Die Niederlage von Dominic Thiem in Chengdu hat wenig Aussagekraft

Der Müdigkeit erlegen

Freitag, 29.09.2017 | 14:15 Uhr
Für Dominic Thiem geht es schon kommende Woche weiter
© GEPA
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Das Aus in Runde eins des ATP-World-Tour-250-Turniers in Chengdu wird Dominic Thiem verkraften können - die wichtigeren Turnier stehen erst in den kommenden Wochen an.

Vor knapp eineinhalb Jahren ist Dominic Thiem in der Pressekonferenz beim Münchner ATP-Turnier gesessen und hat über das Leben als Tennisprofi sinniert. Nicht die Matches seien der eigentlich anstrengende Part, so Österreichs Nummer eins, sondern die vielen Reisen inklusive Zeitumstellung und Jet-Lag. Thiem war damals über Süd- (Buenos Aires, Rio de Janeiro), Mitte- (Acapulco) und Nordamerika (Indian Wells, Miami) nach Europa gekommen, mit zwei Turniersiegen im Gepäck zwar, aber rechtschaffen erschöpft.

Im Moment befindet sich Thiem weit östlich der bayerischen Landeshauptstadt, wohl schon auf dem weg nach Tokio. An seiner Seite weilt Joakim Nyström, der Schwede musste am Donnerstag eine Niederlage gegen Guido Pella mitansehen, die zweite Thiems im ebensovielten Vergleich mit dem Argentinier. Dabei wirkte der Lichtenwörther, als hätte er gerade einen Trip von New York City über Wels und Prag nach Chengdu hinter sich, vier verschiedene Zeitzonen inklusive. Und eine frustrierende Niederlage gegen Juan Martin del Potro in Flushing Meadows ebenso.

Kein schlechtes Match

Das Ausscheiden in Chengdu ist aus Sicht der Weltrangliste und vor allem des Race to London fast egal, den Platz unter den besten acht Spielern des Jahres sollte der 24-Jährige auch in diesem Jahr schon sicher haben. Für das Selbstvertrauen wäre ein guter Auftritt indes wohl vorteilhaft gewesen, eingeleitet vielleicht mit dem Gewinn des ersten Satzes gegen Pella, der spätestens im Tiebreak beim Stand von 6:5 für Thiem möglich gewesen wäre.

zum Auftakt des zweiten Aktes verlor Thiem gleich wieder sein Service, trotz einiger Chancen war das Comeback nicht mehr drin. Günter Bresnik, der Chefcoach, hat jedenfalls kein schlechtes Match seines Schützlings gesehen, für eine optimale Ausbeute müsse Dominic Thiem aber in optimaler körperlicher Verfassung sein. Und das war schon im Doppel neben Jan-Lennard Struff nicht der Fall.

Anstrengender Endspurt

Nun steht der Oktober vor der Tür, Zeit also eigentlich, schön langsam Abschlussbilanzen zu ziehen - für die Dominic Thiem stehen allerdings mindestens noch drei Highlights an: die beiden ATP-Masters-1000-Turniere in Shanghai und Paris-Bercy. Und vor allem die Wiener Stadthalle, das größte Event Österreichs, gleich vor Thiems Haustür.

Shanghai hat Thiem im vergangenen Jahr ausgelassen, hier könnten tatsächlich noch ein paar wertvolle Punkte anfallen. Und in Wien entschied der Lokal-Matador zwar das "Tie Break Ten"-Spektakel für sich, musste sich aber schon in Runde zwei Viktor Troicki geschlagen geben. Dass Müdigkeit andererseits vor Erfolgen nicht schützt, hat Dominic Thiem bei eben jenem Münchner Turnier 2016 gezeigt: Geschlaucht vom Reisestress schaffte es die aktuelle Nummer sieben der Welt dennoch bis ins Finale. Wo er Philipp Kohlschreiber denkbar knapp im Tiebreak des dritten Satzes unterlag.

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