Düstere Zukunft für drei HSV-Stars

Von SPOX
Vorerst Bankdrücker: Piotr Trochowski, Ruus van Nistelrooy und David Jarolim (v.l.)
© Getty

David Jarolim, Piotr Trochowski und Ruud van Nistelrooy sind beim Hamburger SV erstmal außen vor. Stadtrivale St. Pauli kramt einen Amateur hervor, in Nürnberg gehen Ben Khalifas Leiden weiter und beim VfB eröffnen sich für einen 18-Jährigen plötzlich neue Möglichkeiten.

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Hamburger SV: Das 4:0 gegen schwache Bremer war ein Zeichen - auch für die Herren David Jarolim und Ruud van Nistelrooy. Für das Duo wird es jetzt sehr schwierig, in die Startelf zurückzukehren. Trainer Armin Veh stellte in Richtung Ruud klar: "Petric ist zu 100 Prozent gesetzt."  Und Paolo Guerrero hat gegen Bremen immerhin doppelt getroffen. Außerdem ließ er wissen, dass Heiko Westermann auf der Sechs "kein Experiment" sei: "Ich habe mir darüber Gedanken gemacht." Klingt so, als wäre Jarolim erstmal raus. Noch schlechter schaut es für Piotr Trochowski aus. Veh will einen Stürmer auf der Zehn, auf den Außen haben Elia, Jansen, Pitroipa, Ben-Hatira und Son die Nase vorn. Schlechte Aussichten für Troche, der auch auf den Sechser-Posten spekuliert, dort aber mit Westermann nun einen neuen, zusätzlichen Konkurrenten hat. Da passt es, dass angeblich erneut  Werder Bremen an ihm interessiert sein soll.

1. FC Köln: Mato Jajalo ist beim FC in den vergangenen Wochen in der Versenkung verschwunden. Ganze 57 Minuten stand der Kroate in den letzten sechs Partien auf dem Rasen, Neuzugang Slawomir Peszko hat ihm auf rechts klar den Rang abgelaufen. Jetzt könnte allerdings wieder Jajalos Stunde schlagen. Ganze fünf Spieler fehlen den Kölnern gegen Freiburg, unter anderem Peszko. Jajalo könnte aber auch als Petit-Ersatz im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen. "Jajalo ist ein sehr, sehr guter Spieler und immer eine Alternative", sagt Coach Frank Schaefer. Der Kroate kennt diese Position, in der U-21-Nationalmannschaft hat er bereits dort gespielt.

FC St. Pauli: Oczipka: Saisonaus. Thorandt: gesperrt. Morena: angeschlagen. St. Pauli gehen gegen Hannover die Verteidiger aus, lediglich Zambrano, Gunesch, Volz und Kalla sind fit. Deshalb kommt der Name Hauke Brückner ins Spiel. Haucke wer? Der 30-Jährige spielt derzeit für St. Paulis Oberligateam und macht nebenbei ein Praktikum auf der Pauli-Geschäftsstelle. Jetzt könnte er sein Bundesligadebüt geben. "Ich bin aus allen Wolken gefallen, als Stani mich am Morgen angerufen hat", sagte Brückner der "Mopo". Jetzt fehlt nur noch die Spielgenehmigung, dann kann's losgehen. Coach Stanislawski hatte nach dem Debakel in Dortmund angekündigt: "Jeder kann sich für Hannover anbieten. Das wird 'ne lustige Woche."

1. FC Nürnberg: Nassim Ben Khalifa ist in der Winterpause von Wolfsburg nach Nürnberg gewechselt, weil sich der Schweizer bei den Wölfen in einer Sackgasse sah. Jetzt läuft es beim Club aber schon wieder ähnlich zäh. Bisher stand der 19-Jährige erst einmal im Kader, spielte aber noch keine Minute. Zuletzt musste er sogar in der U 19 der Franken ran, traf da aber immerhin im Derby gegen die Bayern. In der Regionalliga gegen Worms erzielte er für die zweite Mannschaft den 1:0-Siegtreffer. Das sind aber alles nur Almosen - von der Profimannschaft ist Ben Khalifa derzeit sehr weit entfernt.

Borussia Mönchengladbach: Eins der wichtigsten Gespräche führte der neue Trainer Lucien Favre mit Juan Arango. Der Venezuelaner war unter Michael Frontzeck quasi weg vom Fenster. Favre holte Arango zurück, steckte ihn im 4-3-3 auf dessen Lieblingsposition halblinks ins Mittelfeld und wurde prompt belohnt. Gegen Schalke zeigte Arango, dass er sehr wohl das Potenzial und die entsprechende Einstellung für den Abstiegskampf hat

VfB Stuttgart: Der Torhüterwechsel von Sven Ulreich hin zu Marc Ziegler soll den Schwaben in erster Linie helfen, doch noch in der Liga zu bleiben. Unumstritten ist der Tausch nicht, ein wenig darf Ulreich auch als eine Art Bauernopfer gesehen werden. Er hat sich nur sehr wenige grobe Patzer erlaubt, schon eher wurde ihm seine ruhige Art und seine augenscheinlichen Schwächen in der Strafraumbeherrschung zum Verhängnis. In der Gesamtkomposition mit einer ebenfalls unsicheren Abwehr war Ulle schlicht das schwächste Glied der Kette.

Quasi als Nebeneffekt birgt der Wechsel plötzlich für Bernd Leno ganz neue Möglichkeiten. Nicht wenige halten den Torhüter der zweiten Mannschaft für das größere Talent als Ulreich. Ziegler wird mit 34 Jahren auf Dauer wieder zum Backup werden, Ulreich hat sich auch im zweiten Anlauf nicht komplett etablieren können. Leno hält in der 3. Liga sehr gut, hat die drittwenigsten Gegentore kassiert (25 in 24 Spielen).

Werder Bremen: Die Diskussionen um einen möglichen Abgang von Thomas Schaaf sind müßig und eigentlich nicht zu führen, so lange Klaus Allofs einen Trainerwechsel weiter kategorisch ausschließt. Die Frage nach der Charakterfestigkeit der Mannschaft muss aber erlaubt sein. Derzeit verdient sich die Ansammlung von Profis den Zusatz "Team" nicht wirklich. Innerhalb der Gruppe sehen immer noch zu viele ihre eigenen interessen an erster Stelle, dazu kommen überzogene Gehaltsforderungen (Dominik Schmidt), eine gewisse Lustlosigkeit (Marko Arnautovic) oder der viel zitierte Maulwurf, der zuletzt die Zuhilfenahme eines Mentaltrainers ausgeplappert hatte. Die Basis für einen erfolgreichen Abstiegskampf sieht anders aus...

Der 24. Spieltag im Überblick

 

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