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Fussball

Schießt sich Olic beim Ex-Klub zum Rekord?

Von Marco Nehmer
Im Hinspiel trennten sich Hamburg und Wolfsburg 1:1 unentschieden. Kjaer und Beister trafen
© getty

Der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg schließen am Sonntag den 32. Spieltag (So., 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) mit dem kleinen Nordderby um die letzte Chance auf Europa ab. Der HSV muss punkten, die Wölfe schielen noch verstohlen auf die internationalen Ränge.

Die Achterbahnfahrt der Rothosen in der Bundesliga geht munter weiter. Der Abwärtstrend mit drei Pleiten - unrühmlicher Höhepunkt das 2:9 in München - schien durch zwei Siege wieder überwunden. Dann folgte am letzten Spieltag die 1:4-Klatsche in Gelsenkirchen. Seit dem 2. März haben die Hamburger kein Spiel mehr remis gespielt.

Trotzdem ist der HSV mit einem Punkt Rückstand auf Platz sechs noch voll im Rennen ums internationale Geschäft. "Diese Saison ist verrückt. Die Möglichkeit, noch etwas Besonderes zu erreichen, ist für uns weiter da", erklärte Marcell Jansen. Der Linksfuß denkt, durch die jüngste Pleite sogar einen psychologischen Vorteil zu haben: "Wir haben gerade auf Schalke etwas auf die Mütze bekommen. Keiner rechnet mehr mit uns."

Thorsten Fink: "Jetzt wollen wir nach Europa"

Selbst der Trainer träumt trotz der konstanten Inkonstanz weiter vom internationalen Geschäft. "Jetzt wollen wir nach Europa", verbreitete Thorsten Fink im "Schneckenrennen" um die internationalen Plätze Optimismus und gab die Marschroute vor: "Natürlich ist es unser Ziel, noch alle neun ausstehenden Punkte zu holen." Unterdessen würde sich der 45-Jährige schon mit weniger zufrieden geben.

"Es könnte sogar schon reichen, wenn wir unsere beiden Heimspiele gewinnen", rechnete Fink vor. Zu den heimstärksten Teams gehört seine Mannschaft allerdings nicht. Sechs Mal verloren die Hamburger in dieser Saison schon im eigenen Stadion. Von seiner Mannschaft forderte Fink deshalb vollen Einsatz und bemühte sich eines engagierten Vergleichs: "Ich möchte, dass wir so wie Real Madrid gegen Dortmund auftreten. Dort hat man von der ersten Minute an gesehen, dass die Mannschaft etwas erreichen will."

Personalveränderungen beim HSV

Personell ändert sich beim HSV vor dem wegweisenden Spiel gegen Wolfsburg einiges. Milan Badelj ist nach seiner Adduktorenzerrung wieder einsatzbereit. Artjoms Rudnevs kehrt nach guten Trainingsleistungen wohl in die Startelf zurück, ebenso wie Dennis Diekmeier nach abgesessener Gelbsperre. Nach fünf Spielen Sperre ist auch Maxi Beister wieder im Kader.

Dagegen muss Fink die Innenverteidigung abermals umbauen. Michael Mancienne fällt aus. "Er wird wohl nicht spielen", bestätigte der Trainer am Freitag. Der Brite leidet unter muskulären Problemen in beiden Oberschenkel. Für ihn wird wohl Rajkovic in die Startelf rücken. "Ich hatte sowieso überlegt ihn zu bringen", so Fink: "Er hat die nötige Aggressivität, die wir brauchen."

Rene Adler fehlt mit Gelbsperre

Der große Rückhalt des Teams fehlt ebenfalls: Rene Adler holte sich auf Schalke die fünfte Gelbe Karte ab - somit kommt Jaroslav Drobny zu seinem zweiten Einsatz in dieser Saison. Die Chancen der Gäste werden durch seine fehlende Spielpraxis nicht unbedingt sinken. Dass Drobny den Ernst der Situation verinnerlicht hat, ist aber sicher. "Die Partie gegen Wolfsburg hat Endspielcharakter im Kampf um Europa", sagte der 33-Jährige.

Während der HSV in den vergangenen Wochen Dauergesprächsthema war, haben sich die Wölfe still und heimlich in der Tabelle nach vorne gearbeitet und sind seit sieben Spielen unbesiegt. Zuletzt gewannen die Niedersachsen in Bremen und gegen Gladbach.

"Der ganz große Druck ist weg. Wir denken von Spiel zu Spiel und wollen soweit wie möglich in der Tabelle nach oben klettern", erklärte Defensivspezialist Robin Knoche den Aufwärtstrend. Bei fünf Punkten Rückstand auf die sechstplatzierten Freiburger hat Wolfsburg die eigentlich abgehakte Zielvorgabe Europa wieder im Blick.

Ein Sieg in Hamburg würde die aufkeimende Hoffnung weiter befeuern. "Es ist klar, dass auch wir die drei Punkte wollen", so Knoche. Trainer Dieter Hecking kann dafür aus dem Vollen schöpfen. Ausfälle musste Wolfsburg in dieser Woche nicht verzeichnen.

Olic kann Petric überholen

Mit sieben Toren und zwei Assists in den letzten acht Spielen hat ein Profi ganz erheblichen Anteil an der aufsteigenden Form der Niedersachsen: Ivica Olic. Trifft er auch gegen seinen Ex-Klub, wäre der Stürmer mit 52 Toren der beste kroatische Torschütze in der Bundesliga-Geschichte. Die bisherige Bestmarke von 51 Toren teilt er sich seit seinem Treffer gegen Gladbach am letzten Wochenende mit seinem ehemaligen HSV-Kollegen Mladen Petric.

Ein gutes Vorzeichen für den früheren Münchener könnte ein Blick auf die letzte Spielzeit sein. "In der vergangenen Saison habe ich insgesamt nur zwei Tore gemacht - beide gegen den HSV", so Olic. Seinen früheren Klub will er zumindest nicht schonen: "Ich wünsche den Hamburger viel Glück - aber nicht am Sonntag."

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Hamburger SV: Drobny - Diekmeier, Mancienne, Westermann, Jansen - Badelj, Rincon - Son, van der Vaart, Jiracek - Rudnevs

VfL Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Naldo, Knoche, Rodriguez - Träsch, Polak - Vierinha, Diego, Arnold - Olic

Der 32. Spieltag im Überblick

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