Fussball

Bradley Fink aus der U17 des BVB: Der Moukoko-Nachfolger steht schon parat - und ist ein Politikum

Bradley Fink wechselte im Sommer 2019 vom FC Luzern zur U17 des BVB.

Dass sich unter diesen Bedingungen am Ende der BVB gegen namhafte europäische Konkurrenten durchsetzte, ist spätestens seit der Erfolgsgeschichte von Christian Pulisic und den vielen weiteren Nachweisen, bei denen die Borussia junge Spieler an den Profifußball heranführte, keine allzu große Überraschung mehr. Über 15-mal wurde Fink von den Schwarzgelben live beobachtet, ehe er im Februar 2019 auf dem Trainingsgelände vorstellig wurde und drei Monate später einen Ausbildungsvertrag über drei Jahre unterschrieb.

Bradley Fink in der U17 des BVB: Zwölf Tore in 18 Spielen

Blickt man auf den aktuellen Zwischenstand des 'Projekts Bradley Fink', dürften alle Beteiligten mit der Entwicklung zufrieden sein. Zwölf Tore und vier Vorlagen in 18 Spielen der U17-Bundesliga West gelangen dem klassischen Mittelstürmer - eine rar gewordene Spezies und deshalb ein weiterer Grund, weshalb Fink so begehrt war.

Seine auffälligsten Stärken sind freilich der Torriecher und die physische Konstitution. "Er ist technisch versiert, kann Bälle festmachen, aber auch schnell weiterleiten. Er sucht immer wieder den direkten Weg zum Strafraum und kann mit beiden Füßen abschließen. Auch gegen den Ball arbeitet er aggressiv mit", sagt Geppert. Zu Beginn waren für Fink das höhere Tempo und die Intensität noch ungewohnt: "Während der ersten drei bis vier Trainings bin ich schon etwas erschrocken, aber dann konnte ich mich doch recht rasch daran gewöhnen", sagte er.

Das sah man bereits beim renommiertem U17-Bundesliga-Cup im Juli, als Fink mit drei Treffern zum Torschützenkönig avancierte - wenn auch gemeinsam mit zwei anderen Spielern und erst nach Losentscheid. Auch im Ligaalltag läuft es unter Coach Geppert sportlich ausgezeichnet. Dortmund wurde ohne Niederlage Herbstmeister. Derzeit liegt das Team, das im Dezember nach 590 Tagen ohne Pleite ausgerechnet im Derby gegen Schalke die bislang einzige Saisonschlappe hinnehmen musste, mit zwei Zählern Rückstand auf Rang zwei, der noch zur Endrunde um die B-Junioren-Meisterschaft berechtigt.

Fink gehört zur BVB-Talentegruppe unter Otto Addo

Fink wäre wohl in allen Spielen von Beginn an zum Einsatz gekommen, wäre da nicht die Rote Karte am 10. Spieltag gegen den FC Hennef gewesen. "Da kam ich beim Pressing mal etwas zu spät und kassierte eine allerdings harte Rote. Meine erste in all den Jahren. Somit können wir dahinter auch einen Haken machen", sagte der aktuell Dritte der Torschützenliste.

Neben Geppert arbeitet auch Otto Addo mit dem 17-Jährigen. Fink gehört zur sogenannten Talentegruppe, die mehrmals wöchentlich positionsspezifische Trainingseinheiten (Positionierung, Laufwege, Verhalten in Räumen, Stellungsspiel) sowie Spielanalysen mit dem Übergangscoach abhält. "Nach jedem Spiel sitzen wir zusammen, analysieren zu zweit das letzte Spiel und er gibt mir wertvolle Tipps zur Verbesserung", sagt Fink über Addo, den Geppert als festen Bestandteil des Staffs bezeichnet. "Mein Entwicklungsplan ist ein mittel- bis langfristiger, im Normalfall also jetzt noch zweieinhalb Jahre Feinschliff im Nachwuchs."

Die Rolle von Talente-Trainer Otto Addo beim BVB: Die Hochbegabten-Nanny

Mit Blick auf die Person Fink spricht Geppert von einem "guten Typen mit Ecken und Kanten", der sich professionell und lernwillig zeigt. "Es gab Tage, an denen wir morgens, mittags und abends trainiert haben und die Jungs total platt und müde waren. Daraufhin haben wir das geplante Frühtraining am nächsten Morgen abgesagt, Brad wollte aber lieber trainieren", erzählt der 36-jährige Trainer.

Die wenige Zeit, in der Fink nicht auf dem Fußballplatz steht, verbringt er im Jugendhaus auf dem BVB-Vereinsgelände. Vier Nächte pro Woche ist er dort zusammen mit 24 weiteren Kickern von drei Dortmunder Nachwuchsteams untergebracht. Von Donnerstag bis Sonntag pennt er in der Wohnung seiner eigens umgezogenen Mutter am Phoenixsee, der Vater stößt an den Wochenenden hinzu.

Bradley Fink: "Mein Traum hat sich geändert"

So also läuft das Leben eines Jugendlichen, der ausgezogen ist, um in einem extrem umkämpften Revier voller hungriger Gleichaltriger den Durchbruch zu schaffen. "Der große Traum von mir war es, mal in der Swisspor-Arena aufzulaufen", sagt Fink.

Der Weg auf den Rasen des Luzerner Stadions wäre womöglich der einfachere für ihn geworden. Doch der Stürmer widerspricht: "Ich denke, die Chance, dass ich mit dem Wechsel zu Dortmund Profi werde, ist höher als in Luzern."

Die Prioritäten von Bradley Fink haben sich jetzt verschoben: "Mein Traum hat sich geändert. Mein Ziel ist es, für Dortmund vor 80.000 Zuschauern aufzulaufen."

Bradley Fink vom BVB im Steckbrief

Geburtsdatum (Alter)17.4.2003 (17)
Geburtsort/NationalitätCham/Schweiz
Größe1,91 Meter
PositionMittelstürmer
Länderspiele/Tore7/7 für Schweiz U17
Aktueller VereinBorussia Dortmund U17
Ehemalige Vereine (u.a.)SC Cham, FC Luzern
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