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Fussball

Hertha BSC - Neuzugang Sami Khedira: "Jetzt geht es ums Überleben"

SID
Sami Khedira verstärkt Hertha BSC.

Sami Khedira ist zurück in der Bundesliga. Der Rio-Weltmeister bringt bei der ambitionierten Hertha ohne Zweifel den erhofften Star-Faktor mit - aber wie groß ist sein sportlicher Wert?

Mit dem Wechsel zu Hertha BSC steckt der erfolgreiche Titelsammler Sami Khedira plötzlich im Abstiegssumpf - und doch fühlt er sich dort pudelwohl.

"Das ist keine Degradierung", sagte der Rio-Weltmeister bei seiner Vorstellung am Dienstag, "Fußball ist mehr als nur Titel. Da geht es auch darum, alles rauszuhauen, Dreck an den Beinen und Armen zu haben. Das habe ich vermisst."

Khediras Juve-Trikot blieb in den vergangenen 14 Monaten, in denen er nur im italienischen Pokal für eine halbe Stunde auflaufen durfte, blitzeblank. Diese fehlende Spielpraxis bei einem 33-Jährigen, der den Zenit seines Könnens schon vor einiger Zeit überschritten hat, wirft die Frage auf: Wie sinnvoll ist der Transfer?

"Die Zahlen sprechen natürlich nicht für mich", gab der Mittelfeldspieler zu. Ihm fehle der Spielrhythmus, aber seine Fitnesswerte seien absolut in Ordnung.

"Wenn man mit solchen Weltklassespielern wie Cristiano Ronaldo, Giorgio Chiellini und Alex Sandro trainiert, ist man stets gefordert", betonte Khedira, der bei Juventus Turin unter Trainer Andrea Pirlo nur noch mittrainieren durfte. Bei Hertha aber soll Khedira vorangehen, nicht nur als Wortführer in der Kabine, sondern möglichst bald auch als Dampfmacher im Mittelfeld.

Khedira: "Jetzt geht es ums Überleben"

"Jetzt geht es ums Überleben, wir müssen gewinnen, kämpfen, Mentalität und Leidenschaft zeigen", sagte Khedira auf der Klub-Internetseite - und dabei wolle er "mit meinen Charaktereigenschaften helfen".

Dass der mehrfache Meister mit Juventus Turin, Real Madrid und dem VfB Stuttgart auch ein persönliches Risiko eingeht, ist ihm bewusst.

"Sicherheit wird man im Fußball nirgendwo finden", sagte der 77-malige Nationalspieler, "und ich habe Herausforderungen immer geliebt." Laut Sportdirektor Arne Friedrich werde sein einstiger Nationalmannschaftskollege der Hertha "auf jeden Fall weiterhelfen".

Khedira: "Ich bin nicht der Big Boss"

Seit dem Umbruch im vergangenen Sommer klagt Hertha über Hierarchie-Probleme, die vielen jungen Profis wie Matheus Cunha können oder wollen keine Verantwortung übernehmen.

In dieser Hinsicht könnte der Transfer aufgehen - sofern Khedira auch sportlich überzeugt. "Ich bin nicht der Big Boss und erzähle allen, was gemacht werden muss", betonte der gebürtige Stuttgarter: "Ich bin ein ganz normaler Teil des Teams."

Vielleicht ja schon am Freitagabend (20.30 Uhr live auf DAZN) im Heimspiel gegen Rekordmeister Bayern München. Für Khedira würde sich ein Kreis schließen, schließlich hatte er 2006 als 19-Jähriger im Berliner Olympiastadion für den VfB Stuttgart sein Bundesliga-Debüt gegeben. Seine Gegenspieler bei Hertha hießen damals unter anderem Arne Friedrich und Pal Dardai. Er fühle sich "körperlich und mental definitiv einsatzbereit", so Khedira, aber Trainer Dardai entscheide über einen Einsatz.

Khedira: Längere Zusammenarbeit "nicht ausgeschlossen"

Für Khedira, der seinen Vertrag bis Saisonende auf dem Flughafen unterschrieb, ist eine Zusammenarbeit über den Sommer hinaus "nicht ausgeschlossen". Doch zuerst müssen die kommenden vier Monate zeigen, ob der Titelsammler Khedira nach so langer Pause tatsächlich eine Verstärkung ist.

Sportdirektor Friedrich schwärmte am Dienstag aber auch vom zweiten Winter-Zugang. Nemanja Radonjic, der von Olympique Marseille ausgeliehen ist, soll für mehr Tempo auf den Außenbahnen sorgen. "Er ist sehr schnell, geradlinig und dynamisch", sagte Friedrich, "und er ist ein kleiner Bulle, er hat auch die Robustheit für die Bundesliga."

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