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Formel 1

Zoff nach "Rodeo-Spiel"

Von Andreas Allmaier
© Getty

Zwei Rennen vor Saisonende nimmt der Kampf um die Formel-1-Weltmeisterschaft noch einmal ordentlich Fahrt auf. Nach dem Grand Prix von Japan in Fuji, den Renault-Pilot Fernando Alonso gewann, fühlen sich sowohl Ferrari als auch McLaren als Opfer ungerechtfertigter Entscheidungen.

Besonders zwei Szenen erhitzten die Gemüter: Zum einen der Start, bei dem Lewis Hamilton nicht so recht vom Fleck kam, sich dann aber kurzzeitig an Kimi Räikkönen vorbeibremste.

Zum anderen ein Manöver kurz darauf, bei dem Massa über die Kerbs räuberte, mit Hamilton kollidierte und den McLaren des Briten umdrehte (beide Szenen im Video bei SPOX.TV).

Haug richtig verärgert

Beide Vorfälle waren von den Rennkommissaren noch während des Grand Prix mit Durchfahrtsstrafen für Hamilton und Massa geahndet worden.

Vor allem die zweite Szene brachte Norbert Haug ordentlich auf die Palme. "Das ist für mich das Thema des Rennens: Ohne den Umdreher hätten wir einen fairen Fight gesehen. Massa war dahinter, er hatte einen ordentlichen Speed gehabt. Hier muss Felipe einsehen, dass wir nicht das Rodeo-Spiel machen", sagte der Mercedes-Motorsportchef bei Premiere.

"Das ist Motorsport, oder?" 

Teamchef Ron Dennis zweifelte die Durchfahrtsstrafe gegen Hamilton an: "Mir ist nach wie vor nicht ganz klar, warum Lewis bestraft wurde. Das ist Motorsport, oder? In der ersten Runde passiert es oft, dass Autos aus der Ideallinie herausfahren. Er hat niemanden berührt, er hat sich praktisch selbst Schaden am Auto zugefügt. Keine Ahnung, warum er bestraft wurde."

Der Ärger der silbernen Führungsriege wurde kurz nach der Siegerehrung weiter angeheizt, als Felipe Massa durch eine nachträgliche Bestrafung des Toro-Rosso-Piloten Sebastien Bourdais von Platz acht auf sieben vorrückte und so den Rückstand auf Hamilton in der WM-Wertung auf fünf Punkte verkürzte.

Rennkommissare im Kreuzfeuer der Kritik

Dennis: "Es ist rätselhaft, was da für Entscheidungen gefällt werden. Wir versuchen, über den Dingen zu stehen und werden weiter kämpfen."

Die Rennkommissare im Kreuzfeuer der Kritik - schon wieder!

Selbst Ferrari schimpfte trotz des Aufschließens in der Fahrer-WM und der Übernahme der Führung bei den Konstrukteuren über die Entscheidungen der Exekutive. "Ich bin sehr verblüfft, warum wir überhaupt eine Durchfahrtsstrafe bekommen haben", sagte Ferrari-Renningenieur Rob Smedley.

Ex-Weltmeister Niki Lauda wettert: "Ich kann die Entscheidungen langsam nicht mehr nachvollziehen. Wenn das so weitergeht, dann fahren die Piloten bald nur noch in einer Reihe hintereinander." 

Nach dem Rennen diskutierten die mySPOX-User kontrovers über die Strafen

Lewis Hamilton war nach dem Grand Prix restlos bedient. Als Pole-Setter hatte er alle Möglichkeiten, seinen Vorsprung auf Massa vor dem Rennen in Schanghai am kommenden Sonntag auszubauen. Stattdessen ist sein Polster bedrohlich geschrumpft. Erinnerungen an die vergangene Saison werden wach, als er den schon sicher geglaubten Titel in den letzten beiden WM-Läufen verspielte.

"Ich habe Massa nichts zu sagen"

"Ich werde nicht mit Massa sprechen, ich habe ihm nichts zu sagen", meinte Hamilton. "Ich werde ihn einfach beim nächsten Rennen besiegen." 

Sollten die Streithähne allerdings weiterhin mit solch harten Bandagen operieren, droht sogar noch Gefahr von hinten. Robert Kubica hielt sich in Fuji unauffällig aus den meisten Scharmützeln heraus und ist nach seinem zweiten Rang plötzlich nur noch sieben Punkte hinter Massa.

Während seine Kollegen der beiden Top-Teams noch mit sich und den Strafen beschäftigt waren, schwor der Pole bereits die Mitarbeiter seines Teams ein: "Wir haben Chancen auf den Titel - lasst uns versuchen, sie zu nutzen."

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