Fussball

Finanzielle Probleme: Vorstand von Zweite-Liga-Klub Blau-Weiß Linz tritt zurück

Von APA
Goran Djuricin war erst im Frühling 2019 als Trainer bei BW Linz bestellt worden.

Der Vorstand des Zweitligisten Blau-Weiß Linz wird bei der anstehenden Mitgliederversammlung geschlossen zurücktreten. Dies gaben die Oberösterreicher am Freitag in einer Stellungnahme bekannt. Diese Entscheidung sei bei einer Vorstandssitzung am Donnerstag gefällt worden. Vorangegangen waren ihr Berichte über große finanzielle Probleme bei Blau-Weiß.

So hat auch die Bundesliga ein Verfahren gegen die in der Tabelle der 2. Liga auf Rang zwölf überwinternden Linzer eingeleitet, da diese die Finanzkennzahlen der Saison 2018/19 nicht wie im Lizenzverfahren vorgesehen genannt hatten. Laut einem Bericht der "Oberösterreichischen Nachrichten" soll Blau-Weiß in der laufenden Saison ein Budgetloch von 900.000 Euro haben.

"Da wir uns nicht in der Lage sehen, persönliche Haftungen für Kredite zu übernehmen, um den fehlenden Finanzbedarf für den Profifußball zu bewältigen, werden wir bei der nächsten Mitgliederversammlung vor Weihnachten zurücktreten, um damit den Weg für neue und finanzkräftige Leitungsorgane frei zu machen", hieß es in der Erklärung des Vorstands. Die Mitgliederversammlung wurde für 18. Dezember einberufen.

Die Verantwortlichen könnten zusichern, dass die Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern, Spielern und Partnern eingehalten werden und die Löhne pünktlich überwiesen werden. Darüber hinaus hielt das Führungsgremium fest: "Der Vorstand hat mit beträchtlichem persönlichen Aufwand in den letzten Monaten und Jahren alles unternommen, um den Verein auf eine gesunde wirtschaftliche Basis zu stellen, ist sich allerdings auch bewusst, dass mit der aktuellen wirtschaftlichen Struktur langfristig kein Profibetrieb zu führen ist."

Blau Weiß Linz: Trainer Goran Djuricin beurlaubt

Am Freitagnachmittag teilten die Linzer zudem die Kündigung von Trainer Goran Djuricin mit. "Wir haben es uns nicht leicht gemacht und in der letzten Woche den gesamten Herbst analysiert. Es war nicht alles schlecht, wir hatten auch sehr gute Phasen dabei. Doch die Entwicklung in den letzten Wochen, vor allem was die Gegentore betraf, hat uns am Ende aber leider keine andere Wahl gelassen und so haben wir uns entschieden, den Trainer zu beurlauben und neue Wege zu gehen", sagte Sportdirektor Tino Wawra.

"Es ist leider zu Stande gekommen, dass wir eine Menge an Toren bekommen haben - die meisten in der Liga - so etwas habe ich bislang als Trainer auch noch nicht erlebt und das ist auch ein Lernprozess für mich. Ich werde mich jetzt hinterfragen und analysieren, was genau passiert ist", meinte Djuricin.

Der ehemalige Rapid-Coach hatte Blau-Weiß im April übernommen, sein Vertrag wurde bis Sommer 2021 abgeschlossen. Zuletzt verloren die Oberösterreicher gegen Liefering mit 2:4 und 1:5. Wer Nachfolger von Djuricin wird, soll sich nach der Mitgliederversammlung in der Winterpause entscheiden.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung