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Eishockey

Schweden gewinnt deutlich, erste Finnland-Pleite

Von Thomas Jahn
Mit einem 7:1-Kantersieg gegen Slowenien feiert die Schweiz den vierten Sieg im vierten Spiel
© getty

Während die Schweden im hitzigen Nachbarduell gegen Norwegen mit 5:1 die Oberhand behielten, fügten die USA Co-Gastgeber Finnland die erste Turnierpleite der WM 2013 zu. Das Überraschungsteam aus der Schweiz marschiert derweil weiter und fegte Slowenien mit 7:1 vom Eis.

Gruppe S

Norwegen - Schweden 1:5 (0:2, 1:0, 0:3)

Tore: 0:1 Landeskog (09:26), 0:2 Eriksson (14:00), 1:2 Holtet (31:53), 1:3 Jämtin (44:11), 1:4 Falth (44:59), 1:5 Landeskog (56:33)

Strafen: 6:8

Glatter hätte das Anfangsdrittel im Skandinavien-Duell für die Tre Kronor wohl kaum laufen können. Schwedens NHL-Stars Gabriel Landeskog (Colorado) und Loui Eriksson (Dallas) sorgten mit ihrem Doppelschlag für eine ordentliche Portion Euphorie auf den Rängen des Stockholmer Globen.

Norwegen biss sich fortwährend die Zähne an der schwedischen Defensive aus und brachte es im ersten Abschnitt auf klägliche sechs Schüsse. Auch nach der ersten Pause blieben die Gastgeber das dominante Team und vergaben durch Dick Axelssons die große Chance auf das dritte Tor: Norwegen-Keeper Lars Haugen blieb beim Penalty Sieger gegen den MODO-Profi.

Das Derby wurde in der Folge immer hitziger, Spielfluss und Chancen blieben auf der Strecke. Wie aus dem Nichts schlug Norwegen dann plötzlich zum 1:2 zu: Marius Holtet nutzte einen groben Abspielfehler der Hausherren eiskalt und sorgte so für Spannung vor dem Schlussdrittel.

Von einer norwegischen Aufholjagd war dort aber weit und breit nichts zu sehen - im Gegenteil! Innerhalb von 48 Sekunden ließen Andreas Hjämtin (45.) und Elias Falth (45.) die Comeback-Träume der Gäste wie eine Seifenblase platzen. Die Rot-Blauen danach frustriert und mit einiger unnötiger Härte, Schweden bleib cool und spielte das Ergebnis souverän nach Hause.

Die Tre Kronor legten durch Landeskogs Schuss ins leere Gästetor am Ende noch einmal nach und sichern sich damit vorübergehend den zweiten Rang in Gruppe S. Norwegen bleibt durch die 13. Niederlage im 15. WM-Aufeinandertreffen mit Schweden dagegen vorerst auf Position vier, könnte am Donnerstag jedoch von Tschechien oder Weißrussland verdrängt werden.

Gruppe H

USA - Finnland 4:1 (1:1, 0:0, 3:0)

Tore: 0:1 Koskiranta (05:53), 1:1 Smith (17:36), 2:1 Smith (43:22 PP), 3:1 Gionta (51:29), 4:1 Smith (59:18)

Strafen: 6:4

Nach nur sechs Minuten bebte die Hartwall Arena zu Helsinki zum ersten Mal: US-Verteidiger Jeff Petry leistete sich einen Riesenbock und säbelte gleich zweimal an einem springenden Puck vorbei. Jarno Koskiranta reagierte blitzschnell und stocherte auf vollem Lauf gegen Goalie John Gibson ein.

Kurz darauf flogen nach Ryan Carters vollkommen überflüssigen Check gegen Finnen-Goalie Antti Raanta die Fäuste - die Partie wurde kurz unterbrochen, die Refs verteilten insgesamt zehn Strafminuten. Die daraufhin sichtlich aufgepushten USA drängten fortan auf den Ausgleich und belohnten sich kurz vor dem Drittelende: Craig Smith hielt nach Sahnepass von David Moss die Kelle zum 1:1 hin.

So temporeich das erste Drittel ablief, so ereignislos verlief das zweite: Vor allem die USA schalteten offensiv einen Gang runter, die plötzlich dominanten Finnen vermochten daraus jedoch kein Kapital zu schlagen - auch dank Gibsons Monster-Save gegen Aaltonen (38.).

Dass die USA zu den stärksten Powerplay-Teams des Turniers gehören, stellten sie nach knapp vier Minuten im Schlussdrittel unter Beweis. Der perfekt freigespielte Smith überwand Raanta mit seinem verdeckten Schuss zum zweiten Mal. Dann wurde es bitter für Team Suomi: Nachdem Gibson im Eins-gegen-Eins gegen Aaltonen Sieger blieb, sorgte Stephen Gionta im Gegenzug für die Vorentscheidung.

Smiths Tor ins leere Netz machte seinen Hattrick und die erste Turnierpleite der Finnen schließlich perfekt. Durch den Dreier ziehen die US-Boys mit neun Zählern an Finnland (8) vorbei und erobern Rang zwei in Gruppe H.

Slowenien - Schweiz 1:7 (1:3, 0:3, 0:1)

Tore: 1:0 Pajic (06:13), 1:1 Bodenmann (14:59), 1:2 Cunti (17:39 PP), 1:3 Hollenstein (19:23 PP), 1:4 Hollenstein (31:20), 1:5 Moser (35:02 PP), 1:6 Ambuhl (39:53), 1:7 Suri (44:05)

Strafen: 4:2

Simon Bodenmann, Luca Cunti und Denis Hollenstein - diese Schweizer Angriffsreihe werden die Slowenen wohl so schnell nicht mehr vergessen. Nachdem Rok Pajic die Slowenen zunächst in Führung gebracht hatte nahm das besagte Eidgenossen-Trio den WM-Aufsteiger in den letzten fünf Minuten des ersten Drittels mit je einem Treffer und zwei Assists im Schnelldurchlauf auseinander.

Auch im zweiten Abschnitt hatte Slowenien nicht mehr viel entgegenzusetzen und schaffte es mit drei mickrigen Torschüssen nicht auf die Anzeigetafel. Anders die Schweiz: Hollenstein stocherte den Puck nach Rebound zum 4:1 über die Linie (32.). Das Team von Coach Matjz Kopitar ließ die Abreibung danach beinahe wehrlos über sich ergehen und kassierte zwei weitere Treffer durch Simon Moser und Andreas Ambuhl.

Kopitar erlöste seinen Goalie Andrej Hocevar zu Beginn des letzten Drittels und ließ Robert Kristan ran. Doch auch der kam nicht ungeschoren davon: Die Schweiz, die nun ein lockeres Trainingsspielchen absolvierte, erhöhte durch Suris abgefälschten Schuss noch zum 7:1-Endstand.

Die bockstarken Eidgenossen sichern damit die Tabellenführung in Gruppe S und können mit vier Siegen und elf Punkten bereits für das Viertelfinale planen. Slowenien bleibt mit einem Punkt Schlusslicht muss weiter um den Klassenerhalt zittern.

Die Eishockey-WM im Überblick

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