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Formel 1

Red Bull hat einen echten Gegner

Von Alexander Mey
Red Bull und Ferrari besetzen in Silverstone die ersten beiden Startreihen
© Getty

Red Bull lässt sich auch vom Motorenstreit nicht einbremsen. Ferrari scheint von den neuen Regeln profitieren zu können und ist beim Großbritannien-GP in Silverstone (So., 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) eine ernste Bedrohung. Dafür hinkt diesmal McLaren hinterher. Im Rennen kann trotzdem alles passieren.

Schon in Valencia ist es Red Bull aufgefallen, jetzt hat es sich in Silverstone erneut bestätigt. Es gibt pro Rennwochenende immer nur ein Team, das sie herausfordern kann. Oft war es McLaren, nun ist es wie in Valencia Ferrari.

Aus WM-Sicht ist das für Sebastian Vettel positiv, schließlich holt immer ein anderer seiner Verfolger Punkte, was seinem Vorsprung sehr gut tut. Nur eine Konstante bleibt: Mark Webber. Der Australier verzeichnet in den letzten Rennen einen Aufwärtstrend, den er nun mit der Pole-Position gekrönt hat.

Red Bull: Mischung aus Trotz und Bedenken

Und das, obwohl die FIA Red Bull zuvor durch die Rücknahme einer Ausnahmeregelung zu Gunsten der Haltbarkeit der Renault-Motoren auf die Palme gebracht hatte.

Dem Speed der Bullen im Qualifying hat es nicht allzu sehr geschadet. "Ich denke, wir sind sehr gut mit dem Gerede umgegangen", sagte Webber und betonte: "Das, was in den letzten Monaten passiert ist, haben wir nicht in den letzten Monaten geleistet. Das ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Alle arbeiten hart, aber unser Team schuftet unglaublich hart für den Erfolg."

Trotzdem leugnet niemand bei Red Bull, dass das Aussetzen der Sonderregelung für den Motor dem Team schadet. Insbesondere besteht die Sorge, dass es im Rennen Probleme mit der Haltbarkeit der Renault-Aggregate geben könnte. Einen Ausfall gab es bei den Bullen in der ganzen Saison noch nicht.

Aufwärtstrend überrascht Ferrari

Die Konkurrenz wird insgeheim hoffen, dass das Über-Team der bisherigen Saison einmal eine solche Schwäche zeigt, bevor die Motorenregel zum nächsten Rennen erneut modifiziert wird. Denn aus eigener Kraft hat wohl nur Fernando Alonso die Chance, Red Bull auf der Strecke zu schlagen.

"Wir hatten eigentlich erwartet, dass unser Rückstand auf dieser Art von Strecke größer werden würde. Dass er nun so gering ist wie noch nie in dieser Saison, ist sehr erfreulich", sagte Ferrari-Technikchef Pat Fry. Er gab aber auch zu: "Das liegt neben den Veränderungen am Auto auch an den Änderungen der Motorenregeln."

Alles zusammen macht Ferrari zu einer ernsten Gefahr für Vettel und Webber. Zumal die Roten endlich auch mit den härteren Pirelli-Reifen gut zurechtkommen. "Wir haben es zum ersten Mal in diesem Jahr geschafft, die harten Reifen richtig zum Arbeiten zu bringen", freute sich Felipe Massa, eigentlich ein erklärter Fan von weichen Reifen.

Pirelli rechnet mit vier Boxenstopps

Vorausgesetzt, es bleibt im Rennen trocken, wovon man in Silverstone trotz aller Vorhersagen jedoch niemals ausgehen kann, werden die Reifen wieder mal die Hauptrolle spielen.

Das Problem: Wegen des nassen Trainings am Freitag hat kein Team genügend Erkenntnisse über die Haltbarkeit der Pneus in den schnellen Kurven gewonnen.

Zahlreiche Boxenstopps könnten die Folge sein. "Viele werden wohl vier Stopps machen und sich darauf konzentrieren, das Optimum aus den weichen Reifen herauszuholen", prognostizierte Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery.

McLaren schiebt Frust und hofft auf Regen

McLaren und Mercedes werden bei Trockenheit wohl auch noch so viele Boxenstopps nicht helfen. Sie scheinen nicht den Speed für das Podium zu haben. Für die Silberpfeile ist das keine große Überraschung - für McLaren schon.

"Der fünfte Platz ist nach allem, was wir in den letzten Tagen erlebt haben, okay. Aber der Rückstand von 1,5 Sekunden ist massiv. Es ist enttäuschend zu sehen, wo wir stehen", sagte Jenson Button sichtlich ernüchtert.

Seinem Teamkollegen Lewis Hamilton ging es nach verzocktem Regen-Qualifying als Zehntem noch schlechter. Er hofft im Rennen auf das Gleiche, das auch Michael Schumacher von Rang 13 aus retten könnte: Regen.

Stand in der Fahrer- und Konstrukteurs-WM

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