Formel 1 - Fragen zum Saisonstart: Wird es Sebastian Vettels letztes Jahr in der Formel 1?

Von Christian Guinin
f1
© getty
Cookie-Einstellungen

Wird es Sebastian Vettels letztes Jahr in der Formel 1?

Wenn Sebastian Vettel in diesen Tagen die Schlagzeilen füllt, hat das meist wenig mit den sportlichen Leistungen seiner Person zu tun. Klimaschutz, Menschenrechte, Russlands Angriff auf die Ukraine - der 34-Jährige setzt in turbulenten Zeiten wichtige Zeichen und ist in den letzten Jahren zu einer Art "gutem Gewissen" der Formel 1 mutiert. Auf der Rennstrecke liegen nennenswerte Erfolge des Heppenheimers aber mittlerweile einige Zeit zurück.

Sein letzter Rennsieg ist mehr als zweieinhalb Jahre her, in der vergangenen Saison blieben er und sein Rennstall Aston Martin weit hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurück. "Letztes Jahr war schwierig", räumte er selbst vor dem Saisonstart in Bahrain ein. Ob 2022 nun unter einem glücklicheren Stern stehen wird lässt sich derzeit noch schwer einschätzen, wirklich gut sieht es aber nicht aus.

Neben einem positiven Corona-Test, durch den er das erste Rennwochenende verpassen wird, trübten vor allem die Testfahrten in Barcelona und Bahrain die Hoffnungen auf Besserung. Aston Martin - das sich auf dem zweiten Teilstück eines Fünfjahresplans befindet, der das Traditionsteam zurück an die Weltspitze führen soll - dürfte sich nach den bisherigen Eindrücken zumindest zu Saisonbeginn im breiten Mittelfeld einfinden. Große Performance-Sprünge? Fehlanzeige!

Zu wenig für Vettel, der seine Zukunft in der Formel 1 zuletzt ausdrücklich an der Konkurrenzfähigkeit seines Boliden festgemacht hatte. "Die ehrliche Antwort ist: Ich weiß es nicht", entgegnete er auf die Frage, ob er 2023 denn noch für Aston Martin in der Königsklasse des Motorsports antreten werde. "Wir schauen erstmal, wo wir stehen - und ab einem gewissen Punkt beschäftige ich mich mit der Zukunft. Nach meinen Erfolgen in der Vergangenheit dürfte es nur logisch sein, dass ich gewinnen will. Davon wird also meine Zukunft abhängen."

Sebastian Vettel hat noch keine Entscheidung über seine Zukunft in der Formel 1 gefällt.
© imago images
Sebastian Vettel hat noch keine Entscheidung über seine Zukunft in der Formel 1 gefällt.

AM-Boss: "Seb will nicht auf Platz 15, zwölf oder acht herumfahren"

Da hilft es auch wenig, dass sich das Team demonstrativ hinter Vettel stellt und jegliche Kritik an dessen individueller Leistung im Keim erstickt.

"Wir haben mit ihm fahrerisch einen Top-Mann, bei dem wir keine Zweifel haben müssen, ob er der richtige Fahrer ist", sagte sein neuer Teamchef Mike Krack. Es sei "klar, dass jemand wie Seb nicht auf Platz 15, zwölf oder acht herumfahren will", führte der 49-jährige Luxemburger aus, "aber ich denke, Seb ist ein schlauer Kerl. Er wird seinen Fokus auf das langfristige Potenzial richten."

Doch will Vettel als dreifacher Vater und ausgesprochener Familienmensch wirklich noch so lange warten? Sein Vertrag bei den Briten läuft noch bis zum Jahresende, vieles deutet darauf hin, dass Aston Martin seine letzte Karrierestation in der Formel 1 sein wird. Sollte der AMR22 tatsächlich nicht mit der Weltspitze mithalten können, wird es wohl das letzte Jahr sein, in dem wir Sebastian Vettel in der Königsklasse bestaunen dürfen.

Inhalt:
Artikel und Videos zum Thema