Der ultimative Styles Clash

Von Maurice Kneisel
Freitag, 09.09.2016 | 11:36 Uhr
Dean Ambrose verteidigt bei Backlash seine WWE World Championship gegen AJ Styles

Sonntagnacht (ab 1 Uhr im User-Talk) steigt im Richmond Coliseum von Richmond, Virginia Backlash, der erste SmackDown-exklusive PPV seit dem Roster Split. Im Main Event wird Dean Ambrose seine WWE World Championship gegen AJ Styles verteidigen, zuvor trifft Randy Orton auf Bray Wyatt. Zudem werden die ersten SmackDown Tag Team- und Women's Champions gekrönt.

Intercontinental Champion The Miz vs. Dolph Ziggler

Diese Fehde fühlt sich alles andere als frisch an. The Miz und Dolph sind seit gefühlten Ewigkeiten in der WWE, die beiden sind bekanntermaßen befreundet und standen sich schon unzählige Male gegenüber. Dennoch fühlt sich das Match so relevant an wie schon lange nicht mehr. Miz konnte in den Segmenten mit Daniel Bryan unglaublich punkten und hat bewiesen, was für ein hervorragender Heel er sein kann, wenn man ihn nur lässt.

Nun trifft er auf einen Mann, der vor wenigen Wochen noch Dean Ambrose um den WWE-Titel fordern durfte und so relevant war wie zuvor lange nicht mehr. Dolph hing zwar nach dem SummerSlam etwas durch, der Ausgang dieses Matches ist aber nichtsdestotrotz sehr spannend und schwer vorauszusagen. Da sich für beide Männer aktuell wenig andere Gegner anbieten, gehe ich davon aus, dass diese Fehde über Backlash hinauslaufen wird und tippe daher hier auf einen Sieg durch DQ für Dolph Ziggler.

The Usos/Hype Bros. vs. Heath Slater & Rhyno - SmackDown Tag Team Championship Tournament Final

So fantastisch es auch gewesen wäre, American Alpha als Finalisten und erste SmackDown Tag-Champs zu sehen - hier hat die WWE alles richtig gemacht. Man hat Gable & Jordan aus dem Rennen genommen und sie gleichzeitig stark dargestellt, die Usos geturnt, was absolut überfällig war, und gleichzeitig das dank Slater extrem heiße Odd Couple ins Finale geschickt.

Natürlich besteht das Risiko, die Titel dadurch, dass man die gefühlten Favoriten außen vorlässt, zu entwerten. Aber indem nun im Zweifel The Usos zunächst die Hype Bros besiegen und anschließend Heath um seinen SmackDown-Vertrag bringen, hat man die Zwillinge als Heels gleich over gebracht. Somit gewinnt die neue Fehde gegen American Alpha noch mehr an Würze und der anschließende erste Main-Title-Gewinn von Chad & Jason an Bedeutung. Denn ganz klar ist: Den beiden Jungs gehört die Zukunft und sie werden auf Jahre DAS Aushängeschild der WWE-Tag-Team-Division sein.

SmackDown Women's Championship Six-Pack Challenge

Was der SmackDown-Frauen-Division an großen Namen fehlen mag, macht sie durch Spannung lässig wieder wett. Der neue Titel wird zwischen sämtlichen Damen des blauen Brands - die suspendierte Eva Marie außen vor - ausgespielt und das Match ist gefühlt völlig offen. Favoritin ist wohl Becky Lynch, die enorm over ist und als Babyface das logische Aushängeschild der Division wäre. Oder Nikki Bella, die trotz ihres Comebacks im Heel-Team beim SummerSlam abgefeiert und entsprechend auch postwendend Face geturnt wurde. Andererseits wäre eine Heel-Championesse zum Auftakt sicher nicht die schlechteste Wahl, um das Ganze spannend zu gestalten.

Alexa Bliss, Natalya als Beckys Rivalin oder Carmella, um die Fehde gegen Nikki weiter anzuheizen - alles erscheint möglich. Ausschließen würde ich hier lediglich Naomi, bin mir aber auch bei ihr nicht einhundertprozentig sicher. Da ich davon ausgehe, dass Carmella und Nikki sich gegenseitig aus dem Match nehmen werden, setze ich auf Natalya, die nach all den Jahren endlich zum zweiten Mal einen Titel gewinnen darf, um ihn dann wenig später an Becky weiterzureichen.

Randy Orton vs. Bray Wyatt

Eine auf dem Papier bockstarke Fehde zwischen zwei Männern, die in erster Linie über die Psyche gehen und daher hervorragend zueinander passen. Auch im Ring sollten sie miteinander funktionieren und ein Match abliefern, das in erster Linie auf Brawling und der nötigen Härte basiert. Allerdings erscheint der Zeitpunkt dieser Ansetzung nicht ideal gewählt: Die Viper kommt gerade aus ihrer Fehde mit Brock Lesnar inklusive Squash-KO-Niederlage beim SummerSlam, während der Eater of Worlds beim zweitwichtigsten PPV des Jahres überhaupt keine Rolle spielen durfte.

Letztere Entwicklung überraschte besonders, da er in den Wochen zuvor noch im World-Title-Rennen mitmischen und sich mit Ambrose und Ziggler anlegen durfte. Umso mehr benötigt Bray als einer der wenigen jungen Heels mit Main Event-Potential im SmackDown-Roster nun diesen Sieg - doch wird man Orton ernsthaft nach der jüngsten Demontage erneut verlieren lassen? Ich sage Nein und tippe auf einen cleanen Sieg für Randy Orton.

WWE World Champion Dean Ambrose vs. AJ Styles

Brawling vs. High Flying und Technik - es wird ein eigenwilliges Aufeinandertreffen im Main Event von Backlash zwischen zwei Superstars, die in den letzten Monaten für den Begriff "Resiliancy" stehen wie kaum jemand anderes. Dieses Match wird zurecht voll im Fokus stehen, es wird und muss das Match des Abends werden und mindestens 25 Minuten bekommen.

Wir werden unzählige Finisher-Versuche sehen, dazu mit Sicherheit einige erfolgreich durchgeführte Signature Moves und Near-falls en masse. Styles wurde unfassbar stark aufgebaut in den letzten Monaten, insbesondere durch die Fehde mit John Cena, und ist der verdiente und logische Gegner für das eigentliche "Face that runs the place", den Lunatic Fringe. Fast ist es schade, dass man sich diese Paarung nicht für einen größeren PPV, wie die Survivor Series, aufgespart hat; doch andererseits steht es so beim ersten SmackDown-exklusiven PPV absolut im Mittelpunkt und beide Männer erhalten die Möglichkeit, ihr ganzes Können zu zeigen.

Ich gehe davon aus, dass diese Fehde länger als nur einen Monat laufen wird, vor allem, da beide Männer in den letzten Wochen bewiesen haben, dass sie gute Chemie miteinander haben und gemeinsam ungemein unterhalten können. Noch viel sicherer bin ich allerdings, dass der amtierende Champ weder bei Backlash noch in den folgenden Monaten seinen Titel abgeben wird. Dean Ambrose verteidigt dreckig und Styles erjammert sich anschließend ein Re-Match.

Fazit

Sechs Matches wurden, Stand Freitag, für Backlash vermeldet, wobei ein Tag Team doppelt antreten wird. Viel mehr gibt der aktuelle SmackDown-Roster angesichts der Pause von John Cena, der Verletzung von Kalisto und des Abgangs von Alberto Del Rio derzeit auch nicht her. Mit Sicherheit wird noch ein Filler-Match, wie Baron Corbin vs. Apollo Crews, hinzugefügt, aber ansonsten wird man sich auf diese sechs Paarungen konzentrieren. Das ist keineswegs negativ zu bewerten, auch wenn der Kader in nächster Zeit definitiv vergrößert werden muss.

Nach Jahren voller PPVs mit überladenen Cards, bei denen die einzelnen Matches zu wenig Zeit erhielten, bieten die Brand-exklusiven Events nun endlich auch den Superstars außerhalb des Main Events die Chance, sich zu präsentieren. Entsprechend dürfte das offensichtliche Highlight von Backlash, Ambrose vs. Styles, reichlich Zeit erhalten. Dieses Match muss die Show tragen und entsprechend überzeugen, doch darum braucht man sich angesichts der Beteiligten keinerlei Sorgen zu machen. Orton vs. Wyatt wird im Zweifel kurz und heftig. Ob das Match irgendetwas taugen wird, hängt allerdings von der In-Ring-Chemie zwischen den Beiden ab, von der man sich bislang noch nicht überzeugen konnte.

Weiterhin erhalten die über Jahre hinweg viel zu wenig gepushten IC-, Tag Team- und Women's-Titel durch diese Konstellation eine Bühne, um sich endlich so zu präsentieren, wie sie es verdient haben. Ein Six-Women-Elimination-Match, zwei Tag-Turnier-Matches und dazu Miz vs. Ziggler, das mit Sicherheit auch nicht in fünf Minuten abgefrühstückt wird - den Beteiligten bietet sich hier eine tolle Gelegenheit. Mit Sicherheit werden American Alpha in irgendeiner Form in das Tag-Finale eingebunden, um auch sie nicht zu kurz kommen zu lassen. Somit verspricht Backlash viel, muss aber gleichzeitig mit seinen beiden Main Events ziehen. Denn sollten die Quoten aufgrund der geringen Star Power allzu schwach ausfallen, steht zu befürchten, dass die WWE an diesem PPV-Konzept nicht allzu lange festhalten wird.

Die WWE-Champions im Überblick

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