einem Steilpass allen davon, scheitert aber erneut an Weidenfeller.

45.: Weidenfeller hält seine Mannschaft im Spiel. Toni leitet toll auf Ze Roberto weiter. Der Brasilianer scheitert aus kurzer Distanz am BVB-Schlussmann.

51.: Sahin lässt von der Strafraumgrenze einen Hammer los. Rensing ist hellwach und pariert mit einer schönen Flugeinlage.

63.: Hajnal flankt von rechts maßgenau auf den Kopf von Kringe. Der Kapitän ist völlig frei, köpft aber aus fünf Metern knapp daneben.

64.: Auf der anderen Seite probiert es Ribery von der Strafraumgrenze. Weidenfeller lässt wieder nach vorne abprallen, aber Subotic ist einen Tick schneller als Klose und klärt.

80.: Das muss es sein. Ribery schließt einen Turbolauf an der Strafraumgrenze mit tollem Pass auf Klose ab. Der Stürmer schiebt den Ball aus fünf Metern genau auf Weidenfeller, Altintop drischt den Nachschuss drüber.

87., 2:1, Klose: Also doch noch! Van Bommel chippt den Ball in den Strafraum. Santana legt Klose den Ball unfreiwillig mit dem Kopf in den Lauf. Der Bayern-Stürmer tunnelt Weidenfeller zum 2:1.

90.+1, 3:1, Klose: Deckel drauf. Ze Roberto links in den Lauf von Ribery. Der legt am Fünfer quer. Klose muss nur noch einschieben. Sein achtes Saisontor.

So lief das Spiel: Die Bayern erholten sich schnell von dem Schock des frühen Rückstandes und erspielten sich in der Folge eine Vielzahl von Torchancen. Van Bommel verteilte die Bälle mit klugen Diagonalpässen im Mittelfeld, die linke Paradeseite der Bayern mit Ribery und Lahm stellte Owomoyela und Boateng vor große Probleme. Der BVB konnte sich kaum vom Druck befreien. Keeper Weidenfeller zeigte mehrere starke Paraden, ehe er vor dem Ausgleich durch Ze Roberto einen Ribery-Schuss nicht festhalten konnte (24.). Nach 30 Minuten nahmen sich die Münchner eine Auszeit, Dortmund gestaltete die Partie bis zur Pause ausgeglichen.

Der BVB erwischte auch nach dem Wechsel den besseren Start. Hajnal und Lee probierten es mit Fernschüssen. Die Hausherren machten sich das Leben im Angriff durch ungenaue Zuspiele schwer und kamen erst Mitte der zweiten Halbzeit wieder zu Chancen. Dortmund verließen in der Schlussphase die Kräfte, Bayern nutzte die letzten beiden Möglichkeiten doch noch zum zweiten bzw. dritten Tor.

Der Star des Spiels: Miroslav Klose. Bewarb sich bis zur 87. Minute um die Gurke - und tat dann doch das, wofür er seine Brötchen bekommt: Tore schießen.

Zuvor war der Nationalstürmer mehrfach an Weidenfeller oder dem eigenen Unvermögen gescheitert, dann aber machte er alles richtig, als er Santanas Vorlage mustergültig verwertete. Schloss mit seinen Toren sieben und acht nun auch zu Kollege Toni (9) auf.

Die Gurke des Spiels: Luca Toni. Bayerns Stürmer ging fahrlässig mit besten Torchancen um. Ob im Eins-gegen-Eins gegen Weidenfeller, freistehend aus kurzer Torentfernung, mit dem Fuß oder in der Luft - was Toni auch versuchte, es klappte nichts. Toni musste in der 70. Minute für Landon Donovan weichen. Sturmkollege Klose machte es bis zu seinem Doppelschlag nicht besser.

Die Lehren des Spiels: Beinahe wäre der Fehlstart des FC Bayern München in die Bundesliga-Rückrunde perfekt gewesen. Der Grund dafür ist so einfach wie ärgerlich: Die miese Ausbeute beim Verwerten von Torchancen.

Wie schon in Hamburg versagten die Münchner gegen Dortmund im Abschluss. Was die Bayern vor dem Dortmunder Tor versemmelten, war fast schon peinlich. Insgesamt gaben die Gastgeber 35 Torschüsse ab.

Spielerisch ist den Bayern kein Vorwurf zu machen, wenngleich die rechte Seite abermals abfiel. Allerdings lief sich Antreiber Frank Ribery öfters fest und verlor zwischenzeitlich die Lust. Der BVB blieb einmal mehr den Nachweis schuldig, dass er mit den besten Teams der Bundesliga mithalten kann.

Auch das frühe Führungstor gab Dortmund keine Sicherheit. In der ersten Halbzeit hatte die Elf von Trainer Jürgen Klopp den Bayern nichts entgegenzusetzen. Nach der Pause wurde das besser, der BVB hätte durchaus auch ein zweites Mal in Führung gehen können.

Anschließend hielt Torhüter Weidenfeller hielt Dortmund lange im Spiel, kurz vor Schluss war er gegen Klose aber machtlos.

Bayern - Dortmund: Daten & Fakten

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