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Formel 1

Die Wachablösung der Herausforderer

Von Alexander Maack
Kann auch lachen: Kimi Räikkönen (r.) mit Fernando Alonso
© getty

Der Große Preis von Spanien (So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) ist für Red Bull, Mercedes, Ferrari und Co. die Rückkehr in vertraute Gefilde. Keine Strecke kennen die Formel-1-Teams besser als Barcelona. Hinter Weltmeister Sebastian Vettel kämpfen die Top-Piloten um die Rolle des ersten Verfolgers. Kimi Räikkönen hat Lokalmatador Fernando Alonso mittlerweile den Rang abgelaufen.

Sobald Räikkönen über sein Lotus-Team spricht, wiederholt der Iceman seit Wochen ständig dieselben Sätze. "Um die Spitzenteams einzuholen, müssen wir doppelt so hart arbeiten. Es ist kein Geheimnis, dass wir im Qualifying einen besseren Speed haben müssen", erklärte der Finne: "Es ist wichtig aus den ersten beiden Reihen zu starten, damit wir um Siege kämpfen können."

Lotus' Problem ist das Verständnis der Medium-Slicks. Als Pirelli in China die weiche Reifenmischung nominierte, fuhr Räikkönen prompt auf Startplatz zwei. Nach dem Bahrain-GP, als der 33-Jährige mit mittelharten Pneus im Qualifying Achter wurde, hatte Teamchef Eric Boullier die Schwierigkeiten erkannt.

Der Franzose versprach Besserung, schließlich ist die Pole-Position auf dem 4,655 Kilometer langen Circuit de Catalunya besonders wichtig: 17 Mal ging der spätere Sieger in den 22 Grands Prix seit 1991 von Startplatz eins ins Rennen.

Ferrari löst Probleme im Bayern-Stil

Während Räikkönen im finanzschwächeren Lotus-Team als aktueller WM-Zweiter beeindruckt, hinterließ Fernando Alonso zuletzt einen unglücklichen Eindruck. "Wenn ich unsere Leistung benoten müsste, würde ich sechs von zehn Punkten geben", erklärte Chefdesigner Nikolas Tombazis.

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Der spanische Dauerherausforderer von Weltmeister Vettel fiel beim Malaysia-Rennen wegen einer Fehlentscheidung des Kommandostands aus und konnte in Bahrain wegen des fehlerhaften DRS die Spitzenplätze nicht attackieren. Die Stärke der Scuderia, aus den schlechten Startplätzen stets das Maximum herauszuholen, ist mittlerweile Vergangenheit.

Lotus hat die Rolle als effizientester Rennstall übernommen, was Ferrari offenbar zum Handeln zwang. Die Italiener schwächen die Konkurrenz wie der FC Bayern München im Fußball.

Unter der Woche verabschiedete sich Technikdirektor James Allison von Lotus und wurde durch Nick Chester ersetzt. Allison steht nun offenbar vor einem Wechsel zu Ferrari.

Entspannte Ausgangslage für Sebastian Vettel

Die Personalrochaden bei der Konkurrenz können Vettel und Red Bull herzlich egal sein. Der Heppenheimer führt mit zehn Punkten vor Räikkönen die Fahrerwertung an, von Alonso trennen ihn schon 30 Zähler. Für das Team sieht es nicht schlechter aus: Red Bull (109) liegt bei den Konstrukteuren vor Lotus (93) und Ferrari (77).

Zudem hat der andauernde Protest der Österreicher über die Pirelli-Reifen Wirkung gezeigt: Der harte Slick wurde verändert, soll nun dem Vorjahresmodell ähneln und wird in Barcelona erstmals eingesetzt.

Vettel gab sich deshalb schon vor dem Auftakt gutgelaunt. "Die Strecke von Barcelona ist sehr interessant, weil man hier alle Arten von Kurven finden kann", sagte der 25-Jährige: "Mein Lieblingsteil ist der erste Abschnitt, weil da einige schnelle Kurven drin sind."

Gilt das Barcelona-Kräfteverhältnis für die ganze Saison?

Durch die unterschiedliche Charakteristik der Kurven ist der Kurs als optimaler Gradmesser für die Leistungsfähigkeit der Wagen bekannt. Die Barcelona-Upgrades sind entscheidend, weil die ersten Teams bald anfangen werden, ihre Entwicklung wegen der anstehenden Einführung von V6-Turbo-Motoren auf die Saison 2014 auszurichten.

"Sobald wir wissen, wie das Kräfteverhältnis in Barcelona aussieht, sollten wir einen ersten Eindruck davon erhalten, wie es für den Rest der Saison aussehen könnte", erklärte Mercedes-Pilot Nico Rosberg. Der Wiesbadener fuhr der Konkurrenz zusammen mit Teamkollege Lewis Hamilton schon beim Wintertest in Katalonien Anfang März um die Ohren.

Mittlerweile hat sich das Bild aber geändert. Noch immer kämpft Mercedes mit den Problemen der letzten Saison. Die äußeren Bedingungen müssen optimal sein, sonst frisst das Auto die Slicks im Rennen innerhalb weniger Runden auf.

Updates und genug Testzeit

Um das Problem zu beseitigen, haben die Ingenieure in der Teamfabrik im britischen Brackley fieberhaft am Aerodynamik-Update gearbeitet. Ein neuer Auspuff, sowie neue Front- und Heckflügel wurden entwickelt. "Barcelona ist ein perfekter Test, da wir die Strecke sehr gut kennen", bestätigte Hamilton.

Doch auch die anderen Teams haben nicht geschlafen und bringen neue Teile. Damit endlich auch ausreichend Möglichkeiten gegeben sind, die Neuentwicklungen auszuprobieren, liefert Pirelli einen speziellen Reifen nach Spanien. Der nichtmarkierte Slick kann während der Freitagstrainings eingesetzt werden und soll extrem haltbar sein.

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