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Eishockey

Schweden rehabilitiert sich - Kanada souverän

Von Felix Götz / Thomas Jahn
Der russische Stürmer Petrov erzielt das 6:0 gegen Lettland in der 45 Spielminute
© getty

Kanada hat sein erstes Gruppenspiel bei der Eishockey-WM 2013 gegen Dänemark dank Treffer der NHL-Stars mit 3:1 für sich entschieden. Auch die Gastgeber blieben siegreich: Schweden sicherte sich wichtigen Sieg gegen Tschechien, Finnland schlug die Slowakei mit 2:0. Die USA drehten ihre Partie gegen Österreich, Norwegen besiegte Slowenien.

Gruppe H

Russland - Lettland 6:0 (1:0, 3:0, 2:0)

Tore: 1:0 Biryukov (13:03), 2:0 Medvedev (28:44), 3:0 Radulov (32:59), 4:0 Ryasenski (38:55), 5:0 Kovalchuk (40:17), 6:0 Petrov (44:11 PP)

Strafen: 2:4

Titelverteidiger Russland brauchte gegen den Underdog aus Lettland zwar eine kurze Anlaufphase, machte in seiner Auftaktpartie mit 34 zu 15 Torschüssen am Ende jedoch einen Klassenunterschied deutlich. Yevgeni Medwedev hatte nach neun Minuten die erste gute Chance für die Sbornaja, sein Schuss knallte aber gegen den Pfosten. Kurz darauf machte es Jewgeni Biryukov besser und vollstreckte nach sehenswerter Kombination (14.). Lettland zeigte sich auch nach dem Rückstand kaum beeindruckt und hielt zunächst gut mit. Allerdings nutzte der Außenseiter auch eine Überzahl zu Beginn des zweiten Drittels nicht. Zwar konnten die Letten kurz darauf eine doppelte Unterzahl gegen die russische Offensivmaschine ihrerseits schadlos überstehen, mussten aber in der Folge auf Armands Berzins verzichten, der für einen bösen Check von hinten eine Matchstrafe kassierte.

Wenig später schlug Russland erneut zu: Yevgeni Medvedev schaltete nach einem abgewehrten Schuss von Kirill Petrov am schnellsten und schob unbedrängt ein (29.). Das zweite Gegentor zeigte dann Wirkung bei den Letten, deren anfänglicher Widerstand nun gebrochen war: Alexander Radulov legte kurz darauf mit einem sehenswerten Treffer zum 3:0 nach und sorgte so für die Vorentscheidung. Im Fallen knallte er den Puck in die rechte obere Ecke (33.). Das Team von Trainer Sinetula Biljaletdinov blieb aktiver, Yevgeni Ryasenski besorgte folgerichtig das 4:0 (39.).

Lettland tauschte zu Beginn des Schlussdrittels den Goalie, doch auch Edgars Masalskis musste nach nur 17 Sekunden schon hinter sich greifen: Nach dem Bully war Devils-Superstar Ilya Kovalchuk, der das 3:0 aufgelegt hatte, frei durch und schlenzte den Puck in die rechte obere Ecke (41.). Der Sieg war längst eingetütet, doch Russland ließ auch in der Folge nicht locker: In Überzahl erhöhte Petrov auf 6:0 (45.). Erst danach schaltete der Titelverteidiger einige Gänge zurück. Auch von Lettland kam nicht mehr viel, so dass Sbornaja-Keeper Ilya Bryzgalov seinen ersten Turnier-Shoutout feiern durfte. Ein ungewohntes Gefühl für den Flyers-Schlussmann, der in der regulären NHL-Saison mit Philadelphia in 40 Spielen lediglich einmal ohne Gegentreffer blieb.

Finnland - Slowakei 2:0 (1:0, 0:0, 1:0)

Tore: 1:0 Aaltonen (11:28), 2:0 Kontiola (42:09)

Strafen: 5:4

Die Slowakei begann in der Hartwall Arena in Helsinki druckvoll und drängte auf das frühe Tor, Torhüter Antti Raanta rettete den Finnen mehrfach das 0:0. Wie aus dem Nichts ging dann Finnland, das sein erstes Gruppenspiel gegen Deutschland nach Verlängerung mit 4:3 gewonnen hatte, in Führung: Einen Schuss von Petri Kontiola lenkte Juhamatti Aaltonen ins slowakische Tor (12.).

Auch nach dem Gegentreffer war die Slowakei das bessere Team und versuchte alles, um schnell zum Ausgleich zu kommen. Finnland kam jetzt allerdings besser in der Partie und stand defensiv stabil. Dennoch fand Peter Ölvecky eine Lücke, hatte die Chance zum Ausgleich, scheiterte aber ebenfalls an Raanta (33.).

Gleich zu Beginn des Schlussdrittels gelang den Finnen die Vorentscheidung: Unmittelbar nach überstandenem Powerplay der Slowaken tauchte der Gastgeber in Überzahl vor dem gegnerischen Tor auf, Kontiola schloss den Angriff zum 2:0 ab (43.). Es entwickelte sich eine packende Schlussphase, in der beide Teams einige Chancen liegen ließen. Trotz 36 Schüssen gegenüber den 23 der Finnen konnte die Slowakei Raanta aber nicht mehr überwinden. Für Finnland geht es als nächstes am Montagabend gegen Frankreich, die Slowakei trifft zuvor am Nachmittag auf das DEB-Team.

USA - Österreich 5:3 (1:2, 4:1, 0:0)

Tore: 0:1 Latusa (4:58), 0:2 Welser (5:38), 1:2 Moss (10:02 PP), 2:2 Johnson (23:38), 3:2 Stapleton (29:31), 4:2 Palushaj (30:57), 4:3 Schuller (33:21), 5:3 Johnson (38:32 PP)

Strafen: 1:3

11.15 Uhr war den US-Amerikanern in ihrem Auftaktmatch wohl zu früh: Ehe sich der haushohe Favorit versah, lag er gegen die frech aufspielenden Österreicher mit 0:2 zurück. Die Österreicher erzielten ihre beiden Treffer vor 8200 Fans in der Hartwall-Arena in Helsinki innerhalb von nur 40 Sekunden. Michael Latusa bestrafte einen verheerenden Fehlpass der USA eiskalt, ehe Daniel Welser einen Rebound von Keeper Ben Bishop zum zweiten Treffer nutzte.

Der Nachbericht zu Deutschland - Finnland: 3.4 n.V.

Danach waren die US-Boys aber wachgerüttelt: In Überzahl verkürzten die Amerikaner nach nur zwölf Sekunden im Überzahlspiel. Im zweiten Drittel wurde der Druck auf Österreich dann riesig, das Team von Coach Joe Sacco agierte nun zielstrebiger und nutzte seine Chancen, Österreich funktionierte dagegen nicht mehr so kompakt als Team.

Nach 40 Minuten stand es dank der Treffer von Eric Johnson, Tim Stapleton und Aaron Palushaj schließlich 5:3. Im Schlussabschnitt tat sich nicht mehr viel. Die USA schalteten einen Gang zurück, Österreich hielt immerhin die Null.

Gruppe S

Tschechien - Schweden 1:2 (0:1, 1:1, 0:0)

Tore: 0:1 Ericsson (10:14), 0:2 Tallinder (23:38), 1:2 Hudler (32:40 PP)

Strafen: 4:5

Schweden, nach der 2:3-Auftaktniederlage gegen die Schweiz unter Druck, begann im Stockholmer Globen sehr offensiv und ging in der elften Minuten in Führung: Nach einem Konter kam Martin Thörnberg hinter dem Tor der Tschechen an den Puck und spielte zu Jimmie Ericsson, der freistehend am kurzen Pfosten nur noch einschieben musste.

Auch danach war die Tre Kronor das bessere Team, erst zu Beginn des zweiten Drittels kam von Tschechien offensiv in Fahrt. Petr Tenkrat hatte die Chance zum Ausgleich, scheiterte aber an Schwedens Torhüter Jhonas Enroth (24.). Mit ihrer nächsten Möglichkeit machten es die WM-Gastgeber auf der anderen Seite besser. Nach einem Konter kam Henrik Tallinder an den Puck und überwand Keeper Alexander Salak aus kürzester Distanz (24.).

Dennoch gab Tschechien nicht auf, und wurde trotz eines Schussverhältnisses von zu diesem Zeitpunkt 9:24 belohnt. NHL-Profi Jiri Hudler fälschte während eines Powerplays der stärker werdenden Osteuropäer einen Schuss von Flyers-Angreifer Jakub Voracek unhaltbar zum Anschlusstreffer ab (32.). Die hitzige Partie war jetzt komplett offen, Salak musste anschließend gleich mehrfach das 1:3 verhindern (35.).

Auch im letzten Drittel gingen beide weiter hohes Risiko. Vor allem Schweden drängte auf die Entscheidung, konnte diese aber auch nicht im Powerplay herbeiführen. Tschechien blieb bis zum Schluss dran, der Ausgleich gelang aber trotz Überzahl in der Schlussminute nicht mehr. Für Schweden geht es als nächstes am Montagabend gegen Weißrussland, davor trifft Tschechien am Nachmittag auf die Schweiz.

Kanada - Dänemark 3:1 (0:1, 2:0, 1:0)

Tore: 0:1 Green (4:50 PP), 1:1 Duchene (30:15), 2:1 Stamkos (31:38, PP), 3:1 Duchene (47:03)

Strafen: 3:6

Dank seiner NHL-Stars hat Team Canada einen Auftaktsieg gegen Dänemark eingefahren. Dabei erwischte der Außenseiter aus Skandinavien im Stockholmer Globen einen Traumstart gegen Steven Stamkos, Claude Giroux und Co. Während eines Powerplays bekam Morten Green den Puck in der fünften Spielminute im Slot zugespielt und verwandelte per Rückhandschuss. Kanada reagierte wütend und drängte vehement auf den Ausgleich, Dänemark verteidigte jedoch diszipliniert und hielt die Kanadier weitestgehend vom eigenen Kasten fern.

Erst im zweiten Drittel konnten die Kanadier eine Unachtsamkeit in der dänischen Defensive ausnutzen, Colorado-Center Matt Duchene war zur Stelle und traf zum inzwischen verdienten Ausgleich (31.). Dänemark stand in der Folge enorm unter Druck und schon wenig später legte Kanada in Überzahl nach: Steven Stamkos, mit 57 Punkten zweitbester NHL-Scorer der regulären Saison, machte den Doppelschlag perfekt. Innerhalb von eineinhalb Minuten hatte der Favorit das Spiel gedreht (32.).

Kanada wurde seiner Favoritenrolle nun immer mehr gerecht, 11:4 Schüsse verzeichnete das Team aus Nordamerika im zweiten Drittel. Im ersten Abschnitt war diese Bilanz bei 11:10 noch vergleichsweise ausgeglichen gewesen. Auch im letzten Durchgang drückte Kanada weiter, tat sich gegen die gut sortierten Dänen aber trotz zahlreicher Powerplays schwer. Für die Vorentscheidung sorgte dann Duchene, der mit seinem zweiten Treffer nach Assist von Oilers-Angreifer Jordan Eberle auf 3:1 erhöhte (48.).

In der Folge ließ der Favorit nichts mehr anbrennen. Dänemark fand im Schlussdrittel nicht mehr zurück in die Partie, Torhüter Simon Nielsen bewahrte die Skandinavier mit einigen Glanztaten noch vor einer höheren Niederlage. Team Canada bekommt es am Sonntag mit der Schweiz zu tun, Dänemark muss dann gegen Norwegen ran.

Norwegen - Slowenien 3:1 (2:1, 0:0, 1:0)

Tore: 1:0 Bastiansen (1:02), 2:0 Bastiansen (14:03), 2:1 Jeglic (19:43), 3:1 Hansen (59:55)

Strafen: 4:5

Als leichter Favorit ging das Team aus Norwegen in die Partie im Globen zu Stockholm - und die Truppe von Coach Roy Johansen wurde diesem Status bereits nach 62 Sekunden gerecht. Nach Vorlage von Ken Olimb netzte Anders Bastiansen per Schlenzer ins lange Eck zur frühen Führung ein. Die Isbjörnen drängten auch nach dem Führungstreffer weiter auf das slowenische Gehäuse und belohnten sich für ihre Mühen: Im Eins-gegen-Eins gegen Keeper Robert Kristan bbehielt Bastiansen cool und erhöhte per Tunnel mit seinem zweiten Treffer auf 2:0.

Von den Slowenen, die beim Turnier wohl vornehmlich um den Klassenerhalt kämpfen müssen, ging dagegen so gut wie gar nichts - im ersten Drittel reichte es gerade einmal zu vier Torschüssen. Einen davon nutzte Ziga Jeglic jedoch kurz vor der Sirene zum überraschenden Anschluss - die Norweger hatten sich zuvor einen bitteren Turnover hinter dem eigenen Gehäuse geleistet.

Der Anschluss gab Slowenien Auftrieb für den zweiten Spielabschnitt: Die Norweger durften sich in einem ganz schwachen Drittel bei Keeper Lars Haugen bedanken, dass er alle zehn Versuche der Slowenen entschärfte und seiner im Schongang agierenden Mannschaft die Führung rettete. Im Schlussdrittel fingen sich die Skandinavier dann wieder, bemühten sich um mehr Spielkontrolle und setzten der leidenschaftlichen Schlussoffensive der Osteuropäer mit Mads Hansens Empty-Net-Goal kurz vor Schluss ein jähes Ende.

Der Spielplan der WM

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