ATP: Abschied in Hamburg - Florian Mayer wird den deutschen Tennisfans fehlen

Dienstag, 24.07.2018 | 20:21 Uhr
Florian Mayer macht nach den US Open Schluss
© getty

Florian Mayer hat in Hamburg sein letzte ATP-Match auf deutschem Boden gespielt. Mit dem 34-jährigen Bayreuther verlässt ein einzigartiger Tennisspieler die große Bühne.

Zwei Bälle, die durch Platzfehler nicht mehr zu spielen waren. Dazu eine Vorhand an das Netzband, die durchaus auch auf der anderen Seite, jener von Pablo Carreno Busta, hätte heruntertropfen können. Und somit die Abschiedsvorstellung von Florian Mayer in Hamburg mit mindestens einer Zugabe bereichert hätte.

So aber kam Turnierdirektor Michael Stich Sekunden nach Matchende auf den Center Court des Hamburger Rothenbaums geeilt, fand Abschiedsworte für den Bayreuther, der im vergangenen Jahr bei den German Open noch im Finale gestanden hatte. Damals wie am Montag betreut von Tobias Summerer, seinem langjährigen Coach, der ihn nach Verletzungen immer wieder zurück in die erweiterte Weltspitze gebracht hat.

Und mit dem Florian Mayer auch den größten Triumph seiner Karriere gefeiert hat, den Titel beim ATP-World-Tour-500-Turnier in Halle/Westfalen 2016. Bukarest, fünf Jahre davor, das war der zweite große Erfolg des 34-Jährigen, ein Event der 250er-Kategorie.

Mayer mit Sieg gegen Gasquet

Im Match gegen Carreno Busta hat Mayer noch einmal die ganze Palette seines Könnens ausgepackt - auf Meereshöhe, wo er sich doch um einiges leichter tat als in den Höhenlagen von München oder Kitzbühel. Die eingesprungene Rückhand wird den Tennisfans wohl ebenso fehlen, wie die zahllosen Stopps, vor allem aber die kluge Einteilung des Courts, die den langjährigen Davis-Cup-Spieler ausgezeichnet haben.

Wer sich davon nicht lösen kann, muss wohl beim TC Großhesselohe vorbeischauen. Seit etwas mehr als einem Jahr schlägt Florian Mayer in der zweiten Bundesliga im Münchner Süden auf.

Auf der ATP-Tour hat es in der laufenden Kampagne nur zu zwei Siegen gereicht, bezeichnenderweise beide auf Rasen: In Halle gegen Richard Gasquet, in der Woche davor in Stuttgart gegen Yannick Maden.

Kohlschreiber zweifelt ganz leicht

Florian Mayer wird noch nach New York zu den US Open reisen, dort seinen Abschied vom ganz großen Tennis nehmen. Er sei nicht mehr bereit, vier bis fünf Stunden tägliche Arbeit auf dem Trainingsplatz zu leisten, erklärte Mayer dieser Tage in Hamburg.

Zweifel am tatsächlichen Karriere-Ende kommen da eigentlich keine auf. Oder doch? Philipp Kohlschreiber, Team-Kamerad in der deutschen Nationalmannschaft und wie Mayer auch seit Jahren mal mehr, mal weniger stark an der TennisBase Oberhaching stationiert, hat vor ein paar Wochen während des ATP-Turniers in München immerhin mal laut darüber nachgedacht, ob die Leidenschaft für seinen Sport Florian Mayer nicht doch noch ein wenig länger auf die Center Courts der Welt treiben könnte.

Denn wenn er Spaß hat und gesund ist, kann Florian Mayer immer noch mit der Weltspitze mithalten. das hat er gegen Pablo Carreno Busta in Hamburg gezeigt.

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