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Eishockey

"Bedeutet nicht allzu viel"

SID
Pat Cortina will das Ergebnis der deutschen Mannschaft gegen Russland nicht überbewerten
© getty

Ein Sieg gegen Russland ist für einen deutschen Eishockey-Bundestrainer nun wahrlich kein Alltagsereignis. Ganze neunmal hat das in 105 Duellen geklappt. Pat Cortina aber sah nach dem überzeugenden 3:0 in Landshut aus, als hätte er gerade eine x-beliebige Übungseinheit hinter sich.

Als alter Mann werde er vielleicht mal mit Stolz daran zurückdenken, jetzt sei keine Zeit dafür, sagte der Italo-Kanadier lapidar. "Es ist Vorbereitung, das bedeutet nicht allzu viel."

Cortina interessiert, was ab dem 10. Mai passiert, wenn das Team des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) in Minsk gegen Kasachstan die Weltmeisterschaft (9. bis 25. Mai) beginnt. Ein Erfolg in der heißen WM-Testphase gegen den Rekordweltmeister, der ohne NHL-Superstar Alexander Owetschkin antrat, ist da zwar willkommen, aber auch kein echter Gradmesser. "Wir dürfen nicht vergessen, dass die Russen müde waren", betonte Cortina.

Dennoch hatte ihm gefallen, wie seine Mannschaft auf die 2:4-Niederlage vom Donnerstag (mit Owetschkin) reagierte. "Wir hatten einen Tag lang Zeit, an unsere Identität zu erinnern", sagte der DEB-Coach, und das hieß auf Disziplin, Einsatz und einfaches Eishockey Wert zu legen. Yasin Ehliz (15.), Felix Schütz (25.) und Yannic Seidenberg (60.) sorgten dazu für den offensiven Ertrag. "Wir können nicht spielen wie die Russen, wir müssen uns treu sein und 60 Minuten deutsches Eishockey zeigen", machte Cortina klar.

"Brauchen immer 100 Prozent"

Wenn dazu der Torhüter einen solchen Glanztag erwischt wie Debütant Philipp Grubauer, dann ist die DEB-Auswahl selbst gegen einen achtmaligen Olympiasieger nicht von vornherein chancenlos. "Mit so einer Leistung werden wir auch bei der WM gut sein. Aber wir brauchen immer 100 Prozent, sonst geht es in die Hose", sagte Nordamerika-Legionär Marcel Noebels, der erstmals seit seiner Ankunft am letzten Mittwoch spielte. Dessen ebenfalls positiver Auftritt wurde aber von Grubauer etwas in den Schatten gedrängt. Das gestand Noebels ein: "Grubi war absolut überragend."

Der 22-jährige Rosenheimer, in dieser Saison 17-mal im Tor der Washington Capitals in der NHL, brillierte in seinem ersten A-Länderspiel. Was immer die Sbornaja versuchte, Grubauer hatte die bessere Antwort und strahlte dabei stoische Ruhe aus. Bei allem Lob für seinen Goalie plädierte Cortina aber auch hier für eine maßvolle Einschätzung. "Es war nur Spiel", sagte er, doch in dieser Verfassung sollte Grubauer ein sicherer WM-Kandidat sein.

Chance für DEL-Finalisten

Genauso wie eine ganze Reihe von Profis der DEL-Finalserie zwischen Köln und Ingolstadt, die sich am Sonntag in Spiel sechs gegenüberstanden. Sieben bis acht Kandidaten plus die Torhüter Danny aus den Birken (Köln) und Timo Pielmeier (Ingolstadt), konkretisierte Cortina noch einmal, haben eine Chance, ins WM-Aufgebot zu rücken.

Ob schon am Freitag in Mannheim gegen die Schweiz Veränderungen vorgenommen werden oder erst vor der Generalprobe gegen die USA (6. Mai), hielt der Coach sich offen. Streichen wolle Cortina zunächst keinen Akteur. "Ich werde erst nach den Finals entscheiden, wer dazukommt. Die Spieler sollen sich jetzt darauf konzentrieren, erst dann kommt das Nationalteam."

Die WM im Überblick

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