Kerber-Gegnerin Kasatkina: Die mit dem Schön-Wetter-Coach

Donnerstag, 15.03.2018 | 11:48 Uhr
Daria Kasatkina
© getty

Daria Kasatkina ist nicht nur für ihr feines Tennis bekannt, auch die Coaching-Auszeiten mit Philippe Dehaes haben für einige Berühmtheit gesorgt.

Es war einer dieser Momente, die im Social-Media-Bereich sofort durch die Decke gingen. Die recht verzweifelte Daria Kasatkina lag in ihrem Achtelfinalmatch in Dubai mit Satz und Break zurück, als Trainer Dehaes eine der schönsten Ansprachen hielt. Natürlich kam er mit taktischen Anweisungen um die Ecke, wies aber auch darauf hin, wie nah sie dran sei und ob sie nicht weiterkämpfen wolle. "Es ist so toll hier. Das Wetter ist wunderschön, die Zuschauer sind da. Lass uns noch zwei Stunden hier draußen bleiben, okay?", sagte er - und Kasatkina lachte wieder. "Let's go, my Champ!", schloss Dehaes und Kasatkina drehte das Match, in dem sie noch zwei Matchbälle abwehrte, und spielte sich anschließend ins Finale.

Dehaes genießt seither einige Berühmtheit. "Ich brauche diesen Typen, damit er mich morgens für die Arbeit motiviert", schrieb jemand auf Twitter, "Das ist positives Coachen vom Feinsten!", zwitscherte ein anderer. Dehaes' Coaching-Auszeiten werden nun ebenso gerne beachtet und auf Twitter geteilt wie die von Darren Cahill mit Simona Halep: Es sind Momente, die zeigen, wie wichtig es ist, mit wenigen konkreten Infos zu kommen anstatt überladener Gedanken - und wie es geht, die eigene Spielerin auch mental wieder auf Kurs zu bringen.

Worte, die von Herzen kommen

"Es ist seitdem sehr populär", weiß auch Kasatkina. Und: "So wie er beim On-Court-Coaching ist, ist er auch sonst im Leben. Wir haben so viel Spaß im Training." Wobei der Belgier nicht so entspannt sei, wie er rüberkomme. "Das wirkt so, aber das ist er nicht. Er ist auch sehr gestresst, wie in Dubai, wo es ein Auf und Ab war." Sie habe ihn schon gefragt, wie er es schaffe, solch nette Worte wie "Mein Champ" zu finden, und Dehaes wisse es selbst nicht so genau. Sie kämen eben von seinem Herzen.

Dehaes äußerte sich nun auch selbst. "Ich vertraue ihr", sagte er gegenüber sport360.com. "Ich versuche nicht, zu viele Informationen in ihren Kopf zu bekommen, weil sie eine Künstlerin ist." Kasatkina müsse nur "ein oder zwei sehr wichtige Regeln in ihrem Spiel und Kopf beachten. Danach muss ich ihr vertrauen."

Siege gegen die Topleute seien ohnehin nur ein Bonus, so der berühmte Coach. Ziel sei es, gegen die anderen Spielerinnen zu siegen. Ihr Spiel, die Mischung aus Power und feiner Klinge, sei "sehr selten". Und es sei der Grund, "warum sie aus meiner Sicht die Möglichkeit hat, in zwei oder drei Jahren eine der besten Spielerinnen der Welt zu sein."

Gute Nachrichten für Dehaes

In Indian Wells hat Kasatkina nun erneut gegen Caroline Wozniacki, aktuell die Nummer zwei der Welt, gewonnen, bereits zum zweiten Mal in dieser Saison; im Dubai-Halbfinale hatte sie ebenso einen Sieg über die Nummer drei, Garbine Muguruza, gefeiert.

In der kalifornischen Wüste geht's nun gegen Angelique Kerber, und Coach Dehaes wird sich nicht nur auf das Match freuen: Auch das Wetter soll in Indian Wells in den kommenden Tagen wunderschön werden.

Hier das Einzel-Tableau der Damen in Indian Wells

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