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Fussball

"Ich kann den Wechsel nachvollziehen"

Von Für SPOX in der Allianz Arena: Florian Bogner
Michael Rensing muss zum zweiten Mal einen Karriereknick beim FC Bayern hinnehmen
© Getty

Nach nur vier Pflichtspielen findet sich Michael Rensing abermals auf der Bank wieder. Anders als bei der letzten Degradierung unter Klinsmann zeigt sich der Keeper diesmal jedoch überaus selbstkritisch. Nun will er weiter seine Chance suchen - auch, weil Bayern definitiv keinen neuen Torwart mehr holt.

Gerhard Tremmels Name hing nur kurz in der Luft der Katakomben der Allianz Arena. Der FC Bayern hatte mit Arjen Robben kurz vor Torschluss noch was für die Offensive getan - warum nicht auch noch einen neuen Torhüter verpflichten?

Tremmel, der Bayer, der bereits in der Jugend für den FCB kickte, wäre eine Lösung gewesen. Dem erteilte Louis van Gaal aber wenige Stunden, nachdem dieses Gerücht durchs Internet gegeistert war, eine Absage.

"Wir werden keinen Torwart kaufen", sagte der Bayern-Trainer ebenso resolut, wie er Michael Rensing zuvor gegen Wolfsburg zum Bankdrücker degradiert hatte (und damit eine neue Torwartdiskussion aufgemacht hatte).

Situation nicht mit Klinsmann vergleichbar

Für Rensing war es ein Deja-vu. In der vergangenen Saison war er vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Barcelona (0:4) von Jürgen Klinsmann nach schwankenden Leistungen aus dem Team genommen worden, diesmal kam die Ernüchterung schon nach vier Pflichtspielen.

"Nicht jeder Trainer wechselt nach vier Spielen den Torwart, aber dieser Trainer ist eben so. Er sagt, dass bei ihm kein Platz sicher ist. Nach dem Gegentor gegen Mainz kann ich den Wechsel nachvollziehen", sagte Rensing nach dem Wolfsburg-Spiel gegenüber SPOX selbstkritisch.

Insofern seien die beiden Degradierungen auch nicht vergleichbar. Damals bei Klinsmann "kam es sehr überraschend und die Art und Weise war link. Diesmal hat der Trainer von vornherein gesagt, dass kein Platz sicher ist", so Rensing.

Rensing selbstkritisch

Klare Aussage: Der Trainer vertraut eben nur der Leistung der Spieler. Und da habe Rensing zu wenig angeboten. Zuerst ein kleiner Patzer im Pokal, nun der gegen Mainz - das war zu viel.

"Das Gegentor gegen Neckarelz war unnötig, den Ball hätte ich auch ins Aus gehen lassen können. Den gegen Mainz muss ich auch halten. Somit ist es in Ordnung, dass er mich dann raus nimmt", sagte Rensing.

Dieser Darstellung widersprach der Begünstige, Jörg Butt, allerdings ein wenig. "Es ist nicht ein Fehler, der dafür sorgt, dass man raus geht. Es ist schon von der Gesamtleistung abhängig", meinte der 35-Jährige nach seinem starken Auftritt gegen den Vorjahresmeister.

Transfer kommt nicht in Frage

Insofern verwundert es, dass Rensing von einem "guten Gespräch mit dem Trainer" sprach, in dem ihm van Gaal versichert habe, "dass ich sehr, sehr stark trainiere". Ein Vereinswechsel kommt für ihn deswegen nicht in Frage.

"Da denke ich nicht dran. Es liegt in meiner Natur zu kämpfen. Ich weiß, dass ich die Chance habe, bald wieder im Tor zu stehen. Solange die gegeben ist, gibt es für mich keinen Grund zu wechseln", so der 25-Jährige, der den abermaligen Karriereknick sogar mit Humor nahm: "Was soll mir denn noch passieren?"

Im nächsten Spiel in Dortmund in zwei Wochen werde allerdings wieder Butt im Tor stehen. Das bestätigte van Gaal bereits. Rensing rechnet auch nicht damit, kurzfristig wieder im Tor zu stehen. "Ich denke, dass nach ein, zwei Monaten ein Schnitt gemacht und wieder neu bewertet wird. Dann könnte sich das wieder ändern."

"Der schwierigste Job, den es gibt"

Eine andere Bewertung hätte sich Rensing auch von der Presse gewünscht. Trotz aller Selbstkritik beschwerte sich Rensing nämlich auch abermals über fehlende Lobby in der Öffentlichkeit.

"Bei mir werden nicht die guten Sachen gesehen, sondern nur die schlechten. Wenn ich ein Gegentor bekommen hätte, wie Benaglio beim 0:1, wäre ich zerrissen worden", gab er zu bedenken.

"Bei mir ist es ja schon ein Fehler, wenn ich meine Schnürsenkel falsch binde", so sein süffisanter Kommentar zu den Medienvertretern, dem er eine Bitte hinterher schickte.

"Es wäre schön, wenn ich etwas ruhiger beurteilt werden würde. Die Nummer eins beim FC Bayern zu sein, ist nämlich der schwierigste Job, den es als Fußballer gibt." Aber an dem darf sich jetzt erstmal wieder Jörg Butt versuchen.

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