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Fussball

BVB - Axel Witsel und seine Entwicklung bei Borussia Dortmund: Der Ursprungs-Witsel ist verblasst

Axel Witsel spielt seit Sommer 2018 für den BVB.

Axel Witsel avancierte unmittelbar nach seinem Wechsel zu Borussia Dortmund im Sommer 2018 zum Herzstück des BVB-Mittelfelds. An sein grandioses erstes Halbjahr konnte der Belgier aber nicht mehr anknüpfen, mittlerweile verschleppt er das Tempo teils zu oft.

Der Rahmenterminkalender lässt einem Verein im Dauer-Einsatz wie Borussia Dortmund nur ganz wenig Luft zum Atmen. Beinahe ständig im Drei-Tages-Rhythmus spielen zu müssen ist genauso eine Herausforderung wie die Tatsache, in ein paar Wochen in die kürzeste Winterpause der Bundesligageschichte zu gehen. Es bleibt kaum Zeit in dieser Pandemie.

Doch irgendwie müssen sie beim BVB - und natürlich nicht nur dort - nebenbei auch noch die Planungen für die kommende Saison vorantreiben. Ein Teil dessen wird mit Sicherheit auch Axel Witsel sein. Dessen Vertrag läuft nämlich 2022 aus, sodass man mehrere Gedankenspiele anstellen könnte: Soll Witsel bleiben und seinen Vertrag verlängern? Möchte man mit ihm im Sommer ein letztes Mal Geld machen? Oder geht man gar ohne vorläufiges Ergebnis in die kommende Spielzeit?

In der vergangenen Woche suggerierte ein Bericht der Sport Bild, dass sich die BVB-Verantwortlichen unter anderem bei der Personalie Witsel nicht ganz schlüssig seien. Es hieß, der Belgier könne bleiben, sollte er seine Leistungen stabilisieren.

Blickt man auf Witsels Darbietungen seit seinem Wechsel nach Dortmund 2018, 20 Millionen Euro zahlten die Westfalen für den damals 30-Jährigen, dann lässt sich durchaus nachvollziehen, dass die Vereinsoberen womöglich etwas ins Grübeln kommen. Der Ursprungs-Witsel ist nämlich verblasst.

Axel Witsel ging bei BVB-Pleiten mit unter

Der war im Sommer vor zwei Jahren über mehrere Monate hinweg Dortmunds Herzstück im Mittelfeld. Witsel bestach auf Anhieb mit seiner großen Ruhe am Ball und ausgeprägten Stärken in der Ballbehauptung. Diese Fähigkeiten waren es, die das BVB-Spiel nie hektisch werden ließen. Witsel war für die Balance der Mannschaft zuständig und spielte teils wie ein Alt-Internationaler, der mit all seinen Erfahrungswerten wie eine Vaterfigur auf die Jungspunde um ihn herum wirkte.

Das war vor allem im ersten halben Jahr der Amtszeit von Lucien Favre der Fall, als die Borussia zur Herbstmeisterschaft eilte und alle Trümpfe in der Hand hielt. Anschließend vergeigte die Favre-Truppe den Titel noch, wobei auch Witsels Leistungen durchschnittlicher und sein Einfluss geringer wurden. Es ist etwas überspitzt formuliert, doch an diese erste Hinrunde konnte Witsel seitdem nie wieder anknüpfen.

Das ist an sich natürlich keine Tragödie, denn auch in der Vorsaison lieferte Witsel in einigen Partien gute und sehr gute Leistungen ab. Allerdings bröckelte der Status als antreibender Führungsspieler, den man nach langer Suche endlich im Dortmunder Kader zu finden glaubte, immer mehr. Witsel ging mit unter, wenn der BVB seine Klatschen in München kassierte oder bei Abstiegskandidaten ein bis heute unerklärliches Gesicht zeigte.

Witsel verschleppt beim BVB zu oft das Tempo

Den Wandel zwischen Witsels erster und zweiter Saison belegen auch statistische Werte: Der Prozentsatz gewonnener Zweikämpfe sank, die Anzahl an Ballkontakten fiel ab, er lief im Schnitt einen Kilometer weniger pro Partie und machte weniger intensive Läufe.

Zwar bleibt der 110-malige Nationalspieler weit vorne in Sachen Passquote, die bei ihm höchst selten unter die 90-Prozent-Marke rutscht. Es ist jedoch die Qualität der Pässe, die bei Witsel gesunken ist. Zu häufig ist gerade gegen die vielen tiefstehenden BVB-Gegner zu beobachten, dass ihm bei den Kombinationen Richtung Offensive die nötige Passschärfe und das Balltempo fehlen.

Witsel verschleppt so das Tempo, wenn er die Kugel zu langsam weitergibt oder sich in den meisten Fällen auf einfache Querpässe beschränkt. Dann können die Kontrahenten offene Räume zulaufen oder sich kompakt formieren, damit sie erst gar nicht entstehen. Der Ball in die Tiefe, mit Risiko gespielt, ist bei Witsel nur noch selten zu beobachten.

Witsels Konkurrenten zuletzt formstärker

Ähnliches war beispielsweise am Samstag bei der peinlichen Heimschlappe gegen den 1. FC Köln zu sehen. Witsel, an dessen Seite Emre Can den zweiten Sechser gab, holte sich oft die Bälle tief ab und vergrößerte damit nur die Distanz zur Offensivabteilung. Die Verbindung nach vorne konnte keiner der beiden so gut herstellen wie es zuletzt den Sechser-Partnern Jude Bel­lingham und Mahmoud Dahoud gelang.

Mittlerweile würde man sich daher nicht mehr so sorgen wie einst, wenn Favre rotieren und auf Witsel in der Startelf verzichten würde. Doch das passiert kaum einmal, der Schweizer ist weiterhin ein großer Befürworter des Belgiers. Es ist ja auch beileibe nicht so, als könne Witsel der Borussia nicht mehr helfen. Die Konkurrenz für ihn ist aber gewachsen. Eben Bellingham, Dahoud und auch Thomas Delaney wirkten während ihrer Einsätze bei der Siegesserie der vergangenen Wochen formstärker, frischer und nahmen mehr Einfluss auf das Spiel.

Seit einigen Monaten schon hat man nicht den Eindruck, als könne Witsel noch einmal der Spieler aus seinem ersten Dortmunder Halbjahr werden. Um einen neuen Vertrag zu bekommen, muss er das wohl auch nicht. Es muss aber gewiss eine Steigerung her, um ihm mit dann 32 Jahren guten Gewissens einen neuen Vertrag zu geben.

Axel Witsel: Seine Einsätze für den BVB im Überblick

WettbewerbPflichtspieleToreVorlagen
Bundesliga7086
DFB-Pokal71-
Champions League171-
Supercup1--

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