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Fussball

FC Bayern - Mario Gomez kritisiert Joshua Kimmich: "Ob man sich so verhalten sollte ..."

Von Philipp Schmidt

Ex-Stürmer Mario Gomez hat am Rande des Champions-League-Spiels des FC Bayern die Entscheidung von Joshua Kimmich kritisiert, vorerst auf eine Impfung gegen das Coronavirus zu verzichten. Während dies zwar letztlich jedem selbst überlassen sei, sehe er darin eine fatale Signalwirkung für den Rest der Gesellschaft.

"Die Stadien sind wieder voll und wir können uns auch deswegen freuen, weil sich 60, 70, 80 Prozent der Menschen geimpft haben. Und davon profitiert er auch. Wenn natürlich jeder so reagieren würde wie er jetzt, dann würden wir wahrscheinlich noch ein Jahr lang ohne Zuschauer spielen. Das ist schon etwas, das man bedenken muss", sagte der 36-Jährige in seiner Rolle als Experte bei Amazon Prime Video.

Zwar sei es letztlich "komplett seine Entscheidung", allerdings schränkte Gomez ein: "Wir, die es gemacht haben, sind letztendlich auch dafür verantwortlich, dass das Leben wieder normal weitergeht. Schließlich haben wir uns alle danach gesehnt." Hiervon profitiere auch der Bayern-Star, sodass Gomez zum Urteil kommt: "Ob man sich dann so verhalten sollte wie er..."

Kimmich hatte jüngst erklärt, dass er bisher auf eine Impfung verzichtet hat und dies mit fehlenden Langzeitstudien begründet. In der Folge war eine Diskussion entbrannt und das Verhalten des Mittelfeldspielers ist sowohl verteidigt als auch kritisiert worden, unter anderem von Paul Breitner. Am Rande der Partie gegen Benfica sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic dazu nur: "Wir führen viele Gespräche. Man muss ihm die Entscheidung überlassen und ihn nicht unter Druck setzen. Das werden wir akzeptieren."

Kimmich: Rummenigge schwärmt von Bayern-Leader

Matthias Sammer, ehemals Sportvorstand beim FC Bayern und derzeit BVB-Berater, regte eine Regelung durch die Verbände an: "Es gibt Organisationsformen und die geben Richtungen vor. In der NBA gibt es Spieler, die weder am Training noch am Spiel teilnehmen dürfen. Es wäre leichter, wenn die Organisation dort Vorgaben machen würde."

Nach Informationen der Sport Bild hatte sich Bundestrainer Hansi Flick in den zurückliegenden, turbulenten Tagen telefonisch bei Kimmich nach dessen Gemütszustand erkundigt. Während ihm der Impfstatus bekannt war, habe dies nicht für alle Teamkollegen beim DFB gegolten. Er habe ihm seine vollste Unterstützung zugesichert. Erschwert werde die derzeitige Situation allerdings dadurch, dass DFB-Teamarzt Tim Meyer sich klar für eine 2G-Regelung in der Mannschaft einsetze.

Keine Diskussion gibt es hingegen über die sportliche Bedeutung des ehemaligen Stuttgarters und Leipzigers im Verein und der Nationalmannschaft. "Ich weiß nicht, ob Joshua eine Reizfgur ist. Er ist auf jeden Fall ein Spieler mit absoluten Führungsqualitäten", erklärte Ralf Rangnick, der ihn zu RB holte, der Sport Bild. Bayerns Ex-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge ergänzte. "Es gab immer Bayern-Spieler, auf die sich auf dem Platz die ganze Aufmerksamkeit gerichtet hat, wie zum Beispiel Oliver Kahn oder Lothar Matthäus. Spieler, vor denen der Gegner Angst hat. In diese Reihe passt auch Joshua Kimmich."

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