Fussball

"Das war Neuland für mich": Dario Maresic spricht über lange Zeit ohne Einsatzminute

Von SPOX Österreich
Dario Maresic lief bislang 36 Mal für Österreichs Nachwuchsnationalmannschaften auf.

Ende August hat Dario Maresic den Sprung vom SK Sturm Graz in die Ligue 1 gewagt. Bei Stade Reims feierte er aber erst unmittelbar vor der Corona-Krise sein Debüt und erklärt nun, wieso es so lange gedauert hat.

"Unsere Viererkette hat das in dieser Saison richtig gut gemacht. Wir haben in 28 Spielen bisher nur 21 Gegentore kassiert - die wenigsten der Liga", erzählt Dario Maresic im Interview mit laola1.

"Es hat keine Sperren durch Gelbe oder Rote Karten gegeben, lange auch keine Verletzungen - Yunis Abdelhamid und Axel Disasi haben in der Innenverteidigung bis zu meinem Debüt keine einzige Minute verpasst. Dann ist es schwierig. Das war mit mir bei Sturm nicht anders - wenn eine Partie hinten gut eingespielt ist, nimmst du selten einen raus. Insofern habe ich unseren Trainer verstanden."

Bis zu seinem Startelfdebüt in der 28. Runde gegen Stade Brest pendelte der 20-Jährige beim Tabellenfünften der Ligue 1 zwischen Bank und Tribüne. Sein bislang letztes Spiel auf Vereinsebene bestritt der Grazer noch im Dress des SK Sturm bei seinem Kurzeinsatz gegen den WAC am zweiten Spieltag der Bundesliga.

Dario Maresic: "Das war Neuland für mich"

"Das war sicher Neuland für mich, so ehrlich muss ich sein", sagt Maresic. "Aber auch solch ein Neuland gehört zu einer jungen Karriere dazu. Ich habe halt geschaut, dass ich weiter von Tag zu Tag alles gebe, denn wenn ich mich niedermachen lasse, bringt das im Endeffekt gar nichts. Der Trainer hat das im Training gesehen. Als sich dann doch einmal jemand verletzt hat, hat er mir die Chance gegeben. Ich denke, dass ich sie genutzt habe."

Maresic spielte beim 1:0-Erfolg seiner Mannschaft durch, lieferte eine souveräne Leistung und erhielt im Nachhinein Lob von mehreren Seiten. Für den Verteidiger kam die durch das grassierende Coronavirus verhängte Ligapause karrieretechnisch nun natürlich zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. "Es ist schon ein bisschen bitter. Ich hätte auswärts gegen Olympique Lyon erneut gespielt und habe mich schon sehr darauf gefreut", erzählte Maresic, betonte aber: "Andererseits geht die Gesundheit natürlich vor."

Dario Maresic: "Ich will immer spielen"

Der U21-Nationalteamspieler hat den Blick aber schon wieder nach vorne gerichtet: "Natürlich ist das jetzt blöd mit dem Virus, aber das wird mich nicht stoppen! Wichtig war, dass ich dem Trainer gezeigt habe, dass ich mithalten kann. Jetzt geht es nur mehr bergauf!"

Bei Reims steht Maresic langfristig bis 2024 unter Vertrag. Weitere Chancen, sich zu beweisen, werden kommen - für den 20-Jährigen aber lieber früher als später: "Sicher bin ich noch jung, das brauchen wir nicht zu diskutieren, aber ich will immer spielen!", stellt Maresic seine Ansprüche klar.

"Für mich spielt das Alter keine Rolle, weil ich schon über 80 Pflichtspiele für Sturm absolviert habe. In diesem Sinn fühle ich mich nicht mehr wie ein junger Spieler", so Maresic weiter. "Ich habe bei Sturm fast zwei Jahre durchgespielt. Deshalb bin ich vielleicht auch ein bisschen ungeduldiger als ein anderer in meinem Alter. Dennoch: Fast ein ganzes Jahr nicht zu spielen, war auch eine lehrreiche Erfahrung."

Dario Maresic: "Mit Neymar bisher nur bei FIFA gespielt"

Trotz der langen Durststrecke ist Maresic nun dort angekommen, wo er hinwollte, wie er selbst sagt: "Wenn Neymar an dir vorbeiläuft, kneifst du dich halt schon zwei, drei Mal und denkst dir: Ist der jetzt wirklich da? Ist das real? Das sind Spieler, mit denen ich bisher bei FIFA gespielt habe. Inzwischen denke ich mir: Da wollte ich hin und da muss ich hin."

Doch in Zeiten der Corona-Pandemie kann das noch einige Zeit dauern, aus der Bank wurde aktuell sogar die Couch. "Seit Freitag ist der Trainingsbetrieb abgesagt, wir sind alle daheim", berichtet Maresic, der sich in seiner Wohnung in Frankreich fit hält.

Zeit genug, um sich mit alten Teamkollegen aus Sturm-Zeiten auszutauschen: "Wir hören uns bestimmt jeden zweiten Tag. Diese Spieler haben mich quasi als Kind aufgenommen und mich in den ersten Schritten meiner Profikarriere begleitet, das werde ich nie vergessen. Sie waren für mich da, haben mir geholfen - ohne sie wäre es nicht gegangen. Die Saison mit Cupsieg und Vizemeistertitel war etwas Besonderes. Das geht nur, wenn alle gut miteinander sind - und das waren wir damals."

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