Tennis

ATP: Mikhail Youzhny - Rücktritt auch für Maxim und Igor

Von Jens Huiber
Mikhail Youzhny hat ab nächster Woche Zeit für die Familie
© getty

Mikhael Youzhny gibt beim ATP-World-Tour-250-Turnier in St. Petersburg seine Abschiedsvorstellung. Der russische Veteran konnte insgesamt zehn Titel auf der Tour gewinnen.

Unter den Journalisten, die das ATP-Turnier in München betreuen, hat sich über die Jahre eine schöne kleine Gewissheit herausgebildet: Das Teilnehmerfeld ist nicht komplett, solange der Name Mikhail Youzhny darin fehlt. Irgendwie hat es der 36-Jährige dann doch immer wieder ins 28er-Raster beim MTTC Iphitos geschafft.

Dass dies in der laufenden Saison nicht mehr der Fall war, war allen Sympathisanten des Russen und seines Coaches Boris Sobkin ein ernstes Warnzeichen. Und tatsächlich: Mikhail Youzhny wird in Zukunft nicht nur in München fehlen, sondern auf der gesamten ATP-Tour.

In München hat Youzhny 2010 gewonnen

Das Turnier in St.Petersburg, bei dem Youzhny noch einmal eine Wild Card bekommen hat, wird das letzte in einer Karriere sein, die dem Rechtshänder insgesamt zehn Turniersiege eingetragen haben. den letzten 2013 in Valencia, natürlich fehlt auch München nicht in der Liste, 2010 war´s.

Wenn der geneigte Tennisfreund sich ein Lehrbuch über den Tennissport besorgen sollte, dann ist es gut möglich, dass einzelne Schläge von Mikhail Youzhny dort vorbildhaft abgebildet sind. Vor allem die Rückhand, einhändig gespielt und in den besten Tagen des Russen eine Augenweide mit halber Punktegarantie.

Die großen Waffen haben Youzhny zwar gefehlt, die großen Spieler konnte er dennoch ab und zu quälen: Gegen Rafael Nadal stehen immerhin vier Siege zu Buche, einer davon bei den US Open 2006. Eben dort hat Youzhny im vergangenen Jahr auch Roger Federer über die volle Distanz gefordert, der Schweizer hatte alle Mühe, seine makellose Bilanz gegen Youzhny zu verteidigen.

Das Leben der Kinder leben

"Ich kann sagen, dass ich eine großartige Karriere hatte", erklärte Youzhny, der wegen seines Salutierens nach seinen Siegen auch "The Colonel" genannt wurde, gegenüber der Website der ATP. Er habe bis zur Jahresmitte gespürt, dass er eigentlich noch mitspielen können, dann aber hätte es einfach zu viele knappe Niederlagen gegeben. Die Zeit, wieder Kräfte zu tanken, sei einfach zu kurz gewesen.

Und fügte einen schönen Gedanken an. "Ich möchte nicht, dass meine Kinder mein Leben leben. Es ist jetzt an der Zeit, dass ich das Leben meiner Kinder lebe." Maxim (acht Jahre alt) und Igor (6) wird´s freuen, Ehefrau Yulia sowieso.

Nun liegt es an Mirza Basic, den verdienten Altmeister in die Rente zu schicken. Das Match ist am Mittwoch in St. Petersburg zur Prime Time angesetzt, womöglich werden Tränen fließen. Sentimental werden sicher auch die Münchner Journalisten. Auch wenn jetzt schon früher feststeht, wer denn am Aumeister wirklich aufschlägt.

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