Formel 1 - Fragen zum Saisonstart: Wird es Sebastian Vettels letztes Jahr in der Formel 1?

Von Christian Guinin
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Wer ist der Favorit?

Trotz der vielen verschiedenen Regeländerungen sind (zunächst) keine großen Verschiebungen im Vergleich zu 2021 an der Spitze zu erwarten. Eingespielte Abläufe, hochklassige Fabriken, (von der Budgetdeckelung ausgenommenes) Spitzenpersonal - vieles spricht dafür, dass die großen Topteams weiterhin Vorteile gegenüber den "Kleinen" genießen werden.

Das ruft dementsprechend zwei Teams auf den Plan: Red Bull und Mercedes. Beide Rennställe lieferten sich in der vergangenen Saison ein erbittertes Kopf-an-Kopf-Rennen um die Titel. Während Max Verstappen und Red Bull am Ende in der Fahrerwertung die lachenden Sieger waren, sicherten sich die Silberpfeile den Sieg bei den Konstrukteuren.

Vor allem Verstappen unterstrich seinen Favoritenstatus bei den abschließenden Testfahrten noch einmal in beeindruckender Manier. Nicht nur setzte der Niederländer die mit Abstand schnellste Rundenzeit, auch in Sachen Longrun-Simulationen und Zuverlässigkeit sah sein RB18 mehr als ordentlich aus.

Etwas mehr zu kämpfen hatte Mercedes, bei denen vor allem der Unterboden und das sogenannte "Porpoising", also das Hüpfen des Autos, noch Probleme machten. Insgesamt scheinen die Silberpfeile aber wieder ein äußerst rundes Gesamtpaket auf den Asphalt gezaubert zu haben.

Nicht außer Acht lassen sollte man außerdem die Änderung im zweiten Cockpit. Für den zu inkonstant performenden Valtteri Bottas übernimmt mit George Russell nun ein hungriges und schnelles Talent, das viele im Grid als zukünftigen Weltmeister auf dem Zettel haben. Die letztjährigen Vorteile RBs in Sachen Fahrerpaarung sind spätestens damit dahin.

Formel 1: Ferrari der Geheimfavorit?

Im Schatten der beiden Branchen-Primi der letzten Jahre hat sich während der Testfahrten aber noch ein anderes Team in den Vordergrund "gefahren". Die Scuderia Ferrari überzeugte in Sachen Speed und Zuverlässigkeit, für viele Experten sind die Roten schon jetzt der Geheimfavorit auf den Titel.

Ob der arg gebeutelte italienische Traditionsrennstall die plötzlich aufkeimenden Erwartungen tatsächlich erfüllen kann, bleibt abzuwarten. Dennoch lässt sich festhalten, dass bei der Scuderia zum ersten Mal seit Jahren ein gewisses Maß an Zuversicht und Hoffnung herrscht.

Teamchef Mattia Binotto hat Ferrari seit seiner Übernahme 2019 kontinuierlich zurück an die "Big-Player" geführt. Die ruhige und konzentrierte Art des Italieners half den Roten vor allem in Krisenzeiten, die Regelrevolution scheint da genau zur rechten Zeit gekommen zu sein.