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Formel 1

F-1-Legende vom Blitz getroffen

Von Alexander Mey
blitzschlag
© Getty

Lewis Hamilton ist Weltmeister, Felipe Massa nicht. So oder so ähnlich kann man nüchtern das zusammenfassen, was beim Brasilien-GP am Wochenende abgelaufen ist. In Wahrheit war es natürlich viel dramatischer, aber auch neben der Strecke ging es dramatisch zu. Zum Beispiel bei Heinz Prüller vom "ORF". Die Top 8 aus Sao Paulo.

Platz 8: Die letzte Rille

Es ist vorbei. Endlich. Ab jetzt gibt es wieder richtige Formel 1. In Brasilien haben die von allen ungeliebten Rillenreifen ihre letzten Runden gedreht. Schon bei den nächsten Tests in Barcelona wird wieder auf Slicks gefahren. Gott sei Dank!

Platz 7: Ende mit Schrecken

David Coulthard hatte bestimmt viele Szenarien im Kopf, wie er gerne sein letztes Formel-1-Rennen beenden würde. Eine Kollision in der allerersten Kurve war bestimmt nicht dabei. Aber so kam es nun mal - und Coulthard trug es mit der ihm eigenen Gelassenheit. "Ich bin sehr enttäuscht, so wollte ich meine Karriere nicht beenden. Ich kann mich dennoch nicht beschweren, ich hatte eine gute Laufbahn." Mach's gut David, du wirst uns fehlen!

Platz 6: Blöd gelaufen, BMW

BMW-Sauber hat die Saison in den letzten Rennen locker ausklingen lassen. Konzentration auf das kommende Jahr und so. Aus Teamsicht verständlich, schließlich war Platz drei in der Konstrukteurs-WM sicher. Die beiden Fahrer haben aber unter dem Larifari extrem gelitten. Robert Kubica hat durch seine Nullnummer in Sao Paulo noch Platz drei in der Fahrerwertung an Kimi Räikkönen verloren. Auch Nick Heidfelds fünfter Platz ging noch flöten. Fernando Alonso zog vorbei. Dumm gelaufen.

Platz 5: Ein Drittel Weltmeister

Apropos Alonso: Hätte die Saison nur aus den letzten sechs Rennen bestanden, wäre der Spanier überlegen Weltmeister geworden. Seit dem Belgien-GP im September hat Alonso 43 WM-Punkte geholt. Weltmeister Hamilton kam im gleichen Zeitraum auf 28 Zähler, Felipe Massa immerhin auf 33. Alonso konnte aber keiner was. Ärgerlich nur, dass es in den zwölf Rennen davor gerade mal 18 Punkte gab.

Platz 4: Party mit Nicole und Co.

Lewis Hamilton hat seinen WM-Titel gefeiert. Klar. Aber wie? Zuerst mit vielen Schampus-Duschen in der McLaren-Box, später mit der Familie im Steakhouse. Und dann? Dann ging es nicht auf die große Red-Bull-Party, es ging in die Bar "Museum". Dort dauerte die Party, bei der auch Hamiltons Freund Adrian Sutil dabei gewesen sein soll, bis in die Morgenstunden.

Doch jetzt kommt das wirklich Beängstigende: Hamilton erschien nach nur ein paar Stunden Schlaf gegen 11 Uhr im Hilton Hotel und berichtete, er sei taufrisch, habe keinen Kater. Entweder steckt er eine Menge weg oder er muss noch lernen, wie man einen WM-Titel richtig feiert.

Platz 3: 208.000 Euro dank Lewis

Vertrauen ist alles, auch wenn man es in einen 13-jährigen Jungen setzt. Ein Brite hat genau dass vor zehn Jahren getan und auf den ersten Sieg und den ersten WM-Titel von Hamilton gewettet.

Die erste dieser drei Wetten hatte schon im vorigen Jahr getroffen und bei einer Quote von 200:1 für 252,80 Euro einen Gewinn von 50.560 Euro eingebracht, als Hamilton vor seinem 23. Geburtstag sein erstes Formel-1-Rennen gewann.

Dazu kamen jetzt 63.200 Euro für 126,40 Euro Einsatz bei einer Quote von 500:1 dazu, weil Hamilton vor seinem 25. Geburtstag Weltmeister wurde, und noch einmal 94.800 Euro für die Kombination aus diesen beiden Wetten. Darauf waren 63,20 Euro bei einer Quote von 1500:1 gesetzt worden.

 

Platz 2: Assauer fühlt mit Massa

Bundesliga-Finale 2001: Der FC Schalke 04 feiert schon die Meisterschaft. Doch dann das: Patrick Andersson trifft für den FC Bayern in der Nachspielzeit gegen den HSV, Bayern ist Meister, Schalke hat zu früh gejubelt und weint stattdessen bitterlich.

Formel-1-Finale 2008: Felipe Massa fährt über die Ziellinie, seine Familie liegt sich ob des vermeintlich gewonnenen WM-Titels jubelnd in den Armen. Doch dann das: Lewis Hamilton überholt in der letzten Kurve Timo Glock und gewinnt doch noch den Titel. Der Massa-Clan hat zu früh gejubelt und weint stattdessen bitterlich. Inoffiziellen Berechnungen zufolge dauerte die rote Freude bis zu Hamiltons Zieldurchfahrt exakt 39 Sekunden.

Das war bitter, aber es gab Trost aus Deutschland. Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer sagte der "Bild": "Sofort kamen bei mir die Bilder von 2001 hoch. Die Tränen, die seelischen Schmerzen - ich kann mit Massa und Ferrari mitfühlen." Rot-Königsblaue Seelenverwandtschaft - ist das rührend!

Platz 1: Formel-1-Legende vom Blitz getroffen

Heinz Prüller. Allein die Nennung des Namens reicht schon, dann ist einem Formel-1-Kenner alles klar. Prüller ist DIE Kommentatoren-Legende des "ORF". Prüller macht den Job schon seit gefühlt 200 Jahren. Er kennt jeden, jeder kennt ihn. Prüller hat schon alles erlebt. Und er erzählt gerne Geschichten darüber. So gerne, dass er während wichtiger Rennen auch schnell mal die entscheidenden Szenen verpasst. So wie Hamiltons Überholmanöver gegen Glock zum Beispiel.

Aber diesmal war Prüller auch entschuldigt. Denn kurz vor Beginn der Live-Übertragung am Sonntag schlug in der "ORF"-Kommentatorenbox der Blitz ein. Prüller und Experte Alexander Wurz passierte zum Glück nichts, aber die Technik war hinüber. Prüller kommentierte via Telefon. Wie in alten Zeiten eben.

Hamilton ist Weltmeister: Reaktionen von Experten und Usern

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