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Fussball

Sadio Mane zum FC Bayern? Ex-Mitspieler Maierhofer: "Ein ängstlicher, schüchterner, junger Mann"

Von Tim Ursinus
ROBERT LEWANDOWSKI: Der Toptorjäger hat noch Vertrag bis 2023, wird aber nicht verlängern. Im Gegenteil: Er will im Sommer unbedingt weg aus München.

Sadio Mane vom FC Liverpool wird mit einem Wechsel zum FC Bayern München in Verbindung gebracht. Sein ehemaliger Mitspieler Stefan Maierhofer verrät im Gespräch mit SPOX und GOAL, warum der Senegalese nach seinem Wechsel zu RB Salzburg noch ein sehr zurückhaltender Typ war.

Der 39-Jährige erzählt von einer Eigenart des damals noch jungen Manes und wer dessen bester Freund in Salzburg war. Außerdem glaubt Maierhofer, dass die Bayern sich um den Flügelspieler bemühen und den wechselwilligen Robert Lewandowski dafür abgeben sollten.

Herr Maierhofer, als Sadio Mane 2012 zu RB Salzburg kam, waren Sie schon ein Jahr da. Wie verhielt er sich damals?

Stefan Maierhofer: Damals ist im Kader von Salzburg viel umgebaut worden, es sind sehr viele Spieler gekommen. Unter anderem auch Sadio Mane. Er war ein sehr ängstlicher, schüchterner, junger Mann, der nur Französisch gesprochen hat. Er ist neben mir in der Kabine gesessen. Auf dem Platz war er aber schon damals brutal. Wenn er Lust hatte, war er extrem gut. Du hast erahnen können, dass da sehr viel Potenzial drinsteckt und er eine richtige Granate werden kann. Dass er dann so eine Karriere macht und in Liverpool seit Jahren Topspieler ist, hätte ich damals aber so nicht unterschrieben.

Warum war Mane so schüchtern?

Maierhofer: Es ist nicht einfach, wenn du aus einer armen Gegend kommst. Aus Senegal ist er damals nach Frankreich in die zweite Liga und ein Jahr später in Salzburg angekommen. Dieses nicht verstehen, was die anderen sprechen und sich nicht austauschen können, war schwer für ihn. Er hatte nur mit dem Dolmetscher Kontakt. Ich glaube, das war damals sein bester Freund. Die meisten haben östereichisch-salzburgischen Dialekt gesprochen, dann waren noch ein paar Engländer dabei. Das hat er alles nicht verstanden. Als so junger Spieler ist das keine leichte Situation. Auf dem Fußballplatz sah das anders aus, da haben wir eine Sprache gesprochen. Das Zwischenmenschliche ist bei ihm erst gekommen, als er sich wohler gefühlt hat.

Maierhofer: "Mane hatte immer eine kleine Bürste bei sich"

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Mane denken?

Maierhofer: Er hatte immer eine kleine Bürste bei sich und hat sich neben mir in der Kabine die Haare gebürstet oder damit gespielt. Wie es in Afrika so üblich ist. Er hat aber immer gelacht, obwohl er uns nicht verstanden hat. Ein sehr lieber Kerl. Wir haben probiert, ihm mit Händen und Füßen zu helfen. Ich kann kein Französisch, deshalb war das nicht einfach. Das bleibt mir auf jeden Fall in Erinnerung.

Sie verließen Salzburg ein halbes Jahr nach Manes Abgang. Hat er etwas mit ihrem Wechsel zum 1. FC Köln zu tun?

Maierhofer: Nein. Mir wurde im Sommer gesagt: "Du bist 30, wir wollen in Zukunft auf junge Spieler setzen. Du kannst dir einen neuen Verein suchen." Das war leider vier Tage vor Transferschluss, deshalb habe ich es mir noch ein halbes Jahr angeschaut. Roger Schmidt (damaliger Salzburg-Trainer; Anm. d. Red.) hat gesagt, er will mich unbedingt haben. Aber im ersten Jahr war es mehr die Handschrift von Sportdirektor Ralf Rangnick als die von Schmidt. Für mich war es sehr schade und bitter, weil ich davor Meister, Pokalsieger und Torschützenkönig geworden bin. Das fand ich von Herrn Rangnick sehr schade, aber so ist der Fußball eben.

Der FC Bayern will Mane offenbar im Sommer verpflichten. Sie selbst spielten zwischen 2005 und 2007 in München. Passt er zum FCB?

Maierhofer: Wenn ein Spieler für eine solche Summe zu haben ist, ist er für die Bundesliga ein Top-Transfer. Von der Spielanlage her ist er wie ein Leroy Sane, Serge Gnabry oder Kingsley Coman. Wenn Robert Lewandowski gehen sollte und Julian Nagelsmann nur noch auf Speed setzt, wird das sehr interessant. Auch anhand seiner Erfahrungen passt er sehr gut dahin. Da können sich einige darauf gefasst machen, dass er mit seinem Speed nochmal eine ganz andere Hausnummer ist.

Lewandowski-Abschied? Maierhofer: "Ich könnte ihn ersetzen"

Sollte der FC Bayern Robert Lewandowski abgeben?

Maierhofer: Du hast Lewandowski zum Nulltarif bekommen und der will sich nach acht Jahren nochmal umorientieren. Er ist unglücklich und es braucht einen ehrlichen Austausch. Die Bayern haben keinen adäquaten Ersatz und momentan gibt es auch niemanden, der ihn eins zu eins ersetzen könnte. Außer ich natürlich, mit meinen 39 Jahren. Ich bin topfit, mit meiner Körpergröße und Technik kann ich leider nicht mithalten, aber wenn die Bälle in die Box kommen, bin ich da. (lacht) Ich würde Lewandowski für 30, 40, 50 Millionen Euro verkaufen und die Summe direkt in Mane investieren. Dann hat Bayern für die nächsten drei Jahre einen Top-Stürmer. Und wenn du Kalajdzic für 20 Millionen aus Stuttgart holen kannst, wäre das Geld auch gut angelegt.

Kann der FC Bayern also auf Lewandowski verzichten?

Maierhofer: Er war nie verletzt und hat deshalb auch immer gespielt. Du hast mit Gnabry, Sane, Coman, Musiala, Müller und vielleicht Zirkzee sowie eventuell Mane extrem viel Offensivdrang. Das kann in einem anderen System auch ohne Lewandowski funktionieren, wenn Nagelsmann ähnlich wie Jürgen Klopp in Liverpool auf mehr Speed setzen will. Der robuste, bullige Strafraumstürmer fehlt aber in Bayerns Reihen - und den brauchst du einfach in gewissen Phasen. Choupo-Moting hat zwar oft funktioniert, ist aber auch schon in die Jahre gekommen. Deshalb macht es Sinn, einen solchen Spielertypen zu holen.

Sadio Mane: Seine Statistiken beim FC Liverpool

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