WWE Greatest Royal Rumble: Undertaker beerdigt Rusev Day in Saudi-Arabien

Von Maurice Kneisel
Der Undertaker sorgte für Furore beim WWE-Event in Saudi-Arabien.
© wwe

The Undertaker vs. Rusev (Casket Match)

Sieger: The Undertaker. Um Corey Graves zu zitieren: "When was the last time Undertaker won a Casket Match on Rusev Day?" Antwort: Heute. Rusev wurde dabei immerhin nicht komplett schwach dargestellt, sondern hatte deutlich mehr Offensive als Cena bei WrestleMania. Das Ende war dennoch klar: Der Bulgare landete gemeinsam mit Aiden English im Sarg und der Taker schlug den Deckel zu. Ein Match ohne Bedeutung, außer dass die WWE Rusev nun auch fast sprichwörtlich on air begraben hat.

Universal Champion Brock Lesnar vs. Roman Reigns

Sieger und weiterhin Universal Champion: Brock Lesnar, nachdem Reigns ihn per Spear durch die Käfigwand schickte und Brock als erster draußen aufschlug. Bis dahin war es ein weiteres liebloses Match bestehend aus German Suplexes, F-5s, Spears und Superman Punches - andere Moves wurden einmal mehr nicht gezeigt. Im Endeffekt war es eine noch schwächere Version ihres WrestleMania-Matches und man kann nur hoffen, dass a) diese Fehde zumindest eine Weile pausieren wird und b) der Titel bald endlich zu jemandem wechseln wird, der nicht nur präsenter ist, sondern auch schlicht bessere Matches hat, als es bei Lesnar im letzten Jahr der Fall war.

50-Man Greatest Royal Rumble Match

Sieger: Braun Strowman, nachdem er als letzten Big Cass eliminierte. Zuvor war ein schwer mitgenommener Daniel Bryan, der das Match als Nummer 1 betreten hatte, mit einem neuen Rekord für die längste Rumble-Teilnahme als Drittletzter ausgeschieden. Das Match bot am Ende sogar etwas Chaos und Spannung, dazu einen extrem brutalen Spot, bei dem Strowman Shane McMahon, der zum Coast-to-Coast ansetzte, vom Apron aus am Hals packte und durch das US-Kommentatorenpult schleuderte.

Mit Tucker Knight, Babatunde, Dan Matha und Roderick Strong erhielten vier Männer aus NXT und dem Performance Center Überraschungsauftritte, zudem hatte der Sumoringer Hiroki Sumi einen kurzen Gastauftritt. Elias wurde stark dargestellt, indem er unter anderem Kurt Angle und Randy Orton eliminieren durfte. Dem gegenüber standen ein absolut katastrophal gebotchter Suplexversuch von Bobby Lashley gegen Big Cass, bei dem er ihn zweimal nicht halten konnte und beim zweiten Mal unfreiwillig per Brainbuster auf die Matte schickte, woraufhin man sich ernsthafte Sorgen um Cass' Gesundheit machen musste. Titus O'Neil sorgte zudem für den Lacher des Abends, als er beim Entrance stolperte und komplett unter den Ring schlitterte. Doch immerhin führte man hier einige Fehden fort, ließ altbekannte, wie Kevin Owens vs. Chris Jericho, noch einmal neu aufleben und hat mit Braun Strowman - mal wieder - einen legitimen Herausforderer für Lesnar. Dieses Mal müsste man den Push allerdings endlich auch durchziehen, falls das Universal-Titelrennen sowie Braun als Main Eventer noch glaubhaft wirken sollen.

Fazit

Fünf Stunden mit großen Namen auf Tour-Niveau - The Greatest Royal Rumble war schlicht die pompöseste und am meisten aufgebauschteste House Show aller Zeiten. Konnte man sich vorab noch vorstellen, dass die WWE tatsächlich die Universal Championship wechseln lässt und die Veranstaltung somit legitimiert, steht unter dem Strich letztlich doch sehr wenig Ertrag. Man hat die erwartungsgemäßen neuen Raw Tag-Team-Champs in Saudi-Arabien gekrönt, sicher, aber diese Titel haben eben auch kaum Bedeutung.

Ansonsten gab es viel Füllmaterial mit annähernd bis überhaupt keiner Bedeutung für die weitere Zukunft und größtenteils auch schwaches Wrestling. Einzig das Ladder-Match und Styles vs. Nakamura wussten zu überzeugen, der Rest wirkte langsam und uninspiriert. Berücksichtigt man zudem die zahlreichen Botches, wird recht deutlich, was man auch auf Deutschland-Touren immer wieder beobachten kann: Die Wrestler wirken müde, ausgelaugt und von Jetlag geplant. Darüber lässt sich bei einer Houseshow jedoch deutlich leichter hinwegsehen als bei einer weltweit übertragenen und riesig gehypten Supershow in Jeddah, die neben großen Namen annährend nichts zu bieten hatte.

Es war natürlich offensichtlich, dass die WWE hier im Rahmen ihrer neuen Partnerschaft mit der Sportbehörde Werbung für Saudi-Arabien machen wollte, was durch das durchaus gelungene Segment mit den einheimischen PC-Talenten sowie ein - man muss es leider so nennen - Propagandavideo in der Showmitte verdeutlicht wurde. Gelegentlich kam sogar kurzzeitig gute Stimmung auf, wenn die großen Namen im Ring standen und man sah den Kindern im Publikum an, dass sie sich freuten, ihre Helden live erleben zu dürfen. Doch ansonsten sah man immer wieder Männer in den ersten Reihen, die auf ihre Smartphones starrten. Kurz gesagt: Die Live-Übertragung dieser extrem langen, lieblos gebookten und auch wrestlerisch schwachen Veranstaltung war definitiv keine gelungene Werbung für den Golfstaat. Aber immerhin hat die WWE mal wieder ordentlich Pyrotechnik verheizt, an der sie in heimischen Gefilden seit Jahren lieber spart.

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