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Fussball

Nach Wirtz, Bellingham und Co.: Das sind die Bundesliga-Talente, über die (noch) keiner spricht

Von Justin Kraft
Talente, über die noch keiner spricht.

Florian Wirtz, Jude Bellingham oder auch Jamal Musiala – die Liste an Spielern, die in den letzten Jahren ihren großen Durchbruch in der Bundesliga geschafft haben, ist lang. Im Schatten dieser Spieler gibt es allerdings viele Talente, über die bisher wenig gesprochen wurde. SPOX und GOAL blicken auf neun hochkarätige Namen, die man sich für die kommenden Monate und Jahre merken sollte.

Arijon Ibrahimovic (FC Bayern München)

  • Alter: 16 Jahre
  • Position: Offensives Mittelfeld
  • Profi-Pflichtspiele: 0

Ganz so unbekannt ist der gebürtige Nürnberger allein schon wegen seines Nachnamens nicht mehr. Dennoch wird verhältnismäßig wenig über ihn geschrieben und gesprochen, obwohl er großes Talent mitbringt. Deshalb trainiert er auch regelmäßig bei den Profis mit. Dass er in den Schatten von Paul Wanner geriet, dürfte für seine Entwicklung aber nicht so verkehrt sein.

Denn gerade die ständigen Vergleiche mit Namensvetter Zlatan werden seinem Spielerprofil nicht gerecht und könnten auch dazu führen, dass der Druck irgendwann zu groß wird. Für Bayerns U19 war der 16-Jährige in dieser Saison an zwölf Treffern in 15 Partien direkt beteiligt. Er ist schnell, dribbelstark und bringt Zug zum Tor mit. Er "ist ein sehr guter Offensivspieler, der seine Qualitäten im offensiven Eins-gegen-eins hat, der gut dribbeln kann", befand Nagelsmann Anfang des Jahres, als Ibrahimovic gegen Gladbach im Profikader stand.

Gerade weil er ein Spieler ist, der immer wieder die Tiefe sucht, dürfte er mittelfristig für viele Bundesligisten interessant werden. Er kann außen auf beiden Flügelpositionen spielen, fühlt sich aber auch auf der Zehn wohl, was ihn ebenfalls auf den Zettel einiger Klubs bringen dürfte.

Das Wichtigste ist aber, dass er für einen derart jungen Spieler schon sehr reif in seinen Aktionen wirkt. Technisch gibt es auch in dieser Altersklasse viele, die auf einem ähnlichen Niveau agieren wie Ibrahimovic. Der Unterschied liegt häufig aber in der Zuverlässigkeit, wenn es darum geht, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Auf dem Platz macht der 16-Jährige das regelmäßig.

Ob das auch neben dem Platz der Fall ist, wird maßgeblich über seinen weiteren Weg entscheiden. In der Rückrunde ist seine Entwicklung bei der U19 etwas stagniert. Außerdem kam er häufiger von der Bank - auch mal aus disziplinarischen Gründen, heißt es aus dem Umfeld.

Inwiefern der Name oder auch der wachsende Druck in den kommenden Jahren seine Karriere beeinflussen werden, muss sich zeigen. Dennoch sollte er zu den Namen zählen, die man höchstwahrscheinlich sehr bald häufiger in der Bundesliga lesen wird.

Alexis Tibidi (VfB Stuttgart)

  • Alter: 18 Jahre
  • Position: Stürmer
  • Profi-Pflichtspiele: 13

Tibidi ist Jahrgang 2003 und kommt jetzt in die heiße Phase seiner noch jungen Karriere. In 13 Pflichtspieleinsätzen durfte er sich schon bei den Profis des VfB Stuttgart beweisen, ein Tor ist ihm noch nicht geglückt. Ohnehin scheint seine Entwicklung gerade etwas zu stagnieren.

Wie bei Gechter gilt aber auch für den 18-Jährigen, dass sein Umfeld gerade nicht leicht ist. Beim VfB funktioniert nicht allzu viel und dementsprechend ist es für einen jungen Spieler eine große Herausforderung, sich zu integrieren. Zu Beginn der Saison kam der Franzose ablösefrei aus Toulouse.

Eigentlich ist er gelernter Mittelstürmer, für den VfB kam er bisher aber auf sämtlichen Offensivpositionen zum Einsatz. Wegen seines Tempos und seiner Stärken im Eins-gegen-eins ist der Rechtsfuß flexibel einsetzbar. Zunächst kam Tibidi aber bei der U19 des VfB zum Einsatz, wo er bisher in zwölf Einsätzen an elf Toren direkt beteiligt war. Das verschaffte ihm mehrere Einwechslungen bei den Profis und sogar zwei Startelfeinsätze.

Nach dieser guten Phase im Winter und einer ansprechenden Leistung nach Einwechslung in Leverkusen wurde Tibidi aber wieder degradiert. Aus disziplinarischen Gründen, wie Cheftrainer Pellegrino Matarazzo verriet. Nach Informationen des kicker sei der dreifache U17-Nationalspieler Frankreichs zu spät zum Training gekommen.

Das brachte ihm immerhin vier Spieltage Pause ein. In den letzten Wochen kam er aber wieder vermehrt zum Einsatz. Eine richtige Leistungsexplosion blieb bisher aber aus. Tibidi fällt weder auf noch ab. Das ist für junge Spieler gleichzeitig gut und auch nicht. Denn die Frage wird sein, ob er den nächsten Schritt bald gehen kann, um sich mittel- und langfristig in der Bundesliga festzubeißen.

Das ihm einst nachgesagte Potenzial für einen Top-Stürmer schlummert in ihm. Offenbar hängt aber auch vieles mit seiner Einstellung zusammen. "Er ist ein junger Spieler, der nicht bösartig, aber auch ab und zu verpeilt ist", sagte Mattarazzo zum disziplinarischen Vorfall: "Es geht darum, die Mannschaft zu schützen und den Spieler ein Stück weit so zu erziehen, dass er langfristig im Profigeschäft sein kann." Diesen Weg scheint Tibidi erst noch gehen zu müssen.

Ilaix Moriba (RB Leipzig)

  • Alter: 19 Jahre
  • Position: Zentrales Mittelfeld
  • Profi-Pflichtspiele: 38 (ein Tor, vier Assists)

Moriba kam mit derart großen Vorschusslorbeeren aus Barcelona, dass es fast schon verwunderlich ist, wie ruhig es um ihn geworden ist. Denn seine Debütsaison bei RB Leipzig verläuft alles andere als gut. Für stolze 16 Millionen Euro kam der 19-Jährige im vergangenen Sommer vom FC Barcelona. Nach der Hinrunde wurde er bereits zurück nach Spanien verliehen, zum FC Valencia.

Nur sechs Pflichtspiele absolvierte er für die Sachsen, lediglich 100 Minuten kamen dabei zusammen. Es war ein enttäuschender Start für den Mittelfeldspieler, der sich viel vorgenommen hatte. "Ich bin überzeugt, dass Leipzig der ideale nächste Schritt für meine Karriere und Weiterentwicklung ist", hatte Moriba bei seinem Wechsel nach Deutschland gesagt.

Immerhin: Beim FC Valencia läuft es besser für ihn. In 14 Pflichtspielen kam er zum Einsatz und wusste dabei mitunter zu überzeugen. Es scheint, als würde er in Spanien wieder auftauen.

Auch wenn seine Karriere einen kleinen Dämpfer bekommen hat, so ist sein Potenzial nach wie vor groß. Moriba ist ein sehr athletischer Mittelfeldspieler, der sich im Zentrum vor allem über technische Fähigkeiten und sein Stellungsspiel Vorteile verschafft. Seine Aggressivität im Pressing passt zudem gut zur Philosophie von RB Leipzig.

Dass es unter Domenico Tedesco dennoch nicht zu mehr Einsätzen gereicht hat, könnte aber auch an persönlichen Differenzen liegen. Im Winter berichtete die Bild, dass dem Trainer ein stimmiges Team wichtig sei und er mit unzufriedenen Spielern wie Moriba nichts anfangen könne. Dementsprechend sei es möglich, dass der teure Neuzugang über den Sommer hinaus verliehen bleibt.

Eine Kaufoption soll Valencia allerdings nicht haben. Dementsprechend sollte auch Moriba als großes Talent in der Bundesliga nicht ignoriert werden. Der Weg ist für ihn sicher weiter geworden, aber rein sportlich bringt er alle Anlagen mit, um bei einem Spitzenklub in Deutschland regelmäßig zu spielen. Seine weitere Entwicklung ist jedenfalls eine Beobachtung wert.

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