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Formel 1

Darf es ein bisschen mehr sein?

Von Alexander Mey
Die Reifen werden das Rennen in Südkorea aller Voraussicht nach entscheiden
© xpb

Der Südkorea-GP (JETZT im LIVE-TICKER und bei Sky) wird zum großen Reifenpoker. Wenngleich die schlimmsten Befürchtungen wohl nicht eintreten werden. Sebastian Vettel kann froh sein, seinen zweiten Startplatz zu behalten.

Eigentlich ruhte Sebastian Vettel nach dem Qualifying in Yeongam in sich selbst. Startplatz zwei war schon mehr, als man sich bei Red Bull ausgerechnet hatte. Außerdem stimmte mutmaßlich die Strategie fürs Rennen.

Doch dann leitete die Rennleitung eine Untersuchung gegen Vettel ein. Weil er in Q3 in einer Auslaufrunde eine Kurvenkombination abgekürzt hatte, stand eine Geldstrafe, schlimmstenfalls sogar eine Strafversetzung in der Startaufstellung im Raum. Aber die Stewards sahen keinen Vorteil, den sich Vettel verschafft hätte, und ließen die Sache auf sich beruhen.

Drei oder vier Boxenstopps?

So konnten sich die Beteiligten wieder dem großen Rätsel des Rennsonntags widmen: den Pirelli-Reifen. Schließlich ist in Yeongam noch nie eine Rennrunde bei Trockenheit gedreht worden.

Wie lange halten die Pneus denn nun mit vollen Tanks? Nach dem verregneten Training wurden schon Horrorszenarien entworfen, wonach es fünf reguläre Stopps geben könnte und einem Fahrer bei irgendeinem unerwarteten Zwischenfall sogar komplett die Reifen ausgehen.

Ganz so schlimm wird es nun doch nicht werden. Die Long-Runs, die am Samstagmorgen absolviert wurden, lassen auf drei oder vier Boxenstopps schließen. "Der superweiche Reifen sollte um die zehn Runden halten, der weiche um die 20", erklärte Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery.

Red Bull wählt alternative Reifenstrategie

Er geht von Dreistopp-Strategien aus, doch die Teams und Fahrer sind da vorsichtiger. "Es ist sehr schwierig, vorher zu wissen, welche Strategie im Rennen die richtige sein wird", sagte der Quali-Dritte Jenson Button. "Wir wissen zwar, dass die Reifen schnell kaputt gehen werden, aber wie schnell genau? Lohnt es sich überhaupt, reifenschonend zu fahren?"

Diese Frage haben die Teams für sich unterschiedlich beantwortet. Während die meisten Teams einen Satz superweiche Reifen für das Rennen aufgehoben haben, ist Red Bull den umgekehrten Weg gegangen.

Sie haben alle Qualifying-Sessions mit den superweichen Reifen absolviert, um im Rennen einen Satz weiche Reifen mehr zu haben. "Ich denke, das könnte im Rennen entscheidend sein", sagte Vettel. "Der Reifenverschleiß wird das Rennen entscheiden und in diesem Punkt war Button in Japan sehr gut."

Mehr weiche Reifen für Vettel

Vettel nicht. Wohl vor allem deshalb ist die Herangehensweise diesmal eine andere. Der mutmaßliche Plan könnte eine Dreistopp-Strategie mit einem kurzen ersten Stint auf den superweichen und dann zwei längeren auf frischen härteren Reifen vorsehen. Sollte man während des Rennens merken, dass drei Stopps nicht reichen, hätte man noch genügend angefahrene Reifensätze beider Mischungen übrig und wäre entsprechend flexibel.

"In der Theorie hat McLaren fünf Runden auf den härteren Reifen gedreht. Wir haben den gleichen Satz neu. Sollten diese Sätze im Rennen zum Einsatz kommen, müssten wir einen Vorteil haben", rechnete Red-Bull-Teamchef Christian Horner vor.

Er schien sich in der ungewohnten Rolle des Jägers gar nicht so unwohl zu fühlen. "Wir stehen auf den Startplätzen zwei und vier. Das ist mehr, als wir uns nach den Trainingseindrücken erwartet hatten. Hoffentlich können wir McLaren eine gute Herausforderung bieten", sagte Horner.

Beide McLaren stehen auf der sauberen Seite

Favorit McLaren - endlich, meint Teamchef Martin Whitmarsh: "Auch wenn sich die Pole-Position gut anfühlt und Lewis sicher anspornen wird: Wir sind hier, um Rennen zu gewinnen."

Button erwartet ein Duell zwischen McLaren und Red Bull um den Sieg und hat selbst gute Chancen, zumindest für einen Doppelsieg zu sorgen. Schon am Start sieht es für ihn gegen Vettel gut aus, da die ungeraden Startplätze auf der sauberen Seite sind, die in Südkorea einen deutlichen Vorteil bringen sollte.

Alonso fürchtet Rosberg am Start

So sieht es jedenfalls Fernando Alonso. Entsprechend wenig erfreut war er über seine Quali-Niederlage gegen Teamkollege Felipe Massa. "Hoffentlich verliere ich keinen Platz gegen Rosberg", sagte der Spanier, der sich nach den positiven Erfahrungen von Suzuka trotz allem noch eine Chance auf den Sieg ausrechnet.

Siegchancen sieht Mercedes trotz der Unvorhersehbarkeit der Reifensituation verständlicher Weise nicht. Aber sowohl Rosberg als Siebter, als auch Michael Schumacher als Zwölfter haben gute Aussichten auf ein gutes Rennen. Denn auch sie haben Reifensätze gespart.

Während es für Rosberg aber schwierig werden dürfte, in die Phalanx der drei Top-Teams einzubrechen, ist für Schumacher eine signifikante Verbesserung drin. Die Plätze sieben und acht sind das Ziel, alles andere ist Zugabe.

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

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