Dominic Thiem wird 2017 ein gutes Jahr gespielt haben

Das Gesetz der Serie

Donnerstag, 12.10.2017 | 19:47 Uhr
So wollen die österreichischen Tennisfans Dominic Thiem sehen
© GEPA
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Asien war für Dominic Thiem 2017 keine Reise wert. Die österreichische Nummer eins wird seine kommenden Aufgaben dennoch mit großer Verve angehen, vor allem bei den Erste Bank Open 500 in Wien.

Als Bilanz des Mittwochs in Shanghai lässt sich festhalten: Dominic Thiem hat ein Tennismatch verloren. Das ist insofern bedauerlich, als dass die professionelle Aufgabe des Österreichers darin besteht, die Courts der Tenniswelt als Sieger zu verlassen. Andererseits wird die Niederlage gegen Viktor Troicki keine kurzfristig unangenehmen Folgen haben, nach der Niederlage von Sam Querrey in Shanghai steht die Qualifikation für das ATP-World-Tour-Finale in London zum zweiten Mal in Folge fest.

Eine großartige Leistung, die auch dadurch nicht geschmälert wird, dass die fixen Masters-Größen Novak Djokovic, Andy Murray, Stan Wawrinka, auch Kei Nishikori 2017 mit Verletzungen zu kämpfen hatten und haben.

Guido Pella und Viktor Troicki haben nach der Asientour eine weiterhin perfekte Bilanz gegen Dominic Thiem, das wiederum ist eher bedauerlich, weil der Lichtenwörther schlichtweg ein besserer Tennisspieler mit mehr Möglichkeiten als der Argentinier oder der Serbe ist. Die Eindrücke der letzten Wochen legen indes nahe, dass Thiem im Moment keine rechte Freude an seinem Beruf hat. Der Lichtenwörther wurde am Donnerstagabend zurück in Wien erwartet, Coach Günter Bresnik wird am Freitag die kommenden Tage mit seinem Schützling besprechen. Das Turnier in der Stadthalle zählt für Dominic Thiem enorm viel, nicht erst etwas mehr als eine Woche vor dem Start.

Kerber lässt grüßen

Vier Niederlagen in Folge stehen andererseits in der jüngsten Bilanz Dominic Thiems, der Knackpunkt war dabei wohl die allererste: bei den US Open gegen Juan Martin del Potro. Thiem war solide in das Achtelfinale gekommen, hatte sich gegen einen zunächst maladen Gegner souverän mit 2:0-Sätzen in Führung gebracht, dann einen Durchgang lange geschludert, dennoch Chancen zu einem Duell mit Roger Federer gehabt. Und vergeben. Nicht so sehr bei seinen Matchbällen, vielmehr etwa bei 5:3 und 30:0 im vierten Satz mit etwas unglücklicher Schlagauswahl.

Alles komme auf den Prüfstand, so erklärte Thiem nach dem Aus in Flushing Meadows. Das klang ein wenig so wie bei Angelique Kerber, die in Paris nach der Pleite gegen Ekaterina Makarova in Runde eins eine Generalüberholung ihres Umfelds ankündigte. Herausgekommen ist bei der Deutschen dann die temporäre Rückkehr von Benjamin Ebrahimzadeh, zumindest für ein Match. Die Abwärtsspirale war da aber schon zu lange und kräftig am wirbeln. Dominic Thiem ist erstmal ein bisserl Kicken gegangen, hat hernach im Davis und auch dem Laver Cup gespielt, emotionale Highlights, die womöglich auch an der augenblicklichen Mattheit Schuld haben.

Kerber und Thiem jammern auf hohem Niveau, die zweifache Major-Siegerin sogar auf höchstem. Der Weltranglisten-Siebte wird sich wieder fangen, die Saison solide zu Ende spielen, vielleicht findet sich beim Heimturnier in Wien noch einmal ein Funke, der das Feuer in Thiem entfacht. Die Niederlage gegen Troicki jedenfalls hat er mit einer gepflegten Schläger-Demontage quittiert, auch dafür muss Zeit sein.

Einmal so, einmal anders

Denn Dominic Thiem ist ein Mann, der sich sehr gut einzuschätzen weiß. Und auch die kleinen Tücken, die der Tennissport mit sich bringt. 2016 war er nach seiner Final-Niederlage gegen Philipp Kohlschreiber in der Pressekonferenz gesessen, sehr gefasst, obwohl ein Tiebreak im dritten Satz über den Ausgang des Matches entschieden und Thiem durchaus Chancen auf den Sieg hatte. Es sei ganz klar, dass er ab und zu solche Spiele auch verliere, schließlich wäre er ja auch oft genug als Sieger einer knappen Entscheidung vom Platz gegangen.

In der laufenden Kampagne ist dies nicht anders: Vergessen sind beinahe die Partien gegen Grigor Dimitrov in Madrid oder Sam Querrey in Rom, die Thiem auch hätte verlieren können. Frischer in Erinnerung dagegen die Niederlage gegen Kevin Anderson in Washington und eben das Aus gegen Troicki in Shanghai. Allesamt Matches, die mit der höchstmöglichen Spannung entschieden wurden: im Tiebreak des dritten Satzes.

Die gute Nachricht ist, dass es Thiem auch an schlechteren Tagen dorthin schafft. Und nach dem Gesetz der Serie wird die österreichische Nummer eins schon bald einen dieser Thriller gewinnen. Aber dann!

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