Fussball

Pyrotechnik in Stadien: DFB denkt offenbar über Wiedereinführung der Kollektivstrafe nach

Von SPOX
Ihne drohen offenbar erneut Kollektivstrafen: Fans und Ultras von Fußballvereinen, die Pyrotechnik in Stadien zünden.

Der DFB denkt offenbar über die Wiedereinführung von Kollektivstrafen bezüglich Fan-Vergehen in Stadien mit pyrotechnischen Gegenständen nach. Das berichtet die Sport Bild am Mittwoch.

Demnach habe der DFB einen Drei-Schritte-Plan, der dazu führen soll, die aus Sicht der Verantwortlichen gefährlichen Pyrofackeln und Leuchtraketen aus den Fußballstadien zu verbannen.

Im ersten Schritt sollen erstmals die möglichen Höchststrafen in Höhe von 250.000 Euro für etwaige Vergehen von der DFL verhängt werden. Dadurch erhofft sich der DFB dem Bericht zufolge einen Effekt bei den Klubs, die die Strafe entrichten müssen.

So sollen betroffene Klubs durch die Mithilfe von Fan-Beauftragten und szenekundigen Beamten verhindern, dass potenzielle Pyro-Fans Eintrittskarten für Spiele erhalten. Erst wenn diese Maßnahmen nicht greifen, soll es zu Kollektivstrafen als Ultima Ratio kommen.

Mit Beginn der Saison 2017/18 hatte der DFB angekündigt, "bis auf Weiteres keine Sanktionen wie Blocksperren, Teilausschlüsse oder Geisterspiele" mehr verhängen zu wollen. "Wir wollen ein Zeichen setzen, um gemeinsam in den Dialog einzutreten", hatte der damalige DFB-Präsident Reinhard Grindel in seiner Erklärung mitgeteilt.

Pyrotechnik in Stadien: "Kalte Pyro" als Kompromiss?

Kollektivstrafen und die Pyrotechnik sind für Ultras zentrale Begriffe in der Auseinandersetzung mit dem DFB und der DFL. Das Bündnis "Pro Fans" zum Beispiel hatte eine Abschaffung der Kollektivstrafen immer zu einer Bedingung für seine Teilnahme an Gesprächen gemacht.

Zuletzt erhielt die Debatte um die Legalisierung von Pyros in Stadien neuen Schwung durch eine Erfindung aus Dänemark. Die sogenannte "kalte Pyro" sollte nur 200 Grad statt wie sonst 2500 Grad heiß werden und ein Kompromiss in der endlosen Debatte sein.

Der DFB verwies auf die gültige Rechtslage und auch die Bundesregierung machte deutlich, dass sie nicht nur die "kalte Pyrotechnik" als Kompromiss ablehne, sondern ganz prinzipiell nicht an Entwicklungen wie Modellprojekten im Ausland interessiert sei.

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