Tennis

Andrea Petkovic kämpfte trotz Virus: "Man ist kein rational denkender Mensch"

Von Ulrike Weinrich
Andrea Petkovic, Wimbledon
© getty

Andrea Petkovic übergab sich auf dem Court - dachte aber trotz einer Magen-Darm-Grippe nichts ans Aufgeben. Doch der Einsatz der Hessin wurde nicht belohnt. Geschwächt verlor "Petko" in der zweiten Runde von Wimbledon mit 4:6, 3:6 gegen die Belgierin Yanina Wickmayer.

Von Ulrike Weinrich aus Wimbledon

Bereits am Mittwochmorgen hatte Petkovic beim Aufwachen Gliederschmerzen, dachte aber zunächst noch an nichts Böses. "Ich habe noch zu meinem Team gesagt: Der Rasen hier geht aber in die Knochen", berichtete sie am Abend auf der Pressekonferenz. Beim Einspielen hatte die 30-Jährige dann gespürt, wie geschwächt sie wirklich war: "Ich hatte keine Kraft."

"Petko" dachte nicht ans Aufhören: "Ich wollte mir die Chance geben"

Zeitweise wurde es besser, "für neun oder zehn Minuten". Doch als Petkovic im zweiten Satz gegen Wickmayer mit 2:3 zurück lag, ließ sie beim Wechsel die Ärztin kommen. Zunächst wurde ihr Blutdruck gemessen. Wenig später musste sich Petkovic auf dem Stuhl sitzend übergeben.

Ans Aufgeben dachte die frühere Nummer neun der Welt aber trotzdem nicht. "Bei einem Grand Slam kann so viel passieren, ich wollte mir einfach die Chance geben", erklärte die Darmstädterin und fügte an: "In solchen Situationen ist man kein rational denkender Mensch. Bei allen anderen Turnieren als den Majors hätte ich rausgezogen."

Petkovic trat trotzdem im Doppel an - und siegte mit Kanepi

Petkovic verlor in 75 Minuten, ließ es sich aber nicht nehmen, später auch noch im Doppel mit Kaia Kanepi anzutreten, um ihre lettische Partnerin nicht zu enttäuschen. Das Duo gewann sogar mit 6:4, 6:3 gegen Carina Witthöft/Maria Irigoyen (Hamburg/Argentinien). "Aber ich habe mich gefühlt, als würde ich nicht auf dem Platz gestanden", erzählte sie.

Als ihr kurz schwindelig wurde, aß sie eine halbe Banane. Aber trotz der Tabletten gegen Übelkeit wurde "Petko" sofort wieder schlecht. Beim Blick auf das Einzel-Tabelau war sie dann so "richtig genervt". In ihrem Viertel der Auslosung war am ersten Turniertag unter anderem schon US-Open-Siegerin Sloane Stephens (USA) ausgeschieden.

Die Versöhnung mit Wimbledon muss warten

Es wäre für Petkovic, die in der ersten Runde und zuvor bei einem Showturnier auf Rasen überzeugt hatte, vielleicht eine gute Chance gewesen, mit ihrem schwächsten Grand-Slam-Turnier endlich Frieden zu schließen.

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