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Fussball

Der gute alte Umbruch...

Von SPOX
Cacau, Boulahrouz, Kuzmanovic, Delpierre: Wie geht es für sie und andere weiter beim VfB Stuttgart?
© Getty

Mittelfeld

Mamadou Bah (23, im Verein seit 2010, Vertrag bis 2013): Seit über eineinhalb Jahren ist Bah beim VfB - und doch immer noch der No Name hinter den Gesetzten Kvist, Kuzmanovic, Hajnal oder Gentner. An denen kam er bis heute nicht vorbei. Allerdings warfen ihn speziell in dieser Saison zuerst ein Handbruch und später muskuläre Probleme immer wieder entscheidend zurück. Gegen den Club durfte er am Sonntag ein paar Minuten spielen und sich ins Gedächtnis der Fans rufen. Immerhin vertraut Trainer Labbadia offenbar auch in engen Spielen auf den 23-Jährigen. Bahs Qualitäten im defensiven Mittelfeld sind unbestritten, die Verantwortlichen werden sich seine Entwicklung ganz in Ruhe anschauen.

Timo Gebhart (22, seit 2008 im Verein, Vertrag bis 2013): Noch einer, der sehr lange verletzt war und dadurch den Anschluss verpasst hat. Gebhart war einer der stillen Helden der letzten Rückrunde. In Phasen der Lethargie waren es sein Biss und Einsatzwillen, die der Mannschaft enorm wichtige Punkte beschert haben - nicht nur den 3:2-Sieg nach Zwei-Tore-Rückstand in Mönchengladbach, den Gebharts Elfmeter kurz vor Schluss sicherte. Danach hatte er aber mit allerlei Verletzungen zu kämpfen, zuletzt legte ihn eine Bauchmuskelentzündung für Wochen flach. Unterm Strich stehen deshalb nur Kurzeinsätze und deshalb auch unweigerlich der Wunsch nach mehr Spielzeit. Die Flügel sind aber mit Harnik und Okazaki/Schieber gut besetzt, im Zentrum bekommt Hajnal immer noch den Vorzug. In der zweiten Mannschaft schlummert mit Kevin Stöger ein großes Talent für die Spielmacherrolle. Gebharts Aussichten könnten besser sein. Zuletzt gab es Gerüchte um Hoffenheim, wo mit Ernst Tanner Gebharts früherer Förderer aus Münchener Zeiten angeblich Interesse gehabt haben soll. Tanner ist jetzt weg, die Gerüchte schnell wieder verflogen. Trotzdem sagt Gebharts Berater Herbert Briem ganz offen: "Timo ist beim VfB mit dem Herzen bei der Sache. Wenn es bis zum Saisonende aber so weiterläuft, ist für beide Seiten ein Wechsel vielleicht die beste Lösung. Timo hat einen gewissen Namen, er ist für viele Klubs interessant."

Tamas Hajnal (31, im Verein seit 2011, Vertrag bis 2013): In der Rückrunde der letzten Saison einer der Garanten für den Klassenerhalt. Hajnals Verpflichtung füllte das Kreativvakuum zumindest einigermaßen, durch ihn wurden Harnik oder Cacau erst wieder gefährlich und lieferten die nötigen Tore. Der Verein zog deshalb die Option und verpflichtete den ausgeliehenen Hajnal fest. Auch zum Start der Hinrunde ganz stark, mit sehr guten Standards. Danach baute der Ungar aber immer weiter ab, zeigte nur noch vereinzelt seine Klasse im offensiven Mittelfeld. Auf U-23-Hoffnung Stöger setzen die Verantwortlichen große Stücke, er soll Hajnal demnächst beerben. Auch Raphael Holzhauser wird die Rolle in der Offensivzentrale durchaus zugetraut. Hajnals Perspektiven sind kurzfristig noch recht gut. Auf mittel- oder langfristige Sicht aber eher durchwachsen.

Zdravko Kuzmanovic (24, seit 2009 im Verein, Vertrag bis 2013): Der Serbe ist schwer einzuschätzen. Gute Leistungen wechseln sich mit weniger guten ab. Kuzmanovic ist gewiss immer gewillt, wirkt dabei aber manchmal auch aktionistisch und übermotiviert. Immerhin ist er einer derjenigen, die auch in kniffligen Spielen vorangehen wollen. Er fühle sich wohl beim VfB, wird er nicht müde zu betonen. Und trotzdem drängt bei ihm immer das Gefühl durch, dass ihm Stuttgart zu klein wird. "Wenn wir europäisch dabei sind im nächsten Jahr, könnte ich mir richtig gut vorstellen, hier zu bleiben. Aber zwei Jahre hintereinander ohne internationale Plätze, das wäre schon hart", sagt er offen und ehrlich. In der Winterpause gab es Offerten aus Italien, allen voran Juventus Turin soll am 24-Jährigen interessiert gewesen sein. Kuzmanovic hielt sich damals alle Türen offen, kokettierte durchaus mit einer Rückkehr in die Serie A. Da hatte er seinen Platz neben William Kvist an Christian Gentner verloren. Jetzt spielt er wieder auf der Doppel-Sechs, hat die Zukunft der Mannschaft mit in der Hand - und stellt sich nebenbei auch für andere Klubs ins Schaufenster.

Ibrahima Traore (23, im Verein seit 2011, Vertrag bis 2013): Kam vor der Saison aus Augsburg und sollte den dauerverletzten Johan Audel auf dem linken Flügel ersetzen. In der zweiten Liga war Traore eine Konstante, spielte beim FCA bis zu seiner Verletzung 18 teilweise sehr starke Monate. Dann verlor er etwas den Faden, der VfB hielt aber sein Versprechen und holte den guten Dribbler nach Stuttgart. Ein paar Mal bekam er seine Bewährungschance, im Pokal gegen den FSV Frankfurt gelang ihm auch ein Tor. Wirklich aufgedrängt hat er sich aber nie. Traore verteidigt zu schwach, wirkt im Zweikampf zu leicht für das Niveau in der Bundesliga. Allein mit seiner Schnelligkeit kann er nicht bestehen. Stand zuletzt zwar wieder im Kader, spielt derzeit aber kaum eine Rolle. Sollte irgendwann auch Audel, der im Prinzip seit zwei Jahren nur verletzt ist, zurückkommen, wird's noch enger für Traore.

Abwehr: Von Boka bis Molinaro

Angriff: Cacau und Schieber

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