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Fussball

Packende Partie von Verletzung überschattet

SID
Benedikt Zech konnte sich an den Unfall nicht erinnern

Der WAC ging durch einen Doppelpack von Daniel Offenbacher mit 2:0 in Führung, vergeigte jedoch diese. Eine packende Partie in St. Pölten wurde von der schweren Verletzung von Benedikt Zech überschattet.

St. Pölten hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einen Heimsieg verpasst. Beim 3:3 (2:1) gegen den SCR Altach am Samstagabend lagen die Niederösterreicher zweimal mit zwei Toren voran, kassierten in der 90. Minute aber noch den Ausgleich durch einen von Hannes Aigner verwerteten Foulelfmeter. Die Partie war überschattet von der schweren Verletzung von Altachs Benedikt Zech.

Kevin Luckassen (10., 33.) und Manuel Martic (47.) brachten St. Pölten in der NV Arena mit 2:0 bzw. 3:1 voran. Altach beendete indes nach 530 Minuten ohne geschossenen Treffer seine Torsperre durch Louis Ngwat-Mahop (44.). Jan Zwischenbrugger (64.) und Aigner belohnten Altachs Steigerung in der zweiten Spielhälfte dann mit Treffern. Die Vorarlberger schoben sich an Sturm Graz vorbei auf Rang drei. St. Pölten liegt weiter vier Zähler vor Schlusslicht Ried auf Platz neun.

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Der Schockmoment der Partie ereignete sich in der 44. Minute. Zech prallte bei Altachs 1:2 mit SKN-Torhüter Christoph Riegler zusammen und blieb bewusstlos liegen. Wild gestikulierten die Akteure Erste Hilfe herbei, ein St. Pöltner versuchte, die vom Verteidiger offenbar verschluckte Zunge aus dem Rachen zu holen.

Nach minutenlanger Unterbrechung wurde Zech schließlich auf der Trage abtransportiert und anschließend ins Krankenhaus zur Untersuchung eingeliefert. Begleitet wurde er von Teamkollegen Philipp Netzer, der nach einem Kopfballduell ebenfalls benommen ausgetauscht wurde. Auch Riegler kam nach der Pause nicht mehr aus der Kabine, er laborierte an Sehstörungen.

WAC vergeigt Zwei-Tore-Führung

Der WAC hat sich am Samstagabend nach einer 2:0-Führung in der Heimpartie gegen Mattersburg nur mit einem 2:2 (1:0) begnügen müssen. Trotzdem verbesserten sich die Kärntner vorerst einen Punkt vor den erst am Sonntagnachmittag bei der Admira spielenden Rapidlern auf Platz sechs der Fußball-Bundesliga. Mattersburg liegt aber als Achter weiter nur einen Zähler hinter den Wolfsbergern.

Daniel Offenbacher, der seine ersten beiden Tore für die Lavanttaler erzielte, schoss die Gastgeber in Front. Doch ein Doppelschlag von Thorsten Röcher (86.) und dem in der 55. Minute eingewechselten Maskenmann Alois Höller (87.) brachte noch den mehr als verdienten Ausgleich für die Burgenländer, die das Match mit Ausnahme der Anfangsphase klar bestimmt hatten.

Die 3.449 Zuschauer in der Lavanttal-Arena erlebten eine flotte Partie, in der ein 106 km/h schnelle Freistoß-Granate aus 34 Metern von Offenbacher die Gastgeber bereits in der zehnten Minute in Führung brachte. Mattersburg-Tormann Markus Kuster, der mit den Fäusten abwehren wollte, aber den Ball verfehlte, sah dabei gar nicht gut aus. Der WAC hätte nur drei Minuten später bereits auf 2:0 stellen können, doch beim Kopfball von Michael Sollbauer nach Jacobo-Freistoß zeichnete sich Kuster mit einer Glanzparade aus.

Praktisch im Gegenzug hatte Mattersburg die erste Ausgleichsmöglichkeit, doch Röcher jagte den Ball über die Latte (14.). Wenig später war WAC-Tormann Raphael Sallinger, der wegen einer Wadenverletzung von Stammgoalie Alexander Kofler zu seinem Bundesliga-Debüt kam, bei einer Röcher-Chance noch mit den Fingerspitzen dran und Joachim Standfest rettete vor der Linie (17.).

Mattersburg bestimmte nun klar das Spiel, doch weitere nennenswerte Chancen der Gäste blieben vor der Pause aus. Nach dem Wechsel hatte Sallinger Glück, als er nach einem Rückpass David Atanga anschoss und der Ball über die Latte flog (52.) - ebenso wie bei einem Gewaltschuss von Philipp Erhardt aus gut 20 Metern (57.).

Der Ausgleich lag also in der Luft, doch ein schwerer Schnitzer vom in der Pause für den angeschlagenen Nedeljko Malic eingewechselten Thorsten Mahrer ermöglichte Offenbacher einen Gewaltschuss aus 25 Metern, der im rechten Eck zum 2:0 einschlug (66.). Damit schien die Partie entgegen dem Spielverlauf vorentschieden zu sein.

Doch Mattersburg ließ sich nicht hängen und machte das Spiel weiter. Diese Bemühungen wurden im Finish binnen kürzester Zeit gleich doppelt belohnt. Nach einem weiten Ball von "Joker" Höller, der von Michael Sollbauer unglücklich mit dem Kopf verlängert wurde, besorgte Röcher den Anschlusstreffer. Und nur eine Minute später war es dann Höller selbst, der nach einem Schuss von Farkas und Abwehr von Sallinger zum 2:2 abstaubte. In der Nachspielzeit hätte Stefan Maierhofer sogar fast noch das 3:2 für die Gäste erzielt, doch sein Kopfball nach Jano-Flanke zischte knapp an der Stange vorbei (92.).

Die Stimmen

Jochen Fallmann (Trainer St. Pölten): "Wir hätten mit 2:0 in die Pause gehen müssen. Dann fangen wir uns das 3:2, weil wir agieren wie eine Schülermannschaft. Das werde ich diese Woche sicher ansprechen. Das Unentschieden am Ende fühlt sich für mich wie eine Niederlage an. Fehlende Konsequenz in der Offensive und taktische Fehler in der Defensive haben uns heute um die Früchte unserer Arbeit gebracht. Das müssen wir ganz schnell abstellen."

Manuel Martic (Torschütze St. Pölten): "So etwas dürfen wir nicht mehr aus der Hand geben. Da müssen wir konzentrierter sein. Wir müssen das Unentschieden jetzt abhaken und gegen die nächsten Gegner alles geben."

Martin Scherb (Trainer Altach): "Die wichtigste Nachricht zuerst: Zech und Riegler geht es den Umständen entsprechend gut. Zech liegt im St. Pöltner Krankenhaus mit einer schweren Gehirnerschütterung, aber nach meinen Informationen ist es nichts Bedrohliches. Wir haben schlecht und nervös begonnen, in der Halbzeit habe ich versucht, die Spieler zu beruhigen. Der schnelle Treffer der St. Pöltner hat fast das Gegenteil bewirkt. Aber mit großem Herz und Leidenschaft haben wir uns wieder zurückgekämpft."

Heimo Pfeifenberger (WAC-Trainer): "Man muss bis zum Schluss konzentriert bleiben und einen solchen Vorsprung über die Zeit bringen. Das ist uns nicht gelungen, jetzt müssen wir mit diesem Punkt leben."

Daniel Offenbacher (Doppel-Torschütze für den WAC): "Wir haben in der zweiten Hälfte schlecht gespielt. Wir waren zu nervös, haben Mattersburg leicht ins Spiel zurückgeholt. Die zwei Tore waren unnötig, dumm von uns."

Gerald Baumgartner (Mattersburg-Trainer): "Das ist Abstiegskampf pur. Wir haben zwei ganz kuriose Tore bekommen, aber die Mannschaft hat nie aufgegeben. Nach dem 0:1 waren wir die bessere Mannschaft, in der gesamten zweiten Halbzeit dann die klar bessere Mannschaft. Das war ein hochverdienter Punkt."

Alois Höller (Torschütze zum Ausgleich für Mattersburg): "Wir haben schlecht begonnen, hatten danach gefühlte 80 Prozent Ballbesitz. Wenn wir das Siegestor zum Schluss geschossen hätten, wäre es nicht unverdient gewesen. Den Punkt haben wir uns absolut verdient."

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